Aldenhoven Testing Center öffnet seine Türen

Letzte Aktualisierung:
7417727.jpg
Panorama-Blick auf das Aldenhoven Testing Center (ATC): Wo früher die Zeche Emil Mayrisch Steinkohle förderte, testen Ingenieure die Kfz-Technik der nächsten Generation Im Hintergrund die Bergehalde der geschleiften Siersdorfer Schachtanlage. Foto: Zantis

Siersdorf. Kurz vor der Vollendung öffnet das Aldenhoven Testing Center (ATC) seine Pforten. Am Samstag, 12. April, findet auf dem ehemaligen Zechengelände in Siersdorf, auf dem die Fahrzeugtechnik der nächsten Generation getestet wird, ein Tag der offenen Tür von 11 bis 16 Uhr statt.

Wie Dipl.-Ing. Maciej Foltanski, einer der drei ATC-Geschäftsführer, erläutert, können Besucher das Gelände zu Fuß oder auf dem Fahrrad erkunden. Später soll es einen Shuttle-Service geben. Ob es auch Vorführungen geben wird, sei noch fraglich, schildert Foltanski den Stand der Vorbereitungen. Aber sicherlich würden einige Testfahrzeuge zu besichtigen seien. Ferner stünden ATC-Mitarbeiter zur Verfügung, um Fragen zu beantworten. Für das leibliche Wohl soll gesorgt sein – unter anderem mit Imbiss- und Getränkeständen.

Das Aldenhoven Testing Center (ATC) of RWTH Aachen University GmbH ist eine Tochter des Kreises Düren und der RWTH Aachen. Die RWTH-Institute für Kraftfahrzeuge (ika), für Verbrennungskraftmaschinen (VKA) und für Regelungstechnik (IRT) haben sich finanziell neben der RWTH selbst und dem Kreis direkt beteiligt. Der Kreis Düren hatte für den ersten Bauabschnitt das Grundstück und zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die Hochschule war mit insgesamt drei Millionen Euro als Partner eingestiegen.

Zweiter Bauabschnitt

Vor knapp einem Jahr war mit dem Spatenstich zum zweiten Bauabschnitt der Endbau des Mobilitätstestzentrums in Angriff genommen worden. Neben der bereits seit 2009 in Betrieb befindlichen Fahrdynamikfläche wurden im zweiten Abschnitt nach der Erschließung vor allem ein Ovalkurs, eine Bremsenstrecke, eine Schlechtwegstrecke, ein Handlingkurs sowie ein Steigungshügel angelegt. Die Gesamtkosten für den diesen Bauabschnitt betragen insgesamt rund 9,5 Mllionen, von denen 80 Prozent das Land NRW übernommen hat.

Dem ehemaligen Zechengelände wird damit endgültig eine zukunftsweisende Nutzung zuteil. Das Besondere des Testzentrums: „Es ist offen für alle interessierten kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), die Forschungen auf dem Gebiet der Mobilität durchführen wollen und dafür ein Prüfgelände benötigen“, so die ATC-Geschäftsführung.

Die Zielsetzungen des Testzentrums sind vielfältig: Zum einen geht es um Verbesserung der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit durch die Entwicklung und Erprobung moderner Assistenzsysteme. Der Fahrer soll in kritischen Situationen gewarnt werden, Empfehlungen erhalten oder durch aktive Eingriffe unterstützt werden. Daneben können auch Fragestellungen rund um den Verbrennungsmotor erforscht werden – etwa die Verminderung des Schadstoffausstoßes, der Lärmemissionen und des Kraftstoffverbrauchs. Im Fokus stehen ferner hybride Antriebskonzepte und Brennstoffzellensysteme.

Die Strecken des zweiten Bauabschnitts ergänzen das Testgelände mit einer Ovalbahn, Bremsflächen mit hohem und niedrigem Reibwert, einem Handlingkurs sowie einem Steigungshügel. Diese Strecken sind erforderlich, um die Forschung an Fahrzeugen und deren Subsystemen in ihrer Gesamtheit zu ermöglichen. Verschiedene Fahrsituationen wie beispielsweise eine Kolonnenfahrt, die Wirkung von Assistenzsystemen wie Abstandsregelung, Kurvenerkennung und -warnung oder auch die Untersuchung von Kollisions- und Kreuzungssituationen lassen sich hier sicher und ohne Behinderung des realen Verkehrs untersuchen.

Der rund zwei Kilometer lange Ovalkurs stellt das zentrale Element des Testzentrums dar. Er umfassst drei Fahrspuren und erlaubt Geschwindigkeiten bis etwa 110 km/h. Die Bremsenstrecke mit verschiedenen bewässerbaren Reibbelägen ermöglicht Tests von Bremsmanövern. Hier können Bremssysteme, Anfahrsysteme und Reifen auf ihre Wirkung bei Nässe, Trockenheit und wechselnden Bedingungen überprüft werden.

Auf der Schlechtwetterstrecke stehen verschiedene Straßenbeläge und Hindernisse zur Verfügung, um Fahrkomfortbewertungen durchzuführen. Dabei lassen sich die Auswirkungen von Kopfsteinpflaster, Plattenstößen und aufschraubbaren Hindernisse auf den Fahrkomfort studieren.

Der Steigungshügel besitzt Steigungen in Höhe von 5, 12 und 30 Prozent. Die Fahrbahn mit 12 Prozent Steigung ist bewässerbar. Hier können Reifen, Getriebe und Kupplungen bei Fahrmanövern wie Anfahren am Berg erprobt werden. Der Handlingkurs umfasst verschiedene Kurvenradien, um Fahrverhalten und Fahrwerke in Extremsituationen zu testen.

Möglich sind auch Versuche im Hinblick das künftige europäische Galileo-Satellitensystem. Sechs Sendestationen simulieren Galileo-Signale, die die Testfahrtzeuge empfangen und steuern können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert