alemannia logo frei Teaser Freisteller

Aldenhoven trauert um seinen Seelsorger

Von: gre
Letzte Aktualisierung:
5703375.jpg
Subsidiar Josef Hirsch ist tot. Das Foto entstand im August 2012. Foto Greven Foto: Greven

Aldenhoven. Subsidiar Josef Hirsch ist tot. Er verstarb nach schwerer Krankheit am vergangenen Mittwoch an seinem letzten Wohnsitz in Baesweiler. Mit Josef Hirsch verlieren die Pfarreien Aldenhoven, Freialdenhoven, Schleiden und Siersdorf ihren Seelsorger, den alle, die ihn kannten und erlebten, von ganzem Herzen liebten.

Sein Wirken im Raume Aldenhoven war leider nur sehr kurz. Erst nach seiner Pensionierung kam er 2007 als Subsidiar in den Aldenhovener Raum. Josef Hirsch wurde am 17. Mai 1937 in Mönchengladbach-Windberg geboren.

Eigentlich wollte er Elektrotechnik studieren. Während eines Vorpraktikums in einer Maschinenfabrik traf Hirsch jedoch den Entschluss, Priester zu werden. Nach dem Theologiestudium wurde er 1962 in Mönchengladbach zum Priester geweiht.

Geprägt wurde Josef Hirsch durch das Zweite Vatikanische Konzil. Sein großer Hoffnungsträger war Johannes XIII. Er blieb auch sein Vorbild. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil von 1962 bis 1965 öffnete sich die Kirche mit fast revolutionären Beschlüssen der Welt, ein Beispiel ist etwa die Liturgiereform.

Hirschs Haltung kam auch in seinen stets beachtenswerten Predigten zum Ausdruck. Seine Kirche war die „Kirche der Armen“. Die immer wieder bei kirchlichen Großveranstaltungen auftretenden Feudalstrukturen passten nicht in sein Weltbild. Seine Aussage: „Die Kirche ist meine Heimat, nicht die Amtskirche, sondern die Menschen in dieser Kirche.“

Er liebte die Menschen, und die Menschen liebten ihn. Genau in diesem seinem Sinne feierte er auch am 26. August des vergangenen Jahres in der Pfarrkirche St. Martinus Aldenhoven sein goldenes Priesterjubiläum, ganz schlicht, ohne Pomp, ohne Vertreter der Amtskirche. Umso liebevoller gingen die Vertreter der Pfarrgemeinderäte mit ihm um, in einer ganz lockeren Zirkusatmosphäre.

Thomas Uerlichs dankte ihm, „dass sie uns allen zum väterlichen Freund geworden sind, der aus seinem Leiden an der Kirche keinen Hehl macht“, und zum Abschluss erhielt Hermann-Josef Meurer , vorsitzender des Pfarrgemeinderates, großen Beifall für sein Wort: „Gäbe es mehr Priester Deines Kalibers, dann wäre auf der Erde mehr vom Reich Gottes zu spüren. Dabei sind deine aufmunternden und couragierten Töne ebenso wichtig wie die nachdenklichen und mahnenden.“

Messe am Mittwoch

Dieser Haltung von Josef Hirsch wird auch die Verabschiedung von ihm entsprechen. In der Kirche von St. Martinus Aldenhoven wird am Mittwoch, 19. Juni, um 14 Uhr der Auferstehungs-Gottesdienst gefeiert.

Josef Hirsch, dem immer wieder die „arme, priesterlose Kirche“ als Zukunftsvision vorschwebte, geht auch so seinen letzten Weg. Sein Wunsch war, dass ein Laie, Thomas Uerlichs, predigen wird. Im Anschluss an den Gottesdienst findet die Beisetzung der sterblichen Hülle auf dem Friedhof in Alsdorf-Kellersberg, Mariadorfer Straße statt. Hier war Josef Hirschs erste Kaplanstelle.

Am Sonntag, dem 23. Juni 2013, wird in Aldenhoven in der um 11 Uhr beginnenden Eucharistiefeier des verstorbenen Seelsorgers gedacht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert