Aldenhoven - Abfuhr für Aldenhoven: Gehwegparken bleibt verboten

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Abfuhr für Aldenhoven: Gehwegparken bleibt verboten

Von: gep
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Das Regime der Knöllchen-Sheriffs gestärkt: Im gesamten Aldenhovener Gemeindegebiet ist das Abstellen von Fahrzeugen auf dem Gehwegen verboten. Ausnahmen lehnt das Straßenverkehrsamt ab. Foto: gep
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Die Römerstraße in Freialdenhoven: Das Abstellen von Fahrzeugen auf den Gehwegen bleibt verboten, denn die Rest-Fahrbahnbreite ist nach Einschätzung des Straßenverkehrsamtes ausreichend. Foto: gep

Aldenhoven. Ein legalisiertes Gehwegparken wird es in der Gemeinde Aldenhoven vorerst nicht geben. Nach Angaben von Bürgermeister Lothar Tertel hat das Straßenverkehrsamt des Kreises Düren nach einer Ortsbesichtigung den Antrag der SPD-Fraktion, dies zumindest in der Römerstraße in Freialdenhoven zuzulassen, abschlägig beschieden.

Dies, so der Kreis, sei im „Einvernehmen“ mit der Kreispolizeibehörde geschehen. Auch bei auf der Straße geparkten Fahrzeugen habe die Fahrbahn eine ausreichende Restbreite. Die Sozialdemokraten hatten vorgeschlagen, dort das einseitige Parken auf dem sehr breiten Bürgersteig offiziell zu erlauben, was seit 40 bis 50 Jahren dort praktiziert werde, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Wassenhoven.

Denn für landwirtschaftliche Fahrzeuge gebe es dort oft kein Durchkommen mehr. Nach dem abschlägigen Bescheid aus der Kreisstadt erwartet Wassenhoven: „Dann kommt kein Trecker mit Anhänger mehr ins Feld.“ Der Freialdenhovener Sozialdemokrat befürchtet zudem „ein richtiges Problem“, sollte sich herausstellen, dass sich die Gehwege dort auf privatem Grund befinden. Anwohner der Römerstraße stehen auf dem Standpunkt: „Das ist unser Grund. Darauf können wir parken.“

Auch in anderen Orten der Gemeinde haben schwere Fahrzeuge wie etwa die der Feuerwehr oder der Müllabfuhr Probleme, sie benötigen eine Fahrbahnbreite von drei Metern. Das müsse „flächendeckend“ durch das Ordnungsamt und damit durch die „schwarzen Sheriffs“ sichergestellt werden, erläutert Tertel.

Hintergrund der SPD-Forderung ist das Knöllchen-Regime in der Gemeinde, das, so heißt es immer wieder im Rat, Bürger in Harnisch bringt. „Wir sind die Blitzarbeiter“, berichtet Wolfgang Klems (CDU), Ortsbürgermeister von Dürboslar. „Wir werden beschimpft“,sagt Hans-Josef Königstein (CDU), Ortsbürgermeister von Niedermerz. Auch die weitergehende Forderung der CDU-Fraktion, ein Parkraumkonzept für die gesamte Gemeinde zu erstellen und damit auch Gehwegparken zu ermöglichen, kann nach Angaben des Bürgermeisters nicht realisiert werden. Es wäre zu teuer.

Die CDU verweist darauf, dass es in den Orten der Gemeinde seit Jahrzehnten geduldet worden sei, teilweise und soweit das möglich sei auf den Bürgersteigen zu parken. Kein Knöllchen hier, Knöllchen da – diese heutige Praxis stelle keine Rechtssicherheit für den Bürger dar. Doch die Finanzierung eines Gesamtkonzeptes „ist im Moment nicht möglich“, sagt Tertel. Er verweist auf die Sparzwänge, denen Aldenhoven als Zwangskommune des NRW-Stärkungspaktes unterliegt.

Um dieses Konzept erstellen zu können, müssten umfangreiche und kostenträchtige Vorarbeiten erbracht werden. Dazu gehörten die Ermittlung der exakten Breite aller Bürgersteige. Und schließlich müssten dann Markierungen aufgebracht und Hinweisschilder aufgestellt werden. Diese Kosten gingen „voll zu Lasten der Gemeinde“. Diese schätzt der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Dieter Froning, auf „zehntausende Euro“.

Der zentrale Richtwert für Gehwegparken ist nach der gängigen Praxis in den Kommunen, dass für Fußgänger eine Mindestbreite von 1,20 Meter frei bleibt. Nach anderslautender Meinung muss der Gehweg-Rest 2,20 Meter betragen. Der Anhalt für diese „Regelbreite“ ist, dass zwei Erwachsene mit Regenschirmen einander ungehindert passieren können.

Ein Problem ist auch der Unterbau der Bürgersteige. Ist dieser stabil genug, um das Gewicht der abgestellten Fahrzeuge zu tragen? Werden darunter liegende Versorgungsleitungen vielleicht beschädigt? Das befürchtet Genosse Wassenhoven für die Römerstraße allerdings nicht. „Seit 40 Jahren ist der Bürgersteig in Ordnung.“

Unfallschwerpunkt

„Nicht einverstanden“ ist die Gemeinde mit den bisherigen Maßnahmen am Unfallschwerpunkt Kreuzung Landstraße 136 / Alter Bahnhof. Noch immer steht die Forderung des Gemeinderates nach einem Kreisverkehr oder einer Ampelanlage dort im Raum. Sorgen bereitet mittlerweile auch die Verkehrssituation auf der Siersdorfer Straße in Schleiden.

Ortsbürgermeister Sascha Poullig (SPD) begründet die Forderung seiner Fraktion nach Sicherungsmaßnahmen mit der steigenden Zahl der Unfälle auf dieser vielbefahrenen Durchgangsstraße, obwohl dort oft zwischen 6 und 8 Uhr Polizeikontrollen durchgeführt würden. Häufigste Unfallursache sei zu hohe Geschwindigkeit.

Die Anwohner, darunter viele mit kleinen Kindern, „fühlen sich unsicher“, so der Ortsbürgermeister. Auch das Schleidener Ratsmitglied Willi Kleiker (CDU) empfindet die Lage an der Siersdorfer Straße als „fast schon bedrohlich“. Ein Problem stellten zudem die dort auf der Straße geparkten Fahrzeuge dar. L

aut Poulligs Auflistung von mindestens sechs Unfällen in vier Monaten ist etwa ein Lkw gegen einen Porsche gekracht und ein Pkw gegen einen Container geknallt. Nun soll die Gemeindeverwaltung an Polizei, Verkehrsbehörde und Straßenträger herantreten, um „das Machbare“ in die Wege zu leiten.

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