Auf der Suche nach „Walewich”

Von: ptj
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Vorstellung der aktuellen „Historetten”-Ausgabe: Die 80-jährige Autorin Margarethe Schiffer präsentiert ihren Beitrag und erntet kräftigen Applaus. Foto: Jagodzinska

Rödingen. „Walewich” war im Mittelalter ein Ortsteil von Rödingen, das ergaben die Recherchen von Franz Felix Schüller, Kopf der Rödinger „Historetten”-Redaktionsgruppe. Die genaue Lokalisation bereitet einige Schwierigkeiten, da damals lediglich Kirchstraße, Judengasse, Markt und Klasend durch den Ort führten.

Derlei interessante geschichtliche Details erfährt der geneigte Leser aus der neuesten, der fünften Ausgabe der „Historetten”, vorgestellt im Archiv des Geschichtsvereins, der ehemaligen Gaststube „Kapellchen”.

Das Titelbild in Schwarz-Weiß zeigt das ehemalige Krankenhaus St. Joseph in Rödingen um 1920. Schmucke Einfamilienhäuser sind auf dem Farbfoto der Rückseite zu sehen, 90 Jahre später aus demselben Blickwinkel aufgenommen. Die Aufmacherstory - Teil 1 - hat das Rödinger Krankenhaus zum Thema, das vier Franziskanerschwestern infolge einer Schenkung des Rödinger Gutsbesitzers Peter Joseph Kemmerling ins Leben riefen. Teil 2 folgt in der nächsten Ausgabe.

Heftige Proteste der Leserschaft sicherten das Überleben der Beiträge „Rödinger Straßen” und „Kräuterapotheke”, die die Redaktionsgruppe wegen mangelndem Feedback zu streichen beabsichtigte. An der Reihe sind das „Mühlenend” und „die Viul” (das Märzveilchen). Als neue Rubrik wurde der „Spielplatz” ins Konzept aufgenommen, mit Abzählreimen, Kinderversen oder -spielen wie „Poascheier knitse”, (das Aneinanderstoßen gefärbter Eier).

Zu den weiteren Anekdoten und Geschichten zählen ausführliche Berichte über den Rödinger Friedhof und die Höllener Mühle, ein Rezept über den an der Mosel bekannten Tresterbraten oder die mundartliche Geschichte über einen Besuch auf der Annakirmes vor 60 Jahren, geschrieben von Margarethe Schiffer. Die Autorin feierte wie Illustrator Paul Karge vor kurzem ihren 80. Geburtstag.

„Die Nr. 4 war die erfolgreichste Historetten-Ausgabe überhaupt, sie war sensationell schnell ausverkauft und nach Lesermeinung die beste”, resümierte Schüller und bat um Verständnis, nicht alle darauf folgenden Beitragsangebote aus Gedichten und Anekdoten drucken zu können. Gerne beantwortete er die beiden am häufigsten gestellten Fragen an das Redaktionsteam: „Für die nächsten 50 Jahre reichen die Themen dicke aus”.

Die Bezeichnung „Historetten” führte er auf den französischen Schriftsteller Gédéon Tallemand des Réaux aus dem 17. Jahrhundert zurück, der mit dem Begriff „historettes” die kleine Geschichte in der Geschichte meinte. Das neue Redaktionsmitglied David Kibilka bearbeitet nunmehr die ins Leben gerufene Internetseite www.historetten.de.

Hier kann sich der interessierte Leser unter anderem an einer Diskussion über die Glosse „Steigerung von nichts” beteiligen, die für Aufregung gesorgt hatte.
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