Siersdorf/Setterich - Abschied in der Gnadenkirche

Abschied in der Gnadenkirche

Letzte Aktualisierung:
Nach langem, erfolgreichen Wir
Nach langem, erfolgreichen Wirken verabschiedet: Das evangelische Pfarrer-Ehepaar Kirsti Greier und Gernot Ratajek-Greier verlässt die Gemeinde Setterich-Siersdorf. Foto: Gerhards

Siersdorf/Setterich. Es stand schon länger fest, dass Kirsti Greier und Gernot Ratajek-Greier die Gemeinde Setterich-Siersdorf verlassen. Doch ihr Abschied in der Settericher Gnadenkirche war für das evangelische Pfarrer-Ehepaar trotzdem sehr emotional.

„Es ist als würde man eine Familie verlassen”, sagte Kirsti Greier. In einem Festgottesdienst mit anschließender Feier wurden die beiden am vergangenen Sonntag verabschiedet.

Vor 17 Jahren haben beide ihren Dienst in der Gemeinde angetreten. Und sie hinterließen einen bleibenden Eindruck. „Sie haben das Wort Gottes nicht als Schmuselyrik verkauft, sondern in die Lebenswirklichkeit getragen. Auch wenn das nicht immer bequem war und es nicht immer alle hören wollten”, sagte Pfarrer Thomas Fresia. Sie formten die Gemeinde nach innen und öffneten sie auch nach außen.

Das ist für Kirsti Greier das, was am Nachhaltigsten hängen bleibt: „Das wichtigste ist, dass die Gemeinde es geschafft hat, eine richtige Gemeinschaft zu werden. Und dann auch nach außen wichtige Aufgaben gefunden hat”, sagte die Pfarrerin. Die Gemeindeglieder hätten sich mit großem Engagement für andere eingesetzt. „Das war ein toller Weg.”

Wo der Weg hingehen sollte, das wusste noch niemand, als die beiden zum Dienst in der Gemeinde berufen wurden. „Wir waren schon bei der Probepredigt Feuer und Flamme. Das war für uns ein völlig neuer Anfang. Wir haben damals mit den frischen Ideen der beiden losgelegt”, erinnert sich der Siersdorfer Prädikant Dieter Gatzke.

Und dabei kam eine Menge rum: Beide gestalteten anspruchsvolle und unterhaltende Gottesdienste. Etwa einen Ostergottesdienst mit anschließendem gemeinsamem Frühstück. Oder den Karnevalsgottesdienst, die Gernot Ratajek-Greier in kölscher Mundart hielt. Auch die Konfirmandenarbeit des Ehepaars habe großen Wert für die Gemeinde gehabt. „Es ging ihnen immer um mehr, als das Lehren. Sie haben die Jugendlichen ein Stück auf dem Lebensweg begleitet”, sagte Fresia. Und sie konnten sich immer gut auf ihre Schützlinge einstellen. „Sie sind mit der Zeit gegangen. Vor zehn Jahren konnte man noch anders mit den Jugendlichen reden als heute”, sagte Gatzke. Zudem hätten sie jedes Kind individuell nach seinen Voraussetzungen betreut. Das habe dafür gesorgt, dass viele der Konfirmanden der Gemeinde in unterschiedlichen Funktionen erhalten blieben.

Dass die beiden großen Wert auf die Arbeit mit jungen Gläubigen legen zeigten auch die „Kinderbibeltage”. Dabei habe es so viele Anmeldungen gegeben, dass man einigen Kindern wegen Überfüllung absagen musste. Zudem habe man auch immer versucht die schwächsten in der Gesellschaft zu unterstützen. Mit ihrem Engagement für die „Aktion Engel” und die „Tafel” hätten sie versucht, denjenigen, die wenig haben, etwas vom Wohlstand der Gesellschaft abzugeben, sagte Fresia.

Nun wechselt Kirsti Greier an das Comenius Institut nach Münster. Dort wird sie Referentin für das Thema „Kirche und Kinder”. Gernot Ratajek-Greier folgt ihr genauso auf dem Weg wie die Kinder Lina, Malte und Niels.

Einen Nachfolger für die Pfarrerstelle in der Gemeinde Setterich-Siersdorf gibt es bisher noch nicht. Dennoch hat das scheidende Pfarrer-Ehepaar schon ein paar gute Wünsche für den Neuen. „Unser Nachfolger soll auch die Möglichkeit haben, mal aufzuräumen. Er muss nicht alles so machen, wie wir es immer schon gemacht haben”, sagte Kirsti Greier.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert