Antwort auf die Schulfrage liegt vor Ort

Von: Otto Jonel
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Neben Ingola Schmitz (FDP) und Josef Wirtz (MdL, CDU) diskutierte Moderator Heinz Frey mit den beiden Landtagskandidaten Peter Münstermann (SPD) und Jörg Benter (Bündnis 90/Die Grünen) über die Schulpolitik im Land und im Nordkreis. Foto: Jonel

Merzenhausen. Das Örtchen Merzenhausen mag als Wohnort viele Vorzüge haben, aber eines sucht man dort vergeblich: eine Schule. Genau der richtige Ort also, um über Schule zu diskutieren, befanden die Freien Wählergemeinschaften aus Jülich (JÜL), Linnich (PKL), Aldenhoven (FWG) und Titz (W.I.R.).

„Wie lernen unsere Kinder nach der Wahl?”, lautete die Kernfrage, die Moderator Heinz Frey (JÜL) den drei Landtagskandidaten Josef Wirtz (CDU, MdL), Peter Münstermann (SPD) und Jörg Benter (Bündnis 90/Die Grünen) stellte. Für den terminlich verhinderten Liberalen Jörn Langenfeld war seine Nörvenicher Parteifreundin Ingola Schmitz eingesprungen.

Viele der rund 60 Zuhörer waren wohl gekommen, weil sie sich Antworten zu der schwebende Umstrukturierung der Schullandschaft im Nordkreis erhofften. „Müssen wir im Nordkreis etwas ändern?”, kam Frey sofort auf den Punkt und lieferte Zahlen, die den bereits spürbaren und sich fortsetzenden demografischen Wandel drastisch vor Augen führten, aber auch das Abwandern von 650 Nordkreis-Kindern zu Gesamtschulen in Niederzier, Übach-Palenberg und Alsdorf.

Basisschule

Eigentlich sei keine Änderung notwendig, urteilte Ingola Schmitz. Der hiesige Bildungsraum sei leistungsstark. Allerdings müsse man eine engere Vernetzung von Schule und Berufswelt anstreben. Basisschule war der Begriff für diese Verzahnung von Hauptschule und Berufskolleg.

„Wir müssen Verbünde zwischen Haupt- und Realschulen nach vorne bringen, bevor wir über Gesamtschule reden”, setzte Josef Wirtz den Pflock der CDU. Die Forderung nach zwei Gesamtschulen für den Nordkreis, halte er für unverantwortlich, meinte Wirtz mit Blick auf seinen Herausforderer von der SPD.

Peter Münstermann konterte bestimmt: „Wir wollen eine Gesamt- oder Gemeinschaftsschule. Wir wollen sie, um die Chancengleichheit aller Schüler zu gewähren.” Unverblümt meinte er, dass ein Hauptschulabschluss beim Einstieg in den Arbeitsmarkt fast schon ein Handicap sei.

Dass sich die Schullandschaft ändern müsse, war für Jörg Benter Gewissheit. Das Wie und das Was stünden noch in einem offenen Prozess. Allerdings pochten die Grünen darauf, in dieser wichtigen Frage „Eltern, Schüler und Lehrer mit ins Boot” zu holen.

Ob bei dem zu erwartenden Wandel Schulen geschlossen würden, vermochte nur einer der Podiumsgäste zu bejahen. Ganz eindeutig war Jörg Benters Erwartung. „Wir werden Schulen schließen.”

Die fast dreistündige Diskussion mit einer Fülle von Themen hatte letztlich eine Kernaussage. Die Gestaltung der Schullandschaft im Nordkreis wird eine kommunale Aufgabe sein. Die des Landtagsabgeordneten wird es sein, die Umsetzung auf Landesebene zu flankieren.
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