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Aldenhovener „Wunderkiste“ gegen Wegwerfmentalität

Von: gre
Letzte Aktualisierung:
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Die beiden Aldenhovener Neubürger Rafal und Danuta aus Polen konnten in der „Wunderkiste“ Brauchbares finden. Rechts Pfarrer Cervigne, links „Hausmeisterin“ Bärbel Labudde. Foto: Greven

Aldenhoven. Für das polnische Ehepaar Rafal Futkowski und Danuta Futkowska, das erst seit kurzer Zeit mit seinen drei Kindern in Aldenhoven eine neue Heimat gefunden hat, hat sich die kleine grüne „Wunderkiste“ gegenüber dem Portal der Evangelischen Kirche als Segen erwiesen. Sie fanden hier etwas, was ihnen in ihrem Haushalt noch fehlte.

Auf der Seitenwand der kleinen wetterfesten Holzbude stehen die Großbuchstaben AWA. Die AWA Entsorgung GmbH hat diese Kiste im Rahmen der Europäischen Woche zur Abfallvermeidung aufgestellt, übrigens die erste im Kreise Düren, wie AWA-Abteilungsleiter Hermann-Josef Ostlender vor Ort erklärte. In der Hütte, die mit Regalen und Kleiderstange ausgestattet ist, können Bürger Dinge ablegen, die sie nicht mehr brauchen.

Es sollten Sachen sein, die sauber und nutzbar sind, von Kleidern über Geschirr, Bücher bis zu Plüschtieren und sonstigem Kinderspielzeug, sagt Pfarrer Charles Cervigne. Bärbel Labudde sorgt dafür, das alles wohlgeordnet bleibt. Der Umschlag ist enorm, ständig werden hier Sachen eingeliefert und andere mitgenommen. Zurzeit wartet sogar ein Rollator auf einen Abnehmer. Nach der „Hausordnung“ darf jeder brauchbare Dinge abliefern und auch mitnehmen. Es sollten aber keine Putzmittel, Chemikalien oder Waren mit gesetzlicher Altersbeschränkung wie etwa Spirituosen sein.

Nach zwei Wochen sollte man mal nachschauen, ob die Sachen noch da und wenn ja wieder mitnehmen, um Platz für andere „Wunder“ zu machen. „Und bitte weitersagen, damit auch andere von der Wunderkiste profitieren.“

Cervigne ist der Auffassung, dass die Kirchen als große gesellschaftliche Einrichtungen aufgerufen sind, negativen Begleiterscheinungen des Wachstum entgegenzuwirken wie Ressourcenverschwendung und Wegwerfmentalität. Im Evangelischen Kirchenkreis hat man begonnen, sich diesem Thema zu widmen. Abgesehen von den damit verbundenen sozialen Aspekten kommt ihm die „Wunderkiste“ gegenüber dem Kirchenportal gerade recht. Jedenfalls hat sie vom ersten Tag an seine Erwartungen erfüllt.

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