Abfallgebühren sinken auf breiter Front

Von: ojo
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Vier mal frei, ab der fünften Abfuhr soll in Linnich bezahlt werden. Das wird ab Januar 2014 die neue Regelung beim Sperrmüll sein. Foto: imago/Horst Galuschka

Linnich. Bei der Sperrmüllabfuhr wird sich in Linnich ab dem 1. Januar etwas ändern. Wie sich schon bei der ersten Beratung im Werksausschuss vor einem Monat abzeichnete, endet die Ära der unbegrenzt kostenlosen Sperrgutabfuhr – und kaum einer wird es merken. Die Erklärung ergibt sich aus Zahlen.

Künftig werden vier Sperrmüllabfuhren pro Haushalt frei sein. Das deckt nahezu das gesamte bisherige Aufkommen an Sperrmüllabfuhren im Linnicher Stadtgebiet ab. Nach einer Erhebung der Verwaltung haben nur 13 Haushalte mehr als vier Mal pro Jahr Sperrmüll an den Straßenrand gestellt.

Nicht mehrheitsfähig

Genau die hatte die Verwaltung im Blick gehabt, als sie ihren Vorschlag einbrachte, nur noch zwei Mal kostenlos im Jahr Lattenroste, Bürostühle oder ausrangierte Fernseher per Mülltaxi zur Deponie zu chauffieren. In der ersten Beratungsrunde hatte sich zwar schon abgezeichnet, dass dieser Vorschlag politisch kaum mehrheitsfähig sein würde. Diesen Eindruck zementierte der Werksausschuss in seiner jüngsten Sitzung mit einem Kompromiss.

„Wir wollten eigentlich alles belassen, wie es ist“, meinte CDU-Sprecher Jürgen Schütz und schob den späteren Mehrheitsbeschluss nach. „Ab jetzt vier Abfuhren kostenfrei pro Haushalt – so wie früher.“ Man folge in der Fraktion der Ansicht, dass „Limittieren wohl Sinn macht“.

Wer seine vier kostenfreien Abfuhren ausgeschöpft hat, soll ab der fünften jeweils 20 Euro bezahlen. Das Geld erhält die RegioEntsorgung direkt. Wichtig sei, meinte Hans-Friedrich Oetjen (SPD), dass der Zweckverband dieses Geld der Stadt gutschreibt.

Die Verrechnung müsste ähnlich erfolgen wie bei der Papierabfuhr, erklärte Beigeordneter Hans-Josef Corsten. Auch fließen die Einnahmen aus dem Papiererlös der Kommune zu. Corsten zweifelte allerdings an, dass 20 Euro pro Abfuhr ausreichten. Aber das zu entscheiden, wird Sache der RegioEntsorgug sein. Der Ausschuss jedenfalls hieß das Paket mit vier freien Abfuhren pro Haushalt einstimmig gut.

Spürbar für jeden Linnicher Haushalt wird die Veränderung bei den Abfallgebühren. Die sinken auf breiter Front – mit Ausnahme des Biomülls. Die Verwaltung hatte aus der ursprünglichen Berechnung der Müllgebühren einen „belastenden“ Betrag von rund 100.000 Euro herausgerechnet.

Diese Summe hatte die RegioEntsorgung für die Einrichtung eines Wertstoffhofs auf dem Gelände des Linnicher Bauhofs veranschlagt. Dieser Wertstoffhof ist aber noch immer im Planungsstadium. Mit dieser Hypothek wären die Abfallgebühren 2014 gegenüber dem laufenden Jahr unverändert geblieben. Ohne sie sinken sie, wie die Gegenüberstellung zeigt, in Klammern die Gebühr für 2013:

Restmüll: 80 l zweiwöchentlich 142 Euro (163 Euro); 120 l zweiwöchentlich 187 Euro (209 Euro); 240 l zweiwöchentlich 320 Euro (347 Euro)
Umleerbehälter 1,1 cbm wöchentlich 2385 Euro (2530 Euro); zweiwöchentlich 1192 Euro (1265 Euro)
Biotonne: 120 l zweiwöchentlich 92 Euro (89 Euro); 240 l zweiwöchentlich 123 Euro (121 Euro).

Der 35-l-Abfallsack soll 160 Euro kosten. Wer Grünabfall zur Sammelstelle Bauhof bringt, zahlt bis 0,5 Kubikmeter 5 Euro, bis 1 Kubikmeter 10,50 Euro, und für jeden weiteren halben Kubikmeter 10 Euro. Die Höchstmenge beträgt zwei Kubikmeter.

Ob denn bei den Abfallgebühren in der Endabrechnung wieder eine Überdeckung zu erwarte sei, wie bisher, wollte Sonja Bischoff (Grüne) von Hans-Josef Corsten wissen. Dann, so der Gedanke, könnte das von vornherein in der Gebührenkalkulation berücksichtigt werden.

Das aber wird kaum gehen, da Schwankungen innerhalb eines Gebührenjahres nicht vorauszusehen seien. Die letzte Überdeckung resultierte aus dem Erlös von 90 Euro pro Tonne Altpapier. „Jetzt haben wir einen dramatischen Preisabfall. Wir erzielen pro Tonne Papier nur noch 30 Euro.“

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