Alemannia-Anfrage: SC Jülich reagiert auf das Nein der Stadt

Von: ojo
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Jülich. Der SC Jülich 1910 hat reagiert und dem Jülicher Bürgermeister eine Erwiderung auf die Haltung der Verwaltung in der Frage der Nutzung des Karl-Knipprath-Stadions durch Alemannia Aachen verfasst.

„Zehner“-Vorsitzender Michael Lingnau und sein Vize Claus Nürnberg gehen in dem Schreiben auf die „Momententscheidung“ zur Stadionbesichtigung mit Vertretern der Alemannia ein. Darüber hätte die Stadt nicht schneller informiert werden können, weil die Anfrage aus Aachen den SCJ-Vorstand selbst „gleichsam über Nacht“ ereilte. „In einer Nachtschicht“ sei daraufhin „unter anderm die Stadt Jülich als Eigentümerin benachrichtigt“ worden.

Die „Zehner“-Chefs monieren in dem Brief, dass der Sportausschuss am 28. Februar eine Entscheidung auf der Basis fehlender Informationen getroffen habe. Alemannias Insolvenzverwalter und Insolvenzgeschäftsführer Mönig habe „persönlich gegenüber unserem Verein die volle finanzielle Einstandspflicht der Alemannia für sämtliche aufzubringenden Kosten“ im Zuge der baulichen Ertüchtigung des Stadions zum Spielort für die 3. oder 4. Liga erklärt. Dieses Schreiben sei am gleichen Vormittag an Dezernentin Katarina Esser durchgeleitet worden, aber „lag den Ausschussmitgliedern offenbar nicht vor oder wurde zumindest inhaltlich nicht oder nicht hinreichend zur Kenntnis genommen.“

Mittlerweile habe der Jülicher CDU-Vorstand und seit Montag die gesamte CDU-Fraktion im Rat beschlossen, „ergebnisoffene Verhandlungen mit dem Aachener Traditionsverein ausdrücklich zu befürworten“ – falls es eine Anfrage geben sollte. „Aus anderen Parteien werden gewiss auch noch aktuelle Meinungsbildungen auf der Grundlage der wahren Fakten zu erwarten sein.“

Selbstverständlich werden Verhandlungen bei weiteren Anfragen der Alemannia „nur in Konsens“ mit den Verantwortlichen in Rat und Verwaltung geführt, versichern Lingnau und Nürnberg.

Über die juristische Auslegung des Stadionnutzungsvertrags zwischen Stadt und SC Jülich 10/97 wolle man derzeit keine „endlosen Debatten“ führen. Die von der Stadt selbst angeführten Passagen dürften entgegen der „bisherigen Auffassung für die Hoheit unseres Vereins sprechen, selbst bestimmend mit anderen Vereinen über eine Fremdnutzung zu verhandeln, sofern diese für die Stadt kostenneutral ist“.

Neben der Betonung, welche positive Bedeutung eine Kooperation mit der Alemannia für die Stadt haben könnte, fordern die „Zehner“-Funktionäre vom Bürgermeister einen anderen, von Achtung geprägten Umgang mit ehrenamtlich tätigen mündigen Bürgern ein. Die „zukunftsweisende Projektidee“ der Kooperation mit Alemannia Aachen „sollte doch auch und gerade Sie und die Jülicher Exekutive ... inspirieren“. Aufgabe der Stadtväter soll Motivation der nicht gerade wachsenden Zahl an Ehrenamtler sein und nicht das Zurückdrängen von Engagement.

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