Jülich - Ausbesserung des Jülicher Hexenturms geglückt

Ausbesserung des Jülicher Hexenturms geglückt

Von: hfs.
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Mit Muskelkraft schieben die beiden Steinmetze Christoph Pelzer (l.) und Wolfgang Hüllen den rund 150 Kilogramm schweren „Schlusstein“ in die Öffnung des Hexenturmbogens. Die Restauration ist geglückt. Foto: hfs.

Jülich. Vielleicht schon am Mittwoch, sicher aber ab Donnerstag ist er wieder zu durchfahren: der Jülicher Hexenturm. Er war seit Anfang Mai gesperrt, ist nun aber wieder „stabil“. Das gilt jedenfalls für den Torbogen, aus dem nach einer Unfallfahrt zwei Steine herausgebrochen waren, die das Durchfahren des Wahrzeichens der Herzogstadt zu einer Gefahr hätten werden lassen.

„Der Bogen ist stabiler als je zuvor, da passiert nichts mehr“ – dieses Urteil fällt ein Fachmann. Alleine mit Muskelkraft schiebt Steinmetz Wolfgang Hüllen den rund 150 Kilogramm schweren Stein in die Öffnung des linken Torbogens.

War es im 14. Jahrhundert der Schlussstein im 5,20 Meter hohen Bogen, der die Erbauer sicherlich in Entzücken ausbrechen ließ, ist es aus heutiger Sicht der „Schlussstein“ nach einer Unfallfahrt, der das alte Gemäuer hätte in Gefahr bringen können.

„Wäre noch ein weiterer Stein aus dem Torbogen herausgebrochen, dann wäre nichts mehr zu machen gewesen. Der ganze Bogen wäre eingestürzt“, sagt Hüllens Kollege Christoph Pelzer, ebenfalls Steinmetz beim Aachener Steinmetzbetrieb Schwarzenberg.

Die Firma erhielt den Auftrag, den Schaden am Hexenturm zu beseitigen. Es war eine Restauration, weil die Fugen in unmittelbarer Nachbarschaft der beiden fehlenden Steine ausgekratzt und neu gefüllt werden mussten. „Zudem wurden vier Anker angebracht, die die Steine mit dem Bogen nochmals verbinden“, erklärt Steinmetz Hüllen kurz und lässt sich mit seinem Kollegen nicht weiter bei der maßgenauen Arbeit stören.

Die beiden neuen Steine aus rotem Eifelsand mussten „maßgeschneidert“ und dann exakt in Form gehauen werden. Und es bedurfte auf dem rund drei Meter hohen Gerüst schon enormer Muskelkraft, um die Kolosse in die Öffnung zu schieben. Dass sie passten, daran hatten die beiden Spezialisten keinerlei Zweifel, denn solche Restaurationsaufträge sind für sie Alltagsgeschäft. „Aber fast immer reine Handarbeit, denn auch hier kann man nichts mit Werkzeugen machen“, erklärt Wolfgang Hüllen die abschließende Arbeit, die mit Meißel und Keil erledigt wird.

„Einmal feste nach links drücken, bitte halten, so, er sitzt“, schallt es durch den Torbogen. Pelzer kann den Steinmeißel herausziehen, und kurz danach wird auch die Holzstütze entfernt, die beim Einfugen dem Eifel-Sandstein noch Halt gegeben hat. Vielleicht ja für weitere Jahrhunderte.

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