Abschied aus Liebe: Norbert Franitzek geht nach 47 Jahren

Von: rb
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Bedanken sich für sein langjähriges Engagement (von links): Kathleen Lorscheid-Kratz, Jan Schayen, Elmar Fuchs (Stadtparteivorsitzender), Alfred Hermes (Vorsitzender der CDU-Nord) und Ortsvorsteher Peter Schmitz verabschieden sich von Norbert Franitzek (Mitte) und seiner Lebensgefährtin Edeltraud Habrom (3. v. li.). Foto: Beyß

Jülich. Mit 25 Jahren verließ Norbert Franitzek seine Heimat Schlesien und kam nach Jülich. Hier lebte er 47 Jahre. In dieser Zeit hat er es geschafft, ein echter Jülicher zu werden. Nun verlässt er Stadt und Ortsverband, um seiner Lebensgefährtin nach Wolfsburg zu folgen.

Seit 1966 war er aktives Mitglied des CDU-Ortsverbandes Jülich-Nord. Zum Abschied stattete er seinen Parteifreunden einen letzten Besuch ab und las zu diesem Anlass aus seinem Buch „Zwischen den Fronten: Eine Familiengeschichte aus Oberschlesien”.

Bevor CDU-Mitglieder und Interessierte den Auszügen lauschten, blickten Ortsvorsteher Peter Schmitz und der Stadtparteivorsitzende Elmar Fuchs auf Franitzeks Zeit in Jülich zurück. Mit seinem Wahlspruch „Ich möchte meinen Mitmenschen helfen” setzte er sich immer engagiert ein und fiel vor allem wegen seiner klaren Positionen und Meinungsäußerungen auf.

„Norbert Franitzek stand und steht immer für eine Meinung”, erinnerte sich Fuchs. „Er ist wirklich so, wie er redet - das ist selten für einen Politiker.” Mit 16 Jahren habe er Franzitzek das erste Mal kennengelernt, als Leiter der Geschäftsstelle. „Immer wenn ich mich später nach ihm erkundigt habe, hieß es: "Unverändert, er ist und kämpft für die Menschen".”

Besonders gut könne er sich an Zeiten erinnern, in denen er wirklich etwas geschaffen hat, bemerkte Schmitz. Franitzek war zwei Mal im Rat der Stadt Jülich vertreten, von 1969 bis 1972 sowie von 1980 bis 1989.

So war er etwa an den Planungen und Beschlüssen des Bauausschusses zum Schulzentrum in der Linnicher Straße beteiligt. Er hat miterlebt, wie durchgesetzt wurde, dass das Jülicher Hallenbad an einem Tag in der Woche warmes Wasser bekommt.

All diese Erfahrungen prägten Franitzeks Lebenskapitel „Jülich”. Trotz seiner hier geschlagenen Wurzeln fiel ihm die Entscheidung, nach Wolfsburg zu gehen, nicht schwer. Seine Lebensgefährtin Edeltraud Habrom lebt dort mit ihren Kindern und Enkelkindern.

Nach 60 Jahren haben sie sich wiedergefunden, nachdem ihre Ehepartner verstorben waren. Mit 16 hatte es das erste Mal bei ihnen gefunkt, danach verloren sie sich aus den Augen. Nun wollen sie ihren Lebensabend miteinander verbringen.

Franitzeks 400-seitiger Geschichtsroman stellt anhand von zwei Sippen das Zusammenleben von Deutschen und Polen in Schlesien dar. Der Autor las bei seiner Verabschiedung ausgewählte Stellen vor und stand für Fragen zur Verfügung. Ob sich der 73-Jährige in Wolfsburg wieder literarisch betätigt und ein Buch über seine Zeit in Jülich verfasst, blieb offen.
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