Altenpflege: „Den alten Menschen zum König machen”

Von: Kr.
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Sie bereicherten den ersten Workshop des Projektes PIA mit ihren Vorträgen (v.l.): Paul Fuchs-Frohnhofen, Gerd Palm, Manfred Borutta, Elke Breitenbach, Josef Ziesen und Bernd Bogart. Foto: Krol

Gereonsweiler. Der demografische Wandel spricht für sich. Immer mehr Menschen werden immer älter, andererseits werden immer weniger Kinder geboren. Bis 2020, so errechneten Experten, wird es rund 650.000 Pflegebedürftige geben. „Es besteht nicht die Gefahr, dass wir arbeitslos werden, aber uns werden die Menschen fehlen, die pflegen.” Sagt Bernd Bogert, Geschäftsführer der St. Gereon Altenhilfe.

Im Haus Schunck in Gereonsweiler hatten sich rund 30 Gäste aus der Region Aachen zu einem Workshop eingefunden, die mit der Altenpflege und hier besonders mit dem Personalwesen beschäftigt sind.

Sie alle sind eingebunden in das Modellprojekt PIA (Pflege-Innovationen in der Gesundheitsregion Aachen), das vom Sozialfond der europäischen Union und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW gefördert und von den Partnern MA&T Sell & Partner GmbH, dem Institut Arbeit und Technik sowie der Städteregion Aachen, Amt für Altenarbeit, als Partner durchgeführt wird.

Pünktlich zum Startschuss des Projekts kündigte Sozialminister Karl-Josef Laumann an, 1000 zusätzliche Ausbildungsplätze für arbeitslose Menschen in der Altenpflege zu schaffen. Gedacht ist daran, vor allem ältere Arbeitslose und Frauen nach der Familienpause auf diese Weise eine neue Chance zu geben.

So standen im Workshop nicht die Pflegebedürftigen im Mittelpunkt, sondern jene, die die Arbeit leisten müssen. Nicht ohne Grund hatte man Gereonsweiler als ersten Veranstaltungsort gewählt. Der St. Gereon-Altenhilfe kommt sicherlich eine Vorreiterrolle in der Region zu, wurde sie kürzlich beim Wettbewerb des „Great Place to Work”-Institut unter die 100 besten deutschen Arbeitgeber gewählt. Im Gesundheitswesen belegte sie Platz 7.

Mit seinem Stellvertreter Gerd Palm stellte Bogert das Prinzip vor, nach dem in seinem Haus gearbeitet wird. „Der Kunde, also der alte Mensch, der Hilfe sucht, ist König”, daran führt kein Weg vorbei, auch die Mitarbeiter seines Hauses müssen Leistung erbringen.

Ziel aber ist es, glückliche Arbeitnehmer zu haben mit dem Anspruch, ihre Arbeitssituation zugunsten der alten Menschen weiter zu verbessern. Selbstständigkeit und Mitverantwortung sind deshalb gefordert. Der Mitarbeiter, der ausreichend qualifiziert und motiviert ist, wird eher als Mitunternehmer gesehen.
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