Aldenhoven - 46 Mitbürger leben in der Erinnerung weiter

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46 Mitbürger leben in der Erinnerung weiter

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
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Tafeln erinnern in Aldenhoven an die 46 jüdischen Mitbürger. Foto: Zantis.

Aldenhoven. Vor den Teilnehmern an der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht waren sie in der Krypta von St. Martinus aufgereiht: die Namenstafeln der ermordeten jüdischen Mitbürger aus dem Gemeindegebiet Aldenhoven.

Mit einer brennenden Kerze bekundeten Schülerinnen und Schüler symbolisch die Lebensdaten der Menschen, die dem Völkermord zum Opfer fielen.

Die Namen auf den Tafeln dokumentieren ein jüdisches Bürgertum, das in Aldenhoven friedvoll und einträchtig mit den Nachbarn lebte, bis die Nazis an die Macht kamen.

Bei den Novemberpogromen 1938 wurden im Deutschen reich über 1400 Synagogen, Betstuben und sonstige Räume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe demoliert oder gar niedergebrannt. Die Pogrome markierten den Übergang von der Diskriminierung der Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später im Holocaust mündete.

Friedenspreisträger

Mit Reuven Moskovitz, dem Aachener Friedenspreisträger, begrüßte in Aldenhoven der evangelische Pfarrer Charles Cervigne einen Ehrengast aus Israel, der sich mit dem „Lo Tischkach - Vergiss nicht” in besonderer Weise verbunden fühlt.

Deutlich verwies Pfarrer Cervigne auf „gewaltbereite rechtsradikale Elemente”. Im Untergrund ist „der Schoß noch fruchtbar, aus dem es emporschoss!” Für den Pfarrer stehen nur noch die Namen der jüdischen Mitbürger als Synonym, „damit wir sie im Herzen tragen”.

Schweigend formierte sich ein Lichterzug zur jüdischen Gedenkstele im Römerpark. Dort stimmte Moskovitz auf der Mundharmonika den wehmütigen Klang der Psalmengesänge an. Er sprach vom „Verzeihen als einzigen Weg” und zitierte den Propheten Jesus: „Du sollst deine Feinde lieben!” Günther Schorn nannte die Gedenkstätte „einen symbolischen Ort”, an dem 46 Namen jüdischer Mitbürger „in Erinnerung weiterleben”.

Der Aldenhovener Bürgermeister Lothar Tertel sieht in den Namen „einen Wegweiser und ein Mahnmal” und sprach „von einem Symbol, das in Aldenhoven gemeinsam geschaffen wurde”, um sich des Schicksals der jüdischen Mitbürger zu erinnern.
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