Düren - Ärger und Sorge über „zugeklebte Busse”

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Ärger und Sorge über „zugeklebte Busse”

Von: smb
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Düren. Busse, deren Scheiben großflächig mit Werbung beklebt sind, sind dem Fahrgastbeirat des Kreises Düren ein Dorn im Auge. „Vor allem für ältere Menschen und Menschen mit Sehbehinderungen ist diese Werbung ein Problem”, sagt Georg Schmitz, der für den Verkehrsclub Deutschland im Beirat sitzt.

Die flächendeckende Werbung erschwere die Orientierung und mache sie für manche gar unmöglich. Manchen Passagieren würde wegen der Werbung sogar schwindelig. Daneben würde die Werbung für alle die Sicht versperren und damit den Komfort einer Busfahrt vermindern.

„Im Kreis Düren sind bisher zum Glück nur wenige zugeklebte Busse unterwegs”, sagt Beiratssprecher Thomas Dürbaum. Man wolle sich jedoch positionieren und einsetzen, bevor die Werbung solche Ausmaße annehme, wie das zum Beispiel in Aachen der Fall sei. „Untenrum ist genug Platz für Werbung”, sagt Dürbaum.

„Ein Sicherheitsproblem sind die Folien nicht”, sagt Kreisbahn-Geschäftsführer Bernd Böhnke. Die Folie sei geprüft. Wenn die Scheibe im Notfall zerschlagen werde, würde die Folie dies nicht verhindern. Gleichwohl setze die Kreisbahn nicht auf diese Form der Werbung. „ÖPNV muss attraktiv sein, vor allem im Vergleich zum Auto. In diesem Attraktivitätskampf müssen wir bestehen”, sagt Böhnke.

Gegen kleine Klebeelemente auf den Scheiben oder eine schmale Eigenwerbung des Verkehrsverbundes richte sich die Kritik des Fahrgastbeirates nicht - und damit richte sie sich auch nicht gegen die Dürener Kreisbahn, sondern an das Subunternehmen RVE.

Ralf Droste, Sprecher der Bahntochter RVE, verweist gegenüber der DZ ebenfalls auf Subunternehmer. Für die Flotte des RVE gelte die Regel, dass maximal ein Drittel der Fensterfläche (Heck- und Windschutzscheibe ausgenommen) beklebt werden dürfe. In den Verträgen mit anderen Unternehmen sei diese Limitierung jedoch nicht enthalten. Bei den eigenen Bussen achte man darauf, dass sie nicht übermäßig mit Werbung beklebt würden. In „geringem, vertretbarem Maße” hält der RVE die Werbung nicht für kritisch. Großflächige Fensterwerbung hält man jedoch auch dort vor allem für sehbehinderte Menschen nicht für optimal.

Der Fahrgastbeirat rät jedem, der sich von der Werbung gestört fühlt, zu einer Beschwerde bei den entsprechenden Fahrunternehmen.
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