Als Jung-Profi bei der Alemannia: Robert Leipertz

Von: Guido Jansen
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Robert Leipertz wird aus diese
Robert Leipertz wird aus dieser Warte nicht mehr die Spiel seines Lieblingsvereins verfolgen. Der 19-Jährige aus Boslar hat sein Abitur am Haus Overbach abgelegt und ist jetzt Jung-Profi bei Alemannia Aachen. Foto: Guido Jansen

Boslar/Aachen. Den ersten kräftigen Schub Gänsehaut hat Robert Leipertz hinter sich. Beim Testspiel zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Köln wars in der vergangenen Woche, kurz vor Schluss. Da riefen die 10.000 Menschen auf dem Aachener Tivoli lauthals seinen Namen.

„Das Gefühl war unbeschreiblich”, sagt der 19-Jährige und lächelt dabei. Es war der erste Vorgeschmack auf das, was in der Karriere des jungen Fußballprofis aus Boslar höchstwahrscheinlich noch kommt.

Seit wenigen Wochen darf sich Robert Leipertz Profi nennen. Und das auch noch bei dem Verein seines Herzens. Der Kicker aus Boslar spielt für den Drittligisten Alemannia Aachen. Für die Schwarz-Gelben hat er auch in den vergangenen vier Jahren schon gegen den Ball getreten. Seit der B-Jugend spielt er für Aachen.

„Das war damals schon ein Traum für mich”, blickt er auf die Zeit zurück, als er von Viktoria Arnoldsweiler aus nach Aachen wechselte. Schließlich ist Leipertz schon Fan der Alemannia, seit er sieben oder acht Jahre alt war. „Ich war sehr oft auf dem Tivoli.”

Jetzt beginnt nicht nur ein neues Kapitel in der Laufbahn des Talents, jetzt beginnt eine neue Welt. Der junge Mann, der im Frühjahr sein Abitur am Haus Overbach abgelegt hat, startet am Freitag mit der Alemannia in die neue Saison. Anpfiff ist um 20.15 Uhr auf der Bielefelder Alm. Dass Leipertz direkt dabei ist, gilt als unwahrscheinlich. Der Boslarer hatte ein paar Verletzungsprobleme während der Vorbereitung, kam erst spät in Tritt.

„Für mich geht es darum, den Ball flach zu halten und viel zu lernen”, sagt er. Ein wenig ist der 19-Jährige auch noch damit beschäftigt, sich zu orientieren. Auf dem Platz und abseits davon. „Das Spiel ist einfach viel schneller als in der A-Jugend”, berichtet er. „Du musst schon wissen, was du mit dem Ball machst, bevor du ihn bekommst. Sonst verlierst du ihn.”

Abseits des grünen Rasens hatte der Mittelfeldspieler schon einige Aha-Erlebnisse. Alleine schon der Gedanke daran, dass er jetzt Mannschaftskollege von Sascha Rösler ist, zaubert ein Lächeln auf seine Lippen. Denn der Routinier war einer der Spieler, denen Leipertz früher als Fan und Nachwuchsspieler zugejubelt hat. „Und jetzt sitze ich in der Kabine direkt neben ihm.”

Viel lernen will der Jungspund von den alten Hasen. Auch deswegen hat er sich dafür entschieden, in Aachen zu bleiben. Trotz des Interesses seitens des 1. FC Köln. „Bei der Alemannia habe ich die besten Chancen, mich weiter zu entwickeln”, sagt der Boslarer. Auch abseits des Fußball-Feldes. Im September fängt Leipertz eine Ausbildung zum Sport- und Fitness-Kaufmann bei der Alemannia an. Das war sein Wunsch und der seiner Eltern. „Ich will nicht mit 30 dastehen, keinen Verein mehr finden und nicht wissen, was ich dann tun kann.”

Verantwortung übernehmen - das hat der Jung-Profi schon gelernt. Nämlich zu Hause. „Ich passe schon mal auf meine jüngeren Geschwister auf”, erzählt er. Die vier jüngeren Geschwister und die Eltern sind stolz auf ihren Fußballer. Noch ein bisschen mehr, wenn er nach Hause kommt und erzählt, welchen neuen Aspekt des Profifußballs er kennen gelernt hat.

Autogramme schreiben musste er bisher so gut wie nie. Früher habe er selbst welche gesammelt. Bei der Saisoneröffnung war Robert Leipertz dann zum ersten Mal im Fokus der Autogrammjäger. „Das hat sich teilweise sehr seltsam angefühlt. So, als wenn ich träume.” Es ist das Gefühl, einen spannenden Film mitzuerleben und hin und wieder zu merken, dass man selbst die Hauptrolle spielt.

Die nächsten Gänsehautmomente werden kommen: Der erste Einsatz in einem Pflichtspiel, das erste Tor. Und wer weiß, vielleicht auch der Jubel über den Aufstieg. „Das ist unser großes Ziel, die Alemannia wieder zurück in die zweite Liga zu bringen”, erklärt Robert Leipertz.
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