Außergewöhnlich gut: das Hauskonzert der Familie Palm

Von: Hilde Viehöfer
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Höhepunkte der Violinliteratu
Höhepunkte der Violinliteratur boten Laura und Stefan Palm bei einem außergewöhnlichen Hauskonzert. Foto: Viehöfer-Emde

Jülich. Wer für das bereits als Geheimtipp gehandelte Hauskonzert bei Familie Palm Karten ergattert hatte, der konnte sich glücklich schätzen. Naturgemäß ist die Zahl der Sitzplätze im heimischen Wohnbereich begrenzt.

Die Besucher dieses besonderen Konzertes freuten sich über ein interessantes Programm, das in der privaten Atmosphäre zu einem außergewöhnlichen Musikerlebnis wurde.

Die Nähe zu den Musizierenden, das „Heimspiel” der Künstler und das persönliche Ambiente wichen deutlich von gewohnten Konzertveranstaltungen ab. Der Titel der Veranstaltung „Violinissimo - Höhepunkte der Violinliteratur” versprach viel, und der Abend erfüllte die Erwartungen, die dieses Versprechen verhieß.

Laura Palm (Violine) und Stefan Palm (Klavier) gaben einen Querschnitt durch bedeutende Epochen und boten Werke bekannter Komponisten. Durch das Programm führten Elisa Palm und Benedict Schovenberg mit viel Charme und Humor.

Zu Beginn erklang die Sonate für Violine und Klavier von Johann Sebastian Bach Nr.4 in c-moll. Laura Palm musizierte den Violinenpart mit technischer Sicherheit und steigerte in den langsamen Sätzen besonders das Tonvolumen ihres Instrumentes. Sie musizierte zusehends freier und tonschöner. Der Klavierpart ihres Vaters wurde in Perfektion und Souveränität geboten. Besonders innig und klangschön waren die langsamen Sätze des Werkes.

Das Allegro aperto aus dem Violinkonzert A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart gab der jungen Künstlerin Gelegenheit, die dankbaren Aufgaben und die Fülle schöner musikalischer Einfälle locker und leicht zu präsentieren. Ein Kabinettstückchen beschloss den ersten Teil des Konzertes. Als „unspielbar” von Musikern bezeichnet und von Kritikern verrissen, wurde das Violinkonzert D-Dur von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Zu Unrecht, wie sich an diesem Abend erwies.

Laura Palm meisterte die technischen und musikalischen Finessen dieses Virtuosenstückes mit Bravour, Stefan Palm entlockte dem Flügel ein Feuerwerk an Klängen. Das Glanzstück russischer Konzertliteratur zur Romantik berauscht mit eingängigen Themen und nie endenden musikalischen Überraschungen. Das großartige Hauptthema klingt noch lange nach. Wunderbar weich und klanglich einfühlsam musizierten Vater und Tochter den Andante-Satz, atemberaubend geigerisch virtuos folgte das Finale.

Der zweite Teil des Abends bot Thème et variations von Olivier Messiaen, ein sachliches, klar konstruiertes Werk, das im Zusammenspiel nicht ganz einfach ist.

Fröhlich leicht folgten eine Polonaise und zur Freude der Zuhörer zwei eingängige und durchaus unterhaltsame Zugaben.

Ein gelungenes Konzert im Hause Palm war das Verdienst der Gastgeber und der Künstler Laura und Stefan Palm.
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