Alltagskunst des schwarzen Kontinents

Von: ptj
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Afrika-Ausstellung in Rödingen: Antiquitätensammler Gerhard de Vos erklärt den Gebrauch einer Stülp-Maske der Senafo. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Als Thema für ihre Winterausstellung hatte Brigitte Habig erneut Afrika ausgewählt - und wurde dafür mit vielen interessierten Besuchern belohnt. Skulpturen, Masken, Schmuck und Gebrauchsgegenstände präsentierte der Antiquitätensammler Gerhard de Vos aus Dormagen bereits zum 18. Mal in Rödingen.

Unter den etwa 50 eindrucksvollen, zumeist hölzernen Objekten befand sich etwa ein kunstvoller Calao-Vogel mit einem bis an den Nabel heruntergezogenen Schnabel oder eine imposante hölzerne Stülp-Maske der Senafo, eines afrikanischen Stammes an der Elfenbeinküste. Erstere Skulptur steht in den Dörfern der Senafo zur Begrüßung der Gäste, letztere wird bei rituellen Tänzen übergestülpt.

Imposanter Kopfschmuck

Des Weiteren fielen Gelede-Masken ins Auge, die ausschließlich von Männern zu Ritualen und Festen getragen werden dürfen, oder „Tjiwara” (Maskenaufsätze), die den imposanten afrikanischen Kopfschmuck komplettieren.

Ein besonders hochwertiges Ausstellungsstück war eine Zebra-gestreifte, hölzerne Maske des Kifwebe-Geheimbundes. Interessant waren ebenso verzierte metallene Türen afrikanischer Getreidespeicher.

Mit Schmuck aus afrikanischen Glas- und Knochenperlen und Bakelit erweiterte Antje Swart-Spang aus Grevenbroich den Afrika-Gedanken. Die gelernte Innenarchitektin entdeckte, eingespannt in ihre Familie mit drei Kindern, ihre Liebe zum Perlensammeln und zur Schmuckverarbeitung. Sie freute sich besonders, einmal ein „Afrika-spezifisches” Sortiment präsentieren zu können.

Pulverglas-Produkte

Die Besucherinnen ließen sich von dem reichhaltiges Angebot verschieden kombinierter Ketten in allen möglichen Größen und Kreationen beeindrucken. Viele Perlen waren im leicht körnig anmutenden Pulverglas gearbeitet, einer Technik, die sich in Afrika inzwischen als eine eigenständige Kunstform etabliert hat.

Zur Herstellung wird diverses Altglas gemahlen oder mit Mörsern und Stößeln pulverisiert. Dieses wird in eine in Kaolin getauchte Form gefüllt, in die Mitte der Form wird ein Blattstengel eingebracht, der beim Erhitzen verbrennt und ein perfekt geformtes Loch in der Perle zurücklässt.

Andere Schmuckstücke sind aus Bakelitringen (duroplastischer Kunststoff auf Phenolharz-Basis) kreiert. Durch das Aneinanderreihen dünner und dicker Scheiben im Wechsel erreicht die Künstlerin Elastizität in ihren Ketten bei gleichzeitig geringem Gewicht; für sich selbst favorisiert sie jedoch die schwere Variation mit großen miteinander kombinierten Bakelitscheiben.

Mittelpunkt des Schmuckstücks ist häufig eine verzierte Metallperle, gegossen im „Lost wax”-Verfahren, einer hochwertigen Präzisionstechnik. Hierbei wird eine Negativform erstellt und mit Wachs ausgegossen. Das Wachspositiv dient als Gußvorlage für das endgültige Schmuckstück. Etwaige, im Wachsmodell sichtbare Fehler oder Unregelmäßigkeiten können bei dieser Technik in der Negativform noch korrigiert oder verbessert werden.
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