Atemnot: Jülicher Pensionär erfindet „Broncho-Liege"

Von: hfs.
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Auch wenn die Stellung unbequem erscheint, tägliche Übungen auf seiner von ihm erfundenen Broncho-Liege haben beim 72-jährigen Peter Schiffer dazu geführt, dass er nach Jahrzehnte langer Krankheit der Atemswege nun fast beschwerdefrei sein Leben genießen kann. Foto: hfs.

Jülich. So lange er zurückdenken kann, leidet der jetzt 72-jährige Peter Schiffer unter Atemnot. Sie hat sich mit den Jahren so verschlimmert, dass er nachts häufiger kein Auge mehr zumachen konnte und sich mitten in der Nacht auf den Weg in die Eifel machte, um dort einigermaßen „Luft zu holen, einmal ohne Beschwerden durchschnaufen zu können“.

Diese Krankheit macht einigen hunderttausend Menschen wie Peter Schiffer zu schaffen. Schiffer aber hat nach einem Ausweg gesucht und vielleicht nicht nur für sich einen gefunden – oder besser: erfunden. Abhilfe schaffen kann die sogenannte „Broncho-Liege“, die der Jülicher auch als Patent angemeldet hat.

Jeder Atemzug tut weh, jede Nacht Schleim abhusten ist nicht möglich oder schmerzt, an Schlaf ist nicht zu denken. Peter Schiffer kennt diese Symptome, die Machtlosigkeit gegen Atemnot, die meist auch nur durch medikamentöse Behandlung einigermaßen in den Griff zu bekommen ist.

„Nächtelang hatte ich Zeit, mir darüber den Kopf zu zerbrechen, nächte- und wochenlang habe ich inmitten von Büchern gesessen, Ursachenforschung betrieben, nach Heilungsmöglichkeiten gesucht“, erzählt er rückblickend. Dann deutet er in seinem Wohnzimmer auf einen Polster-Aufbau am Boden hin, den er über Jahre entwickelt hat.

Er besteht aus sieben Bauteilen und ist eine Bodenliege. Schiffer: „Jeden Tag, meistens am Morgen, lege ich mich für eine Stunde darauf. Die Beschwerden haben nicht nur nachgelassen, mein Gesundheitszustand hat sich dermaßen verbessert, dass ich fast beschwerdefrei wieder richtig durchatmen kann.“ Auf dieses Ergebnis ist er stolz, denn nur durch seine beharrliche Suche nach einer optimalen Lösung kam es zustande.

So erklärt er wie ein Wissenschaftler die Wirkung der „Broncho-Liege“: „Durch eine regelmäßige Anwendung beruhigt sich meine Atmung, sie vertieft sich, durch die Anordnung der Liegeposition stellt sich ein größeres Lungenvolumen beim Probanden ein.“ Sagt der Erfinder und kann dies auch durch seine persönlichen Lungenfunktionsprüfungen nachweisen. „Voraussetzung ist allerdings eine regelmäßige, beharrliche und nachhaltige Übung“ – der 72-Jährige vergleicht das mit einem regelmäßigen Besuch in einem Fitnessstudio.

Dass die „Broncho-Liege“ beim Patentamt in München von Schiffer angemeldet wurde, ist die eine Seite. Die andere ist, dass Bekannte und Freunde, die unter vergleichbaren Atemwegsbeschwerden leiden, sich laut Schiffer Linderung verschafften. Die Erfindung sei so ausgereift, dass sie als reiner Trainingsgegenstand angewendet werden kann und darf. „Schon nach wenigen Übungen wird sich der höchst belastende Schleim lösen – und das ist das Entscheidende“, sagt der Jülicher Rentner.

Die Übungen seien allerdings nicht gleichzusetzen mit körperlichen Anstrengungen. Denn zu Beginn der ersten Liegephasen müsse man sich an die optimale Liegestellung durch unterschiedliche Höhen der Arm-, Rücken- und des Kopfteils herantasten. „Aber man hat sehr schnell herausgefunden, wann die optimale Position erreicht ist, allein schon deshalb, weil man merkt, wie sich die Atmung dann beruhigt.“

Der ehemalige Bedienstete der Jülicher Stadtverwaltung blickt auf eine Jahrzehnte lange Krankheitsgeschichte mit vielen Beschwerden und Belastungen. Heute stellt er fest, „dass ich nunmehr seit fast einem Jahr völlig ohne Medikamente auskomme“. Diesen Erfolg hat er vor allem einem Umstand zu verdanken: sich nämlich nicht mit seinem „Schicksal“ abgefunden zu haben.

Wer sich mit dem Erfinder der Jülicher „Broncho-Liege“, Peter Schiffer, in Verbindung setzen und Näheres erfahren möchte, erreicht ihn per E-Mail: pschiffer@t-online.de.

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