Aldenhovener müssen für Gewässerunterhaltung Gebühren zahlen

Von: Antonius Wolters
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Der Merzbach schlängelt sich durch den Römerpark: Auch dieses Gewässer liegt im Einzugsbereich der Unteren Rur. Foto: Mengel-Driefert

Aldenhoven. Im Sitzungssaal des Aldenhovener Rathauses, den die Feuerwehr auf Temperatur gebracht hatte, versammelten sich etliche Landwirte auf den Zuschauerplätzen, als der Gemeinderat am Donnerstag die Kalkulation der umstrittenen Gewässerunterhaltungsgebühr erörterte.

Das entsprechende Gutachten erläuterte Dr. Wolfgang Kampfmann vom Ingenieurbüro Fischer, das von der Gemeinde mit den Berechnungen betraut worden war. Wie Kampfmann ausführte, sind die rechtlichen Vorgaben für die Gebührenberechnung recht dünn. Im Landeswassergesetz ist lediglich festgehalten, dass versiegelte Flächen höher und Waldflächen geringer belastet werden. Diese Anteile und die für Acker- und Wiesenfläche sind für das Aldenhovener Gemeindegebiet erfasst.

Als Grundlage für die Gebührenberechnung wurde das geeichte Niederschlags-Abflussmodell „Mittlere Rur“ herangezogen, das bei 100 Prozent für versiegelte Flächen 8,6 Prozent für Feld/Wiese und 1,9 Prozent für Waldflächen ermittelt hat. Das Gros des Gemeindegebietes Aldenhoven wird mit mehr als 92 Prozent Richtung „Untere Rur“ entwässert, knapp acht Prozent liegt im Einzugsgebiet der Inde und weniger als ein halbes Prozent im Einzugsbereich der Wurm.

Weitere Parameter, die in die Gebührenkalkulation eingingen, waren die repräsentative Reihe der Niederschlagsstation Eschweiler für die Jahre 1984 bis 1990 sowie die umlagefähigen Kosten für die Gewässerunterhaltung laut Vorausbescheid des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) für kommendes Jahr in Höhe von gut 185.000 Euro.

Der Gutachter berichtete, dass rund ein Drittel der Gesamtkosten von der Gemeinde zu tragen ist. Den Rest müssen die Grundstückseigentümer tragen. Die Gebührensätze unterscheiden sich je nach Einzugsgebiet der Gewässer nur leicht: Im Bereich Untere Rur sind es 24 Euro je Hekar Ackerfläche, im Einzugsbereich der Inde 18 Euro und im Bereich Wurm 26 Euro je Hektar Acker- oder Wiesenfläche. Bei Waldflächen liegen diese Werte bei fünf, vier und sechs Euro pro Hektar.

„Diese Gebührenverteilung geht nicht“, lehnte Ortslandwirt Heinz-Willi Meyburg, der Rederecht hatte, das Ergebnis rundweg ab. „Wir sitzen auf einem Standort bester Güte“, sieht er die Speichermöglichkeit des Lößbodens höchster Qualität, der rund um Aldenhoven eine Mächtigkeit von bis zu dreieinhalb Meter erreicht, nicht ausreichend berücksichtigt. Zudem kritisierte Meyburg, dass Niederschlagsmengen „aus der Voreifel“ in die Berechnungen einbezogen wurden.

Gleichwohl vertraut der Gemeinderat mehrheitlich dem Gutachten und beschloss bei fünf Gegenstimmen die Gebührensatzung, die übrigens in einem Jahr wieder geändert werden kann.

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