Jülich - Ab Sommer ist der TTC wieder erstklassig

Ab Sommer ist der TTC wieder erstklassig

Von: Volker Uerlings
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Bald wieder ein Publikumsmagnet: der Bundesliga-Klassiker zwischen dem TTC Indeland Jülich und Rekordmeister Düsseldorf. Foto: Kròl
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TTC-Ehrenpräsident Arnold Beginn (r.) und Trainer Johannes Dimmig (M.) freuen sich auf die 1. Liga.

Jülich. Der Ehrenpräsident und Manager des TTC Indeland Jülich stand gestern Nachmittag spürbar unter der Wirkung einer unerwarteten Neuigkeit und rang um Worte: „Wir, wir, wir ... sind wieder in der 1. Bundesliga!“ Die frohe Kunde hatte den demnächst wieder dienstältesten Manager der höchsten deutschen Klasse aus der Fassung gebracht. Obschon die Herzogstädter einen Antrag auf Aufstockung der Deutschen Tischtennis-Liga gestellt hatten, war nämlich der Glaube an einen Erfolg eher gering. Und es kam anders als erwartet, denn die Klasse muss gar nicht aufgestockt werden.

Die Aufstockung wäre nur nötig gewesen und hätte einer Zustimmung der Tischtennis-Bundesliga GmbH erfordert, wenn es elf Bewerber für eigentlich nur zehn Plätze gegeben hätte. Bis gestern musste man von dieser Voraussetzung ausgehen, denn neben den acht sportlich gesicherten Erstligisten wollten drei Zweitligisten eine Klasse höher: der Post SV Mühlhausen (Süd-Staffel) sowie der TTC Hagen und der TTC Indeland Jülich aus der Nord-Gruppe. Gleich zu Beginn einer Sitzung aller Vereine und Verantwortlichen der Tischtennis-Bundesliga GmbH sickerte durch: Der SV Plüderhausen zieht sich aus finanziellen Gründen zurück.

Zuvor hatten maßgebliche Funktionäre von den größten Vereinen der Ersten Liga zu erkennen gegeben, dass sie an einer Aufstockung nicht interessiert seien. Von daher kam die plötzliche Wende auch für Jülich überraschend. Ende letzter Woche hatte Arnold Beginn auch ein weiteres Jahr in Liga 2 wieder ernsthaft ins Auge gefasst. Aber durch den Rückzug von Plüderhausen hätte eine unvollständige Bundesliga mit nur noch neun Mannschaften gedroht – das wollte niemand.

„Ich habe nicht mehr daran geglaubt und freue mich jetzt sehr. Es gibt also drei Aufsteiger, weil Plüderhausen zurückgezogen hat. Wir gehören dazu. Ansonsten wäre das auf ein Fotofinish zwischen uns und Hagen am letzten Zweitliga-Spieltag hinausgelaufen. Dabei hätten wir die deutlich schlechteren Karten gehabt“, sagte Beginn gegenüber unserer Zeitung.

Die nächsten Wochen werden für den Verein und ihn arbeitsintensiv, denn die Lizenzunterlagen haben es in sich und werden noch einige „Überraschungen“ beinhalten. Das Oberhaus ist doch noch eine „andere Nummer“ als die 2. Liga, in der Jülich nun drei Jahre lang gespielt hat.

Auch die Personalplanungen sind nicht weit fortgeschritten. Bislang steht für den Fall des Aufstiegs nur der Rumäne Hunor Janosh Szöcs unter Vertrag, einer der besten Zweitligaspieler und bislang in Diensten des TTS Borsum. „Daneben werden wir mit Lauric Jean sprechen, den wir halten wollen. Außerdem: In eine deutsche Erstligamannschaft gehört ein deutscher Spieler. Ich will das einfach. Ob es klappt, werden wir sehen“, erklärt Manager Beginn den eigenen Anspruch.

Finanziell ist die Tischtennis-Bundesliga mit vielen versteckten Kosten ein Abenteuer für den TTC Indeland. „Die Saison ist natürlich noch nicht finanziert, aber das Risiko kann ich eingehen. Denn es trägt nicht der Verein, sondern die Vorschaltgesellschaft“, so Beginn, gleichzeitig Kopf dieses Unternehmens, das für Verluste aufkommen müsste.

Klarer Fall: Der TTC Indeland Jülich ist ab Sommer Abstiegskandidat, wird dann aber auf jeden Fall die 34. Saison in der höchsten nationalen Klasse absolvieren.

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