Arzt an Rennstrecke und im Krankenhaus

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Der rasende Chirurg: Dr. Klaus
Der rasende Chirurg: Dr. Klaus Hindrichs, Chefarzt der Chirurgie im Jülicher Krankenhaus, als Notarzt an der Rennstrecke. Foto: privat

Jülich. Bei jedem Rennen der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft muss ein erfahrener Notarzt an der Rennstrecke sein, um bei Unfällen sofort und unmittelbar zu den Fahrern zu gelangen. Und so sitzt Dr. Hindrichs als leitender Rennarzt bei den DTM-Rennen mit Helm und im feuerfesten Rennanzug im Einsatzwagen, den wiederum ein erfahrener Rennfahrer steuert.

Der Arzt wurde während seines Studiums zum Rettungssanitäter ausgebildet. Nach dem Facharzt für Chirurgie erwarb Hindrichs die Zusatzbezeichnung Unfallchirurgie. Hinzu kam die Qualifikation zum Leitenden Notarzt. Da er zudem Facharzt für Gefäßchirurgie ist, kann der Mediziner ein breites Spektrum an Erkrankungen und Verletzungen abdecken.

Seine Patienten im St. Elisabeth-Krankenhaus und die Menschen im Jülicher Land nach Unfällen oder Verletzungen profitieren von seinen Erfahrungen und seinem Können. Denn beim Unfall zählt Schnelligkeit, bei Entscheidungen und im Handeln.

Beste Voraussetzungen, um auch beim Motorsport neben der Strecke tätig zu sein. Während eines DTM-Rennens sitzt Dr. Hindrichs deshalb die ganze Zeit im Einsatzfahrzeug. Passiert etwas, geht es sofort los. Weil die erste Runde und auch der Start selbst am gefährlichsten sind, fährt Dr. Hindrichs unmittelbar nach Rennbeginn direkt hinter dem Feld.

Nach einer Runde wartet der Arzt im Einsatzfahrzeug am Standplatz, ob er wieder auf die Strecke muss. In diesem Fall organisiert er neben der Ersten Hilfe an der Rennstrecke alle weiteren Maßnahmen, unterstützt von einem Team aus ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Auch wenn auch dank hoher Sicherheitsstandards bei den Rennwagen die meisten Unfälle für die Fahrer glimpflich ausgehen, werden sie, nachdem sie meist ihr Fahrzeug selbstständig verlassen können, im Medical Center auf Verletzungen untersucht. Dort werden die Fahrer behandelt und gegebenenfalls in die angeschlossenen Kliniken weitergeleitet.

Beide Bereiche profitieren

Muss doch einmal ein Fahrer aus seinem Rennfahrzeug geborgen werden, geschieht dies auf wirbelsäulenschonende Art, für die Arzt und Rettungssanitäter speziell ausgebildet sind. In seiner Eigenschaft als Krankenhausarzt und Notarzt absolviert Dr. Hindrichs deshalb regelmäßig Fortbildungen. So vertieften und erweiterten die Notärzte des Krankenhauses vor kurzem in einer zweitägigen Fortbildung gemeinsam mit Rettungsassistenten ihre Kompetenz, um Schwerverletzte besser zu versorgen.

Die Rennfahrer müssen sehr gut trainiert sein, da während der hohen Geschwindigkeiten große Fliehkräfte auf sie einwirken, vor allem auf die Nackenmuskulatur. Zusammen mit den hohen Sicherheitsstandards für die Fahrzeuge macht dies einen großen Unterschied zu Straßenunfällen. „Bei Unfällen auf der Straße oder im häuslichen Bereich treffen wir Verletzungen wie geschlossene Knochenbrüche an”, sagt der Chirurg.

Sind die Untersuchungen zum Teil noch ähnlich, wie etwa Herz- und Kreislaufüberwachung, muss bei Knochenbrüchen und inneren Verletzungen anders behandelt werden als bei Verletzungen, die aus einem Zusammenstoß auf der Rennstrecke resultieren, wie z. B. drohende Querschnittslähmung.

Von der Routine und Erfahrung, die Dr. Hindrichs aufgrund der regelmäßigen Notarzteinsätze und aufgrund seiner täglichen Arbeit im Krankenhaus hat, profitieren wiederum die Rennfahrer, da beides für die Behandlung und Betreuung sehr wichtig ist.

Und manchmal passieren die Unfälle auch abseits der Strecke, wie in dieser DTM-Saison, als vier Mechaniker in der Boxengasse verletzt wurden. In der Chirurgie des St. Elisabeth gilt selbstverständlich ebenfalls „Notfälle jederzeit”.
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