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Aldenhovener Bündnis mobilisiert gegen Rechts

Von: gre
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Versammlung des Aldenhovener Bündnisses gegen Rechts: In der Gemeinde sind die extremistischen Umtriebe besorgniserregend geworden. Foto: Greven

Aldenhoven. Das Aldenhovener Bündnis gegen Rechts will nach den jüngsten rechtsextremistischen Vorfällen die Bevölkerung stärker gegen die Neonazis in der Gemeinde mobilisieren. Auch der Gemeinderat wird in die Pflicht genommen.

Er soll eine Resolution mit dem Tenor „Die Bürgerschaft von Aldenhoven duldet keinerlei Form von Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass in der Gemeinde“ beschließen.

In dem Schriftsatz unterstreicht das Bündnis das über Jahrzehnte bestehende friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft, Religion und Kultur, welches zur „selbstverständlichen Identität Aldenhovens“ gehöre. Daher dulde man es keinesfalls, dass die Erinnerung an die ehemaligen Aldenhovener Bürger jüdischen Glaubens, die unter der Verfolgung der nationalsozialistischen Machthaber gelitten haben, in den Schmutz gezogen, verhöhnt und verleugnet wird.

Position bezogen

Auf der alljährlich stattfindenden Versammlung des Bündnisses gegen Rechts, zu der sich viele Bürger im Evangelischen Gemeindezentrum versammelt hatten, kam aus dem akribischen Rechenschaftsbericht von Ursula Jumpertz über das verflossene Jahr zum Ausdruck, dass jetzt klar und unmissverständlich Position bezogen werden müsse.

Denn zahlreiche konkrete Fälle des letzten Jahres, insbesondere in allerjüngster Zeit gefährdeten das friedliche Zusammenleben im Ort.

Mehrere Male war die evangelische Kirche, das „geistige Zentrum des Bündnisses“, Ziel von Angriffen, weiter die Stele im Römerpark, die an die ermordeten jüdischen Mitbürger erinnert, die Bodenplatte vor dem ehemaligen jüdischen Gebetshaus in der Alten Turmstraße, das Haus des Künstlers Karl-Heinz Schumacher, der die Stele entworfen hatte, die Gaststätte eines marokkanischen Mitbürgers und noch einige andere.

Wahrscheinlich wegen der vielen Mitbürger mit ausländischen Wurzeln und des friedlichen Miteinanders hat sich die Neonazi-Szene Aldenhoven als Zielort ausgewählt, hieß es auf der Versammlung.

Man dürfe die rechten Umtriebe keinesfalls bagatellisieren. „Es sind keine „Dummen-Jungen-Streiche“, betonte Pfarrer Charles Cervigne. Er vermutet, dass die Aktionen von „Hintermännern“ veranlasst und finanziert werden. Einige Plakatierungen haben Ähnlichkeit mit dem Jargon der 30-er Jahre.

Polizei und Staatsschutz nähmen die Vorfälle in Aldenhoven ernst. Man müsse aufmerksam sein nach dem Motto „Wehret den Anfängen“.

Auf Veranlassung des Bündnisses habe es im letzten Jahr viele „Gegenmaßnahmen“ gegeben, die vor allem der Aufklärung der Jugend dienen, wie beispielsweise Besuche von Konzentrationslagern, und den Stätten des Widerstandes gegen das Hitler-Regime in Berlin. In der offenen Jugendarbeit, mit den Realschülern, den Konfirmanden und Firmlingen seien diese Themen ebenfalls besprochen worden.

Viele Vorschläge

Aus der Versammlung heraus wurden viele Vorschläge für Projekte gemacht, um zu dokumentieren, dass Aldenhoven ein multikultureller Ort sei und bleibe und dass für neonazistisches Gedankengut kein Platz sei. Man hofft, dass solche Veranstaltungen auch eine gewisse Strahlkraft in die umliegenden Orte haben. So sollen an den Ortseingagen „Kein Platz für Rassismus“-Schilder angebracht. Sollte die Gemeinde dies nicht finanzieren können, sollten Sponsoren angesprochen werden.

Auch kam der Vorschlag, den alljährlichen „Tag der Nationen“ in der Gemeinde stärker zu akzentuieren. Auch sollte die Aufklärungsarbeit über die Schulen, Kirchen und Vereine etwa mit Flyern verstärkt werden, hieß es.

Der Sprecherkreis des Bündnisses gegen Rechts um Cervigne wurde im Wesentlichen wiedergewählt mit einigen Zugängen. Einmütig gab die Versammlung dem Sprecherkreis das Mandat für seine weitere Arbeit in dem bisherigen Sinne.

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