Inden/Altdorf - Ausstellung zeigt Lamersdorfer Zukunftsideen aus Knetmasse

Ausstellung zeigt Lamersdorfer Zukunftsideen aus Knetmasse

Von: Kr.
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Die kleinen Dorfgestalter aus Lamersdorf präsentierten dem Bürgermeister Ulrich Schuster, stolz ihre Ausstellung. Er erfuhr aus erster Hand die Anregungen der Kinder. Foto: Król

Inden/Altdorf. „Kinder – die Dorfgestalter(innen) von morgen“ heißt eine nicht alltägliche Ausstellung, die im Rathaus Inden bis Weihnachten zu bewundern ist. Zu sehen sind Fotografien und geknetete Modelle, die bei einem Workshops entstanden, der vom Dorfforum Lamersdorf und der Akademie Junges Land (Bad Honnef – Rhöndorf) angeregt wurde.

Den jungen Teilnehmern wurde die Möglichkeit gegeben, aus ihrer Perspektive Zukunftsvisionen als Anregung für die gemeinsame Weiterentwicklung der Ortschaft Lamersdorf zu schaffen. In den Sommerferien fanden sich dreißig Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis vierzehn Jahren im Bürgertreff „Bartze Hof“ ein, um dann ihr Dorf mit der Kamera unter die Lupe zu nehmen. Zur Seite stand ihnen Robert Janßen, Bildungsreferent der Akademie Junges Land.

Wie sehen Kinder ihr Dorf? Wo wollen sie in Zukunft leben? Was gefällt den Kindern in Lamersdorf? Wo sehen sie Handlungsbedarf? So lauteten die Fragen, auf die eine Antwort gesucht wurde. Nach der Foto-Tour stand ein Zukunftsworkshop auf dem Programm. Hier setzten die Kinder ihre Visionen vom zukünftigen Lamersdorf im Jahre 2025 in Modellen aus Knetmasse um. Dabei entstanden eine ganze Reihe von konstruktiven Vorschlägen, die es wert waren, Beachtung zu finden. Angeregt wurden Renovierungsarbeiten an den an Spielplätzen des Dorfes, oder die Umgestaltung des Mühlenteichs.

Auch der Wunsch nach sicheren Straßenverhältnissen am Kreisverkehr und der L241 wurde geäußert. „Mit diesem Thema hatten wir gar nicht gerechnet“, freute sich Reiner Lövenich vom Dorfforum Lamersdorf, der die Vielseitigkeit der Aktion als großen Erfolg für die Dorfgemeinschaft wertete.

Angeregt wurde unter anderem ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche, wie zum Beispiel im Rahmen eines gemeinsamen Kinoabends. Der Wunsch nach einem Dorfladen wurde geäußert. Natürlich können nicht alle Ideen sofort in die Tat umgesetzt werden. Das wussten die kleinen Akteure und das sah auch Bürgermeister Ulrich Schuster so, der die Kinder und Eltern begrüßte: „Aber bestimmte Sachen werden wir direkt erledigen“, versprach er kurz vor der nächsten Ausschusssitzung. Er bedankte sich bei den Kindern und ihren Eltern. „Ihr seht das Dorf mit wachen Augen und kümmert euch. Das ist ein ganz tolles Signal auf dem Weg in die Zukunft.“ Eine der Kinderideen ist schon realisiert worden.

Da sich viele Kinder über den äußeren Zustand des Bushaltestellenhäuschens vor der Feuerwache beklagten, dass von Kritzeleien verunstaltet war, ist es in einer gemeinsamen Aktion in den Herbstferien mit den Eltern neu gestrichen worden. Die farbliche Gestaltung und ein Logo wurden ausschließlich von den Kindern entwickelt. Allen hat die gemeinsame Arbeit Spaß gemacht. Der Andrang war so groß, es gab mehr Kinder als Pinsel. Ihre Meinung taten die Kinder frisch und frei dem Bürgermeister bei der Vernissage kund.

Über ihr Projekt meinte Celina, neun Jahre alt: „Nicht gefallen hat mir, das so viele Sachen kaputt sind. Gut fand ich, das wir den Müll auf dem Spielplatz gesammelt haben und das Bushäuschen neu gestrichen wurde.“ Ähnlich sah es auch der 14-jährige Yannik: „Nicht so schön ist, dass manchmal da, wo Kinder sind, viele Dinge so verschmutzt und kaputt gegangen sind. Die Fotoaktion hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Das Projekt hat gezeigt, wie engagiert die Kinder sind, die sich mit ihrem Wohnort identifizieren und aus ihrem Blickwinkel sie Dinge sehen, die den Großen verborgen bleiben. Aufgrund der Motivation der Kinder hat sich das Dorfforum entschieden, regelmäßige Ferienspiele anzubieten und die Kinder so auch weiterhin an Entscheidungsprozessen zu beteiligen und ihre Ideen aufzugreifen.

„Dieses Projekt war auch für uns Neuland und wir werten es als einen wichtigen Partizipationsprozess. Wir sind überrascht von der positiven Resonanz. Das Ziel ist unter anderem, die Bedürfnisse von Kindern wahrzunehmen, um ihren Lebensraum kindgerecht einzurichten. Die Kinder erleben hier bürgerschaftlichem Engagement hautnah“, sagte Robert Janßen, der sich gut vorstellen konnte, dass diese Projekt auch auf andere Dörfer übertragen wird.

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