Jülich - Auch Helfer brauchen manchmal Hilfe

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Auch Helfer brauchen manchmal Hilfe

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Dieter Scheidt (v.l.), Peter H
Dieter Scheidt (v.l.), Peter Hine und Maximilian Jankowski begrüßen den neuen Seelsorger.

Jülich. Die Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei stehen bei Unfällen, Bränden und anderen Notsituationen in der vordersten Reihe. Sie erleben Einsätze, die mit Ausziehen der Schutzkleidung nicht immer abgehakt werden können.

Während des Einsatzes funktionieren die Einsatzkräfte, dafür sind sie geschult und dafür üben sie. Aber nach dem Einsatz kommt es oft erst zur Auseinandersetzung mit dem Erlebten und den Bildern. Die Anspannung und Belastung in den Schichtdiensten kann zu großen beruflichen und manchmal auch zu persönlichen Belastungen führen.

Um diese Belastungen zu mindern oder zu verarbeiten, ist es hilfreich, dass Einsatzkräfte die Möglichkeit haben, mit besonders geschulten Menschen ohne Einhaltung von Dienstwegen oder längeren Wartezeiten Gespräche zu führen oder Rat einzuholen.

Der Malteser Hilfsdienst Jülich hat deshalb für seine ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter sowie für die Mitarbeiter im Freiwilligen-Dienst eine PSU-(Psychosoziale Unterstützung) Stelle eingerichtet.

Als PSU-Ansprechpartner steht den Maltesern in Jülich und Linnich ab sofort Albert Dreyling zur Verfügung. Dreyling ist befähigter ehrenamtlicher Hospizmitarbeiter, aktiver und im Bereitschaftsdienst tätiger Notfallseelsorger und im Einsatzkräfte-Nachsorge-Team im Kreis Düren tätig.

„Wir wollen gut für unsere Mitarbeiter sorgen. Dazu gehört auch das Angebot der stetigen psychosozialen Unterstützung”, sagt Dr. Dieter Scheidt, Stadtbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes. „Wir haben mit Albert Dreyling jemanden gefunden, der nicht nur über fundierte psychosoziale Fachkenntnisse verfügt, sondern auch aufgrund seiner Lebenserfahrung weiß, „wovon er spricht.” Dreyling ist nicht in die Hierarchie der Malteser eingebunden und somit nicht weisungsgebunden oder berichtspflichtig.

Absolute Verschwiegenheit ist oberstes Gebot der PSU-Tätigkeit. Bei besonders schwierigen Einsätzen wird Dreyling auch mit vor Ort sein. „Für uns ist wichtig, dass wir unseren Mitarbeitern einen externen Ansprechpartner zur Verfügung stellen, um mögliche Hemmnisse für Gespräche nicht entstehen zu lassen” sagt Peter Hine, Leiter Rettungsdienst bei den Maltesern.

„Es spricht sich leichter über persönliche Belastungen mit einem „Außenstehenden” als mit einem Kollegen oder einem Vorgesetzten” sagt Hine. Maximilian Jankowski, Leiter Einsatzdienste, blickt in die Zukunft: „In unsere Ausbildungen werden wir zukünftig auch diese Thematik mehr noch als bisher behandeln”.

Dreyling stellt seine ehrenamtliche Arbeit bei den Maltesern unter das Motto „Du darfst schwach sein.” „Das sagte eine Krankhausseelsorgerin in meiner persönlichen Lebenskrise zu mir. Das ist auch die Botschaft an alle Einsatzkräfte im Rettungsdienst. Vermeintliche Schwäche ist oft wahre Stärke” sagte Dreyling bei seinem Amtsantritt.
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