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Anwohner wagen den Aufstand gegen Lärmbelästigungen

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Vor dem Hintergrund des Schwerlastverkehrs „An der Vogelstange” diskutierte Landrat Wolfgang Spelthahn (rechte Bildhälfte) mit Vertretern der Bürgerinitiative und des Jülicher Rates Lösungsmöglichkeiten. Foto: Stüber

Jülich. Immer wieder dieseln schwere Lkw von der nahen B 56 über die Straße „An der (oberen) Vogelstange” heran und schieben sich mühsam um die engen Kurven Richtung Gewerbegebiet Heckfeld. Andersrum ist es auch nicht leiser, sehr zum Leidwesen der Anwohner - und das schon seit Jahren.

Landrat Wolfgang Spelthahn muss seine Stimme deutlich „lauter drehen”, um im Kreise seiner aufmerksamen Zuhörer noch verstanden zu werden.

Ortsvorsteherin Margarete Esser-Faber (CDU) hatte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses kräftig für den Termin vor Ort geworben, und die Fraktionen sind stark vertreten.

Nur ein Mitglied der Jülicher Verwaltung, obgleich diese laut Esser-Faber nachhaltig zu dem Ortstermin eingeladen wurde, lässt sich nicht blicken.

Nachvollziehbar ist, dass der erkrankte Beigeordnete Martin Schulz, in dessen Fachbereich das Thema Schwerlastverkehr laut Bürgermeister Heinrich Stommel fällt, besser das Bett hütet, wie Esser-Faber sagt.

Stellvertreter? Fehlanzeige! Grimmig bemerkt ein Zuhörer, das könne daran liegen, dass am Freitagnachmittag die Verwaltung bereits das Wochenende eingeläutet hat.

Dabei wäre es gerade für die Verwaltung wichtig gewesen, Ohrenzeuge des Landrats zu werden. Der muss zwar korrekter Weise betonen, dass der „Bürgerinitiative gegen den Schwerlastverkehr im Heckfeld von Jülich” eigentlich nur die zuständige Stadt Jülich helfen kann. Aber er hat als Chef der Kreispolizei und des Straßenverkehrsamtes zumindest einen breiten Fuß in der Tür zur Lösung des Problems.

Als Sofortmaßnahme macht er von seinen Einflussmöglichkeiten umgehend Gebrauch. Die Sondergenehmigungen des Kreises Düren für im Heckfeld beheimatete „Laster”, auch am Sonntag ihre Verladestationen im Heckfeld ansteuern zu dürfen, laufen Ende Februar/Anfang März aus.

Spelthahn sorgt dafür, dass diese nicht verlängert werden. Das bereitet der BI-Sprecherin Christa Slooten und ihren Mitstreitern sichtlich Freude und Erleichterung. Damit ist das Problem am siebten Tag der Woche gelöst.

Runden Tisch angeregt

Zur nachhaltigen Verbesserung auch an den Werktagen regt Spelthahn an, einen runden Tisch mit den beteiligten Behörden, der Bürgerinitiative sowie den Gewerbetreibenden im Heckfeld zu bilden, um schnell eine nachhaltige Lösung zu erarbeiten.

Diese sollte bezüglich Verkehrsführung und Anbindung ein Entgegenkommen Jülichs auch an die Gewerbetreibenden enthalten. Das liegt auf der Wellenlänge der betroffenen Bürger, hat doch die Initiative der Anwohner sehr wohl auch die Belange der Spediteure im Auge: „Alle Beteiligten sollen durch eine neue Zufahrt Vorteile haben”, hat die BI formuliert.

Spelthahn hat bereits die Kreispolizei mit der Erarbeitung einer Stellungnahme beauftragt. Winfried Cremerius (FDP) verwies auf ein für die neue Zufahrt zum Gewerbegebiet wichtiges Grundstück am Ende der Margaretenstraße, das erst kürzlich den Besitzer wechselte, ohne dass die Stadt Jülich offenbar von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machte oder Gebrauch machen konnte.

Durch einen Brief des Vorbesitzers werde aber klar, dass der neue Eigner des Geländes einer ehemaligen Baufirma durchaus verhandlungsbereit ist, der Stadt Jülich beim Durchstich Richtung „Rübenstraße” entgegenzukommen.

Das klappt aber nur, wenn die Zuckerfabrik auch eine Mitnutzung dieser Straße für den Schwerlastverkehr erlaubt, wurde betont. Hierzu wiederholte stellvertretender Bürgermeister Martin Marquardt (SPD) seine Anregung im Haupt- und Finanzausschuss, der Zuckerfabrik ein Entgegenkommen mit der definitiven Unterschrift der Stadt unter den Vertrag zum Verkauf kommunaler Fläche zwecks Errichtung eines Biomasse-Kraftwerks schmackhaft zu machen.

Mit im Spiel ist die Dürener Kreisbahn. Landrat Spelthahn meinte, dass die nahe Trasse trotz einer neuen Zufahrt zum Gewerbegebiet Heckfeld dort erhalten bleiben könne. BI-Sprecherin Slooten freute sich: „Jetzt endlich geht es!”
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