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600 Einwohner protestieren gegen das geplante Containerterminal

Von: Hannes Schmitz
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Die Organisatoren des Arnoldus
Die Organisatoren des Arnoldusrittes: Peter Hemgenberg (links) und Michael Breuer, enthüllten eine Gedenktafel zur Erinnerung an den Protestritt 2012. Foto: Schmitz

Düren. Die Legende um den Heiligen Arnoldus erhielt neue Strahlkraft. Der Arnoldusritt wurde zum Symbol für Bürgeraufbegehren. Rund 600 Einwohner von Arnoldsweiler und Merzenich taten auf friedliche Art und Weise ihren Unmut über den geplanten Container Terminal kund.

Sie hatten sich zum Protest im Gebiet Obererz getroffen, um sich auf dem potenziellen Gelände zu informieren und für den Erhalt des Naherholungsgebietes einzutreten. 120 Hektar sollen nach Auskunft der Bürgerinitiative dem Containerterminal zum Opfer fallen. „Solidarisiert euch mit uns und unterstützt uns im Kampf gegen diesen Flächenfresser”, lautet der Aufruf der Vertreter der BI, Peter Hemgenberg und Michael Breuer. Sie fürchten ein von der Dürener Kreisbahn geplantes Projekt, das „gigantische Ausmaße” annehmen wird, und dass die landwirtschaftliche Fläche zwischen der K2 von Düren nach Arnoldsweiler bis zur Tagebaurandstraße einem Gewerbegebiet weichen müsse. „Wo bleibt der Mensch und sein Recht auf Ruhe und Entspannung?”, fragten sich an diesem Nachmittag nicht nur Peter Hemgenberg und Michael Breuer, um mit Blick auf den Kreis und Landrat fortzufahren: „Für Uhus werden Starenkästen zur Erhaltung der Vögel installiert, für uns werden Containerterminals zum Vertreiben errichtet.”

Die „Wutbürger” blieben trotz allem Engagement friedlich. Für Unterhaltung war gesorgt, Kinder nahmen viele Angebote wahr, während die Erwachsenen die aufkeimenden Probleme diskutierten. Für sie war die Teilnahme wichtig, weil alle auf ein Wort von Landrat Wolfgang Spelthahn vertrauen, der zugesichert habe, das Projekt bei großem Widerstand aus der Bevölkerung fallenzulassen. So wurde die Auftaktveranstaltung, wie Peter Hemgenberg hoffte, auch der Beginn einer Gemeinschaft, die ein lebenswertes Arnoldsweiler und Merzenich erhalten möchte. „Wehret den Anfängen” bleibt das Credo der Bürgerinitiative. Und wenn der Glaube ins Spiel kommt, können Heiligenerzählungen eine gute Basis dafür sein, sich gegen einen Flächenverbrauch zu wenden, der 250 Fußballfeldern entspricht, wie die BI ausgerechnet hat.

Im „Arnoldusritt” kamen diesmal Historie und Moderne auf besondere Art zusammen. Zu Kaiser Karls Zeiten, so die Überlieferung, litten die Bürger unter dem Verbot, überlebensnotwendiges Holz und anderes aus den Wäldern gewinnen zu dürfen. Heute sollen Erholungsflächen durch, nach Ansicht der Bürgerinitiative, „krankmachende Industrieflächen” ersetzt werden. So wie einst der Kaiser seinem Sänger gewährte, so viel Wald der armen Bevölkerung zu schenken, wie er mit einem Ritt umrunden konnte, so umritt nun der „moderne Arnoldus” (Alexa von Lonski) während eines Mahls aller Demonstranten eine Fläche, die die Bevölkerung für ihre Lebensqualität brauche.
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