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Aktionsbündnis fordert: „Jülich soll zu seiner Verantwortung stehen“

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Hoch hinaus: Die Umweltaktivistin Cécile Lecomte bringt die Zeichen des Protests über der Straße zum Forschungszentrum an. Foto: Jansen
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Die Unterstützer des Aktionsbündnisses „Stop Westcastor!“ haben ihre Resolution vor dem Forschungszentrum angebracht. Foto: Jansen

Jülich. Sie nennen sie Eichhörnchen. Cécile Lecomte ist Umweltaktivistin und kann klettern. Deswegen der Spitzname. Ihre Kletterkünste waren am Mittwoch vonnöten, um eine Protestaktion des Aktionsbündnisses „Stop Westcastor!“ vor dem Forschungszentrum sichtbar zu machen.

Die Mitstreiter des Bündnisses und andere Menschen, die nicht einverstanden sind mit dem Umgang des Forschungszentrums mit seiner atomaren Vergangenheit, haben eine Mahnwache abgehalten. Lecomte hangelte sich an einem zwischen Bäumen gespannten Seil entlang vor dem Haupteingang des Forschungszentrums, um zwei Banner und ein Plakat aufzuhängen.

Auf dem Plakat ist die Westcastor-Resolution abgedruckt, die vor rund vier Wochen veröffentlicht wurde und bisher nach Angaben des Bündnisses von 71 Initiativen, Verbänden und Parteien unterzeichnet worden ist. Marlies Schmidt, Atomkraftgegnerin aus Wegberg, unterstützt das Bündnis und formulierte zwei Forderungen: mehr Transparenz bei den Entscheidungen über die Zukunft der 152 Jülicher Castoren, die radioaktive Kugeln aus dem Versuchsreaktor der einstigen Kernforschungsanlage enthalten. Zweitens: „Das Forschungszentrum Jülich soll zu seiner Verantwortung stehen. Der Atommüll ist hier entstanden, hier gibt es das Know-how, wie damit umgegangen werden soll. Also soll hier ein neues Zwischenlager gebaut werden“, sagte Schmidt. Das Bündnis ist gegen Transporte in das Zwischenlager Ahaus und gegen einen Transport in die USA.

Das sind die anderen Optionen, die im Raum stehen und die am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag diskutiert wurden. Der Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (CDU) berichtete aus der Diskussion, in der die drei Zwischenlager-Optionen beleuchtet wurden. Das Zwischenlager in Ahaus werde, so Wirtz, ständig modernisiert und sei auf dem neuesten Stand der Technik. Dem widerspricht das Bündnis. Stattdessen sei das Lager in Ahaus in einem ähnlich schlechten Zustand wie das Jülicher. Der Unterschied sei, dass es für Ahaus eine Lagergenehmigung gebe, in Jülich ist diese abgelaufen. Der Müll ist trotzdem noch in Jülich, weil es keine Genehmigung für den Transport gibt.

Das Bündnis moniert auch die Informationspolitik. Die finde nicht statt, obwohl mehrfach Transparenz versprochen worden sei. „Da werden klammheimlich Dinge eingetütet, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt“, sagte Schmidt und führte Kenntnisse über Pläne für Transporte nach Ahaus oder in die USA an.

Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor!“ demonstriert regelmäßig im Herbst vor dem FZJ, immer dann, wenn der Jahresempfang stattfindet, in dessen Rahmen sich auch die Gesellschafter der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) treffen. Dieses Treffen finde mittlerweile streng abgeschirmt statt.

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