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Aldenhoven will Jobcom-Standort werden

Von: gep
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Blick in den Flur im Erdgeschosses des Aldenhovener Rathauses, in dem sich die sechs speziell ausgestatteten Büros der Jobcom befinden. In der Mitte Bürgermeister Lothar Tertel. Foto: gep

Aldenhoven. Die Gemeinde Aldenhoven will dritter Standort der Jobcom des Kreises Düren, die die erwerbsfähigen Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und deren Angehörige betreut, werden. Dies fordern Bürgermeister Lothar Tertel und der Gemeinderat.

Sie wenden sich damit gegen die Absicht von Landrat Wolfgang Spelthahn, die Jobcom auf die Standorte Düren und Jülich zu konzentrieren. Dadurch soll, so heißt es, „ein kleiner fünfstelliger Betrag“ eingespart werden. Spelthahn begründet die Konzentration mit der Sicherheit der Mitarbeiter. In Heimbach war der dortige Jobcom-Beschäftigte mit einem Messer attackiert worden.

Doch Aldenhoven sei „keine Kleinstdienstelle“ wie in Heimbach, erläutert Tertel. Im Erdgeschoss des Rathauses arbeiten sechs Jobcom-Mitarbeiter. Für sie wurden seinerzeit bei der Teilsanierung des Rathaus sechs Büros speziell hergerichtet einschließlich Besprechungszimmer und Teeküche mit zwei Bistro-Sitzplätzen, aber auch sicherheitstechnisch mit Alarmknöpfen und Brandschutztüren ausgestattet. Das alles, so Tertel, sei in Absprache mit dem Kreis geschehen. An Miete für diese Räumlichkeiten zahlt der Kreis 37.500 Euro. Die Kosten des Umbaus waren seinerzeit auf etwa 32 000 Euro beziffert worden.

Dass der Kreis zum Ende des Jahres den Mietvertrag gekündigt hat, stößt durchweg auf Unverständnis. Aldenhoven, so argumentiert Ratsherr Udo Wassenhoven (SPD), sei nach der Stadt Düren „die Pro-blemgemeinde im Kreis“. Die Zentralisierung der Jobcom-Dienststellen bedeute, dass künftig zehn Prozent der Bevölkerung nach Jülich fahren müssten.

„Aldenhoven ist ein Sonderfall“, betont auch der Bürgermeister. Richtig sei, dass 68 Prozent der Jobcom-Klienten in Jülich und Düren wohnten, aber Aldenhoven eingerechnet seien es 75 Prozent aller Bedarfsgemeinschaften nach Sozialgesetzbuch (SGB) II im Kreis. Das spreche für einen dritten Standort. In Aldenhoven wohnen 645 Bedarfsgemeinschaften, in Titz aber nur etwa 100. In Düren sind es rund 6200, in Jülich 1200.

Dieter Froning von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) hält den Sicherheitsaspekt für ein „vorgeschobenes Argument“. Es gehe dem Kreis um „Kostenreduzierung“. Sozialdemokrat Wassenhoven vermutet dahinter Kalkül: „Je weiter der Sachbearbeiter, desto weniger Kunden, desto geringer die Kosten“ für die Jobcom.

Unter dem Strich muss die Gemeinde nach derzeitigem Stand künftig einen hohen Leerstand verkraften. Einschließlich der Räume im nicht sanierten Anbau werden ab Januar insgesamt 17 Büros ungenutzt sein. Dabei war sogar das Trauzimmer im Erdgeschoss wegen des Raumbedarfs der Jobcom ausgelagert worden.

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