„Abu Hassan”: Schulkinder erleben die Faszination des Orients

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Aldenhoven. Das Ensemble der Jungen Oper Detmold gastierte mit dem Singspiel „Abu Hassan” in der GGS Aldenhoven. Es war ein turbulenter Vormittag für die Schüler: Sie sahen ein singendes Kamel, litten mit zwei totgesagten Schlitzohren in Geldnöten, die dann doch putzmunter vom Diwan sprangen.

Und eine Lehrerin lernten sie von einer anderen Seite kennen: Als Ersatz für die verhinderte Akteurin der Kalifin. So gab es jede Menge Spannung und Aufregung an diesem Tag in der Gemeinschaftsgrundschule in Aldenhoven.

Kindgerecht aufbereitet, lehrreich und mit vielen witzigen Aktionen und Anspielungen wurde den Kindern die Oper von Carl Maria von Weber, uraufgeführt 1811, eine Geschichte aus 1001 Nacht, präsentiert.

Den Darstellern der Jungen Oper gelingt es schon seit einigen Jahren mit altersgerechten Inszenierungen, Kinder und Jugendliche für die Welt der Oper zu begeistern. So wird nicht nur gesungen, sondern auch gesprochen, damit die Kinder der Handlung auch wirklich folgen können.

„Was ist denn eigentlich eine Oper?” Mit dieser Frage begann Opernsänger Martin Lucaß im glitzernden Morgenlandkostüm mit den Kindern zu plaudern. Sogleich wurde er unterstützt vom singenden Zwergkamel Kalle, das den kleinen Zuschauern und Zuhörern eindrucksvoll die verschiedenen Stimmlagen der männlichen und weiblichen Sänger vorführte und dabei schon für die ersten Lacher sorgte. Genauso herzerfrischend wie der Kurzlehrgang in Sachen Oper ging es bei der eigentlichen Aufführung weiter. Nachdem zunächst eine Ersatzfrau für die Kalifin gesucht und in einer der anwesenden Lehrerinnen gefunden wurde, konnte das Stück beginnen.

Die Geschichte drehte sich um Abu Hassan und Fatime, seine Frau. Sie haben reichlich Schulden beim Geldverleiher Omar, der nun sein Geld zurückfordert. Doch das Paar bedient sich einer List. Sie berichten beim Kalifen und seiner Frau jeweils vom Tod ihres Ehepartners, um von diesen Geld für die Beerdigung zu bekommen.

Dieser abstruse Plan muss im Verlauf der Geschichte natürlich zu witzigen Verwicklungen und Situationen mit immer wieder auferstehenden Toten führen.

Das kaum zu erwartende Happy End wurde dann auch von den Kindern begeistert beklatscht und die Gruppe mit Rufen nach einer „Zugabe” belohnt. Zuletzt lernten die Kinder, dass in einer Oper allerdings keine Zugaben vorgesehen sind. Zum Trost versprach das Ensemble, gerne mit einem neuen Stück wieder vorbeizukommen, was die Kinder schon gleich buchen wollten.

„Abu Hassan”, eine Oper in einem Akt von Carl Maria von Weber (1786 - 1826), spielt in Bagdad zur Zeit von 1001 Nacht.

Weber, ein Cousin von Mozarts Frau Constanze und bekannt vor allem durch die deutsche Nationaloper „Der Freischütz”, begann die Komposition im August 1810 mit dem Chor der Gläubiger, damals steckte er selbst in finanziellen Schwierigkeiten.

Wegen einer Finanzaffäre seines Dienstherren und eigener Unregelmäßigkeiten verlor er in Stuttgart seine Anstellung als Geheimer Sekretär und Hauslehrer des Herzogs Louis von Württemberg und wurde des Landes verwiesen,

Unter Webers musikalischer Leitung wurde „Abu Hassan” Mitte 1811 in München uraufgeführt.

„Türkische Opern” waren damals sehr beliebt wie Mozarts „Die Entführung aus dem Serail” zeigt.

Weber setzte übrigens den Taktstock durch. Bis dahin hatten die Dirigenten vom Klavier aus die Aufführungen geleitet und nur ab und zu die Einsätze gegeben.

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