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Auf den Spuren von Römern und Franken

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:

Linnich. Das Baugebiet Wiemersberg in Körrenzig hat schon für einigen Gesprächs- und Zündstoff gesorgt. Planungsrechtlich ist noch einiges zu tun, bevor die Häuslebauer ans Häusle Bauen denken können. Aber gebaggert wird dort dennoch schon in Bälde.

Ganz vorsichtig. Denn die Schaufel soll nichts zerstören, was seit Jahrtausenden im Boden ruht.

Seit Anfang Dezember wissen die Stadt Linnich und die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), dass die Rheinische Bodendenkmalpflege das Gebiet um Wiemersberg ins Auge gefasst hat. Schon Ende der 90-er Jahre hatte eine Begehung Indizien erbracht, dass im Boden „bedeutende Zeugnisse zur Geschichte der Menschen” zu erwarten seien. Und zwar nicht allein aus römischer Zeit, was im hiesigen Raum keine Überraschung ist.

Abschlagplatz

Skelettfunde aus den 40-er Jahren und Keramikteile werden als Hinweise auf eine fränkische Begräbnisstätte gewertet. Schließlich deuten Abschläge darauf hin, dass schon in der Altsteinzeit Menschen am Wiemersberg Werkzeuge hergestellt haben.

Bevor auf solche Schätze ein Haus gesetzt wird, wollen die Bodendenkmalpfleger wissen, was da seit Jahrtausenden im Erdreich ruht. Das zu prüfen, ist Aufgabe einer „Sachverhaltsermittlung”, erläutert Dr. Franz-Josef Lemmen von der LEG. Ihm und Planerin Birgitt Gladisch-Koyo macht die archäologische Untersuchung zwar keinen Strich durch die Vision von 60 oder 74 schmucken Häusern am grünen Wiemersberg. Aber ein gespanntes Kribbeln dürfte die Prospektion auslösen. Vom Ergebnis der Sondage - die Stichprobe erfolgt mit zwei, drei Meter langen und bis zu drei Meter tiefen Gräben - wird abhängen, wie mit dem Fundort weiter verfahren wird.

Unangenehm ist die archäologische Untersuchung in zweierlei Hinsicht. Sie kostet Geld, und zwar das des Planungsträgers. Die Kosten dürften im unteren fünfstelligen Bereich liegen. Nicht das Amt für Bodendenkmalpflege bezahlt die Fachfirma, die die Untersuchung vornimmt, sondern die LEG beziehungsweise als deren Auftraggeber die Stadt Linnich. Und: Die Untersuchung kann zu Verzögerung führen. Unangenehm in Erinnerung hat hat Baudezernent Peter Breuer das Baugebiet Römerring. Dort hat die Aussicht auf ein römisches Landhaus den Bau von neuen Häusern um rund zwei Jahre aufgeschoben.

Dass die Untersuchung am Wiemersberg ebenfalls so enden wird, wäre reine Spekulation. Die eigentliche Sachverhaltsermittlung selbst hält sich in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen. Etwa ein Monat, schätzt Lemmen, wird für die Prospektion anzusetzen sein. Auch muss nicht das gesamte Baugebiet Wiemersberg sondiert werden. Das Hauptinteresse der Archäologen richtet sich auf potentielle Fundstellen außerhalb des Baugebiets. Gleichwohl gehen die Experten davon aus, dass diese Fundstellen „ausstrahlen”.
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