Jülich - 90 Jahre SPD-Ortsgruppe: Ausstellung im Alten Rathaus

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90 Jahre SPD-Ortsgruppe: Ausstellung im Alten Rathaus

Von: bw
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Das „Geschichtsteam” der SPD Jülich vor seinem Werk. Unter der Leitung von Elisabeth Vietzke trugen Hans-Peter Bochem, Hans Meyer, Harald Garding, Wolfgang Anhalt und Hans-Peter Schmitz Zeugnisse der letzten 90 Jahre zusammen. Foto: Wickmann

Jülich. Die Jülicher SPD ist seit bereits 90 Jahren in der Stadtpolitik aktiv und hat im Laufe der Jahrzehnte viele Hochs und Tiefs in der deutschen Geschichte vor Ort miterlebt. Grund genug für Elisabeth Vietzke anlässlich dieses Jubiläums die Geschichte ihrer Partei in Form einer großen Ausstellung allen Interessierten zu präsentieren.

„Wir haben in den vergangenen drei Monaten riesige Mengen Archivmaterials durchforstet und daraus in Form von Plakatwänden unsere Vergangenheit zusammengetragen”, berichtete sie über die Arbeit ihres Teams. Beim Sichten und Zusammenstellen der Dokumente, Fotos und Wahlkampfplakate wurde sie tatkräftig von ihren Parteikollegen Hans-Peter Bochem, Hans Meyer, Harald Garding, Wolfgang Anhalt und Hans-Peter Schmitz unterstützt.

Als Ausstellungsort wurde der Sitzungssaal des Alten Rathauses gewählt, in dem sich zur Eröffnung zahlreiche Parteimitglieder und Bürger versammelt hatten.

In seiner Eröffnungsrede dankte Garding allen Beteiligten für die tatkräftige Unterstützung des sehr zeitaufwendigen Projekts, an dem alle mit großer Begeisterung mitgewirkt hatten. Elisabeth Vietzke nahm das Publikum in ihrem Vortrag auf eine Zeitreise in die Jülicher Vergangenheit mit, die am 1. September 1894 begann.

Keine Bestrebungen

An diesem Tag berichtete der damalige Bürgermeister dem königlichen Landrat, dass in Jülich im Gegensatz zu zahlreichen anderen Städten in Preußen noch keine sozialdemokratischen Bestrebungen erkennbar wären. Die ortsansässigen Zeitungen wären sehr bemüht, ihrer Leser über die Gemeingefährlichkeit dieser Bestrebungen aufzuklären.

Als dann einige Monate später Ludwig Normann als erster Sozialdemokrat in Jülich auftauchte, konnte er noch keinen nachhaltigen Eindruck in der Bevölkerung hinterlassen.

Dies änderte sich Ende des Ersten Weltkriegs, als Philipp Scheidemann in Berlin die Gründung der Republik verkündete und in der Turnhalle des Jülicher Gymnasiums eine erste sozialdemokratische Versammlung stattfand.

Die erste Orstgruppe

Wenig später gründete sich trotz zahlreicher Schwierigkeiten die erste Ortsgruppe unter dem ersten Vorsitzenden Hugo Freudenthal. 1919 wurden dann erstmals drei SPD-Mitglieder zu Stadtverordneten gewählt, Seitdem war die Partei aktiv an der Stadtpolitik beteiligt, wenn auch mit zahlreichen Schwierigkeiten, da die Zentrumspartei zahlreiche Vorhaben mit ihrer Mehrheit blockierte.

Unter Leitung der SPD fand auch im Februar 1933 die letzte legale Straßendemonstration statt, was nach dem Erlass des Ermächtigungsgesetzes wenig später nicht mehr möglich war. Noch im selben Jahr wurde die SPD im gesamten damaligen Deutschen Reich verboten. Viele Mitglieder leisteten auch weiterhin passiven Widerstand gegen die Diktatur.

Erst nach dem Krieg konnte die Partei wieder offen und von den Besatzungsbehörden genehmigt ihre Arbeit aufnehmen. Josef Hommen wurde von der Britischen Militärregierung zum ersten politischen Bürgermeister der Stadt ernannt.

In den 60er Jahren entwickelte sich die SPD in Jülich unter Eckart Rose oder Richard Neumann zu einer linken Volkspartei. 1984 wurde Heinz Schmidt zum Bürgermeister und Friederike Doose als erste Frau zur stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt.

Ein weiterer Höhepunkt war 1998 die Austragung der Landesgartenschau in Jülich, an deren Organisation die örtlichen Parteimitgliedern aktiv beteiligt waren.

Zum Abschluss ihres Vortrages brachte Elisabeth Vietzke ihren Wunsch für die Zukunft mit einem Zitat Willy Brandts zum Ausdruck: „Mehr Demokratie wagen!”

Alle Anwesenden zeigten sich begeistert von diese spannende Geschichtsreise, der auch in Zukunft noch viele Kapitel hinzugefügt werden sollen.
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