Aldenhovener Bauschutt-Deponie wird ausgebaut

Von: gep
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Abbruch eines Hauses in einem Dorfkern: Den Bauschutt lagert das Unternehmen Davids auf der Deponie in Aldenhoven ab. Foto: gep

Aldenhoven. Das Kies- und Abbruchunternehmen Franz Davids, Geilenkirchen, hat vor dem Aldenhovener Bauverwaltungsausschuss die Ausbaupläne für die Deponie vorgestellt. Wie Juniorchef Willy Davids versicherte, „werden gefährliche Abfälle nicht beantragt.“ Seine Ausführungen überzeugten den Ausschuss.

Dessen Vorsitzender Reinhard Paffen (CDU) fasste zusammen: „Ich bin sicher, um die Unbedenklichkeit zu gewähren, werden Sie alles Erdenkliche tun.“

Nachdem der Ausschuss einstimmig grünes Licht gegeben hat, werden die Gemeinde und das Unternehmen gemeinsam eine entsprechende Änderung des Regionalplans bei der Bezirksregierung Köln einleiten. Hans-Otto von der Heide, Geschäftsführer von der VDH Projektmanagement GmbH, Erkelenz, ist zuversichtlich: „Ich sehe überall grünes Licht, das ist selten.“ Schließlich werde der Deponiebedarf vom Land ermittelt. Und klar sei in diesem Zusammenhang, dass „bewährte Standorte erweitert werden“.

Davids will die bestehende Deponie der Klasse 0 (DK 0) an der L 228, auf der unbelasteter Boden und Bauschutt zur Verfüllung der Sand- und Kiesgrube abgelagert werden, um eine Deponie der Klasse 1 (DK 1) erweitern. Wie bisher sollen im Jahr 350.000 Kubikmeter angefahren werden. Die Lärm- und Staubbelastung werde gering bleiben, versicherte Davids.

Die DK 1-Grube soll Bau- und Abbruchabfälle sowie Reststoffe aus thermischen Prozessen wie Aschen, Stäube und Schlacken sowie Siedlungsabfälle wie Straßenkehricht, Restmaterial aus der Schornstein- und Kanalreinigung und biologisch nicht abbaubare Friedhofsabfälle aufnehmen. Der Bedarf resultiere aber vor allem daraus, dass für Boden-Bauschutt-Gemische erhöhte Umweltauflagen gelten würden.

Der Befürchtung, es könne trotz Kontrollen zur Anlieferung und Ablagerung von gefährlichen Müll kommen, trat Davids mit dem Hinweis entgegen, dass Entsorgungshinweise Pflicht seien, Bodensanierungen gutachterlich begleitet würden und „Man kennt seine Kunden“. Endgelagert werden etwa 20 Jahre insgesamt 3,5 Millionen Kubikmeter auf rund 26 Hektar.

Willy Davids betonte, dass die Nachsorge, die dem Unternehmen auferlegt sei, „ziemlich lang“ sei. Berücksichtigt sei auch, dass der Grundwasserspiegel im Laufe der Jahrzehnte wieder auf das Niveau des Jahres 1955 ansteigen werde. Abgedichtet werde der Deponiekörper komplett mit Deponieton aus dem dort befindlichen Frauenrather Sprung und mit Kunststofffolie. Nach dem Ende der Ablagerung erhalte die Deponie eine gewölbte Oberfläche. Dieses „Dachprofil“, einige Meter über Grund, gewährleiste, dass kein Oberflächenwasser in den Deponiekörper eindringen könne. Das Wasser werde an den Rändern versickern.

Da das Abdichtungssystem der DK 1 insgesamt qualitativ besser sei, seien negative Einflüsse auf den Boden und das Grundwasser sicher ausgeschlossen.

Für die nahe gelegene Ortschaft Engelsdorf, die mittlerweile seit Jahrzehnten von Hochwasser heimgesucht wird, bestehe wegen der Randversicherung also keine Gefahr, versicherte Davids auf Nachfrage. „Nichts wird überschwemmt.“ Auch füge sich das aufgeschüttete Areal in der Endform in die umgebende leicht hügelige Landschaft ein.

Im Zuge der Kultivierung entstünde wieder Ackerland. Aber auch Biotope seien geplant. Dabei werde auf kleinen Bewuchs geachtet, denn Bäume könnten die Deponieabdichtung durchwurzeln.

Dass sich die Verschmutzung der L 228 durch den Lastwagenverkehr in Grenzen hält, war das größte Anliegen des Ausschusses.

Wie Davids dazu ausführte, werden auf dem Deponiegelände die Schwemme zurückverlegt und 600 Meter zusätzlich asphaltiert, sodass sich die „Abrollstrecke“ für den an den Fahrzeugen anhaftenden Dreck verlängere. Und „wir kehren“, versicherte der Unternehmer. Allerdings werde die Landesstraße „nicht immer ordnungsgemäß sauber“ sein können. Auf Anregung des Ausschusses sollen Straßenschilder mit dem Hinweis „Verschmutzte Fahrbahn“ aufgestellt werden. Paffen: „Wir stellen fest, dass Sie sich bemühen.“

Fragen wurden auch zu den auf der Deponie bereits stehenden und geplanten Windrädern gestellt. Davids versicherte, dass die Anlagen ausreichend fundamentiert und damit standsicher seien. Die in der Gemeinde geltenden Abstände von 800 Metern zur Wohnbebauung und 500 Metern zu Einzelgehöften würden eingehalten.

Nach einer Analyse der VDH-Ingenieure wird DK 1-Raum insbesondere im Regierungsbezirk Köln immer knapper. So sehe das Abfallwirtschaftskonzept des Kreises Düren vor, DK I-Abfall nach Brügge/Belgien zu transportieren. Hier finde also Müll-Tourismus „trotz administrativer Hürden“ statt.

Die Situation werde sich noch verschärfen, denn schärfere gesetzliche Auflagen würden dazu führen, dass zwangsläufig Abfälle, die heute im Baustoffrecycling und im Landschaftsbau Verwendung fänden, künftig deponiert werden müssten.

Derzeit werden in der Aldenhovener DK 0-Grube, die zu rund 97 Prozent aus den Kreisen Düren, Heinsberg und der Städteregion Aachen angefahren wird, jährlich 300.000 Tonnen endgelagert. Davon bestehen 120.000 Tonnen aus Boden und Steinen. Die restlichen Mengen sind Gemische aus Bodenaushub mit mineralischen Beimengungen (Beton, Ziegel, Keramik) in der Größenordnung von zehn Prozent und mehr. Unbelastete mineralische Abfälle wie Beton, Ziegel usw. werden recycelt und wiederverwertet.

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