Acht Wochen Sperrzone auf Jülicher Schlossplatz

Von: Volker Uerlings
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Die zentrale Fläche des Schlossplatzes wurde komplett erneuert. Foto: Uerlings

Jülich. Zu bestimmten Zeiten sah der Jülicher Schlossplatz regelrecht „verboten“ aus. Er war von tiefen Furchen durchzogen, die Zugmaschinen oder Lastwagen nach den Festlichkeiten und dem Abtransport der Buden und Zelte hinterlassen hatten, und Pfützen übersät.

Vom Rasen ganz zu schweigen, der es in jeder Hinsicht hinter sich hatte. Das alles dürfte sich bis zum Wonnemonat Mai erheblich gebessert haben, denn dann ist eine Teilsanierung beendet und hat wohl auch ihre Feuertaufe bestanden. Darauf allerdings müssen die Besucher in den Innenstadt noch acht Wochen warten und bis dahin eine Sperrzone in Kauf nehmen.

Im Auftrag der Stadt Jülich und nach Maßgaben einer eigenen „Schlossplatzkommission“ mit Mitgliedern aus Politik und Verwaltung sind im zentralen Bereich über 1200 Quadratmeter Bodenfläche erneuert worden. Die Besonderheit des Untergrunds: Wenn der eingesäte Rasen in den nächsten Wochen gewachsen ist, dann ist die Fläche einerseits grün und andererseits stabil genug für Aufbauten und Fahrzeuge. „Dann besteht auch die Möglichkeit, mit schwerem Gerät darüber zu fahren“, erklärt der Projektleiter in der Verwaltung, Thomas Schmitz.

Das Tiefbauunternehmen(Dohmen, Geilenkirchen) hatte zu Beginn der Maßnahme den Mutterboden auf der Fläche bis in 55 Zentimeter Tiefe entfernt und dann sehr speziell wieder aufgebaut. Die erste und tragende Schicht umfasst 25 Zentimeter Schotter „plus 15 Zentimeter Frostschutzschicht“, erläutert Schmitz. Die letzten 15 Zentimeter bildet ein spezielles Substrat aus Mutterboden, Split, Schotter und Sand, das wie auch die Schichten darunter verdichtet worden ist. Wenn nun der Platz ergrünt, ist er erheblich tragfähiger als zuvor. Die „Kraterlandschaften“, die oft auch in der Bevölkerung auf Unverständnis gestoßen sind, dürften in der Schlossplatzmitte dann der Vergangenheit angehören.

Ursprünglich war beabsichtigt, einen 3-Meter-Streifen außerhalb des Rechtecks so zu erneuern. Schmitz: „Da, wo im Winter die Weihnachtsmarktbuden stehen.“ Das gaben die Finanzen am Ende aber nicht mehr her. 60.000 Euro hat die Stadt hier investiert. Auch die Erneuerung der Sitzbänke, „die erwünscht gewesen ist“, waren nicht finanzierbar.

Einige andere Verbesserungen sind mit der Flächenerneuerung allerdings einhergegangen, aber heute unsichtbar: „Wir haben die Abwasserleitungen und Leerrohre neu gelegt“, berichtet Thomas Schmitz. Damit sind künftig zum Teil abenteuerliche „Wasseranschlüsse“ überflüssig. Ein Weihnachtsmarkt-Beschicker hatte die Wasserleitung über die Bäume „verlegt“ und dann mit einer Heizspirale verhindert, dass sie einfriert... Nun können die Nutzer der Fläche über die Leerrohre direkt an die Zapfstellen angeschlossen werden, die sich an der Kurfürsten- und an der Schlossstraße befinden.

Beseitigt wurde zudem ein „Überschwemmungsgebiet“, das sich von der Kölnstraße aus betrachtet oben rechts im sanierten Bereich befindet. Dort sammelte sich bei Starkregen das Regenwasser und lief nicht ab. Dieses „Feuchtgebiet“ sollte nun der Vergangenheit angehören, denn bei den Bauarbeiten wurde ein Ablauf gesetzt. Künftig kann also auch diese Teilfläche genutzt werden.

In dieser zentralen Lage haben viele Besucher der Innenstadt die Bauarbeiten natürlich mit Argusaugen verfolgt. „Wir wurden von Mitbürgern sehr oft angesprochen und gefragt, was hier passiert. Wir haben Rede und Antwort gestanden“, berichtet Thomas Schmitz. Die Umzäunung auf dem Schlossplatz bleibt noch bis etwa Ende Mai. Wenn die Temperaturen kontinuierlich steigen, sollte der Rasen bis zum 31. Mai gewachsen sein, denn dann steht die erneuerte Fläche pünktlich zum Stadtfest zur Verfügung.

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