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2. Fußball-Bundesliga: Sonja Bartoscheks Traum ist erfüllt

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Mit 17 Jahren die jüngste Spielerin im Kader von Fußball-Zweitligist Alemannia Aachen: Sonja Bartoschek aus Jülich posiert im schwarz-gelben Trikot. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Mit 17 Jahren ist Sonja Bartoschek die jüngste Spielerin im Kader der 1. Frauenmannschaft von Alemannia Aachen. Das Niveau ist hoch, denn das Team spielt in der 2. Fußball-Bundesliga. Bar-toschek ist seit dieser Saison und mit großer Leidenschaft bei der schönsten Nebensache der Welt.

Wie es dazu kam? „Ich habe schon immer gekickt“, sagt Bartoschek, schon als kleines Mädchen habe sie ständig Fußball mit ihrem Vater Peter gespielt.

Vater und Tochter sind Fans von Borussia Dortmund, die Bundesligaspiele sehen sie sich gemeinsam an und beeindruckten das Mädchen nachhaltig: „Da möchte ich auch mal stehen, so werden wie die“, verrät die Spielerin ihren Kindheitstraum. Während Sonja früh das Fußball-Virus packte, ließ der Fußball ihre Zwillingsschwester Nadine kalt. Fußball ist alleine Sonjas Ding.

Schon mit sieben Jahren schloss sie sich den Fußballern von Salingia Barmen an. Schnell sichteten Scouts das Talent der jungen Stürmerin, boten Fördermöglichkeiten und luden zum Stützpunkt der Kreisauswahl ein. Später kam der Mittelrheinstützpunkt dazu. Die Trainingszeiten nahmen zu. Bartoschek wechselte zum SC Stetternich, die spielten in der Sonderliga. Eine Mädchenmannschaft gab es nicht, die ersten Jahre kickte die junge Spielerin mit den Jungs, was kein Problem für sie war: „Die haben mich immer freundlich aufgenommen.“

2011 erhielt Familie Bartoschek einen Anruf von Alemannia Aachen, die Tochter wurde zum Probetraining eingeladen, anschließend in die B-Jugend aufgenommen, das sollte die erste Mädchenmannschaft sein.

In der letzten Saison ging es zum Aushelfen in die 1. Mannschaft, in dieser Saison gehört sie zum Kader. Hier gibt die Fußballerin aus Jülich ihr Bestes. Die Heimspiele werden in der Regel im Stadion-West in Aachen ausgetragen. Im Schnitt kommen 100 bis 120 Zuschauer. Sogar ein eigener Fanclub unterstützt die Spielerinnen.

Zur Saisoneröffnung spielte die Alemannia gegen Bayer Leverkusen im großen Stadion. „Das war toll“, sagt Bartoschek begeistert, das Feeling sei unbeschreiblich. Auch gegen Bayern München, Hoffenheim oder den FC Köln zu spielen sei ganz anders.

Die Schülerin, die derzeit das Abitur auf der Gesamtschule Niederzier anstrebt, brennt für den Fußball, eine Zukunft ohne ihren Sport kann sie sich nicht vorstellen. Bundesligaspielerin ist sie bereits, ein Kindheitstraum hat sich erfüllt. Das scheint sie selbst noch ein wenig zu erstaunen: „Ich bin sehr zufrieden, so jung und schon Bundesliga, das ist unfassbar.“

Und wo soll es noch hin führen? Mit dem Team irgendwann in die erste Bundesliga aufsteigen, antwortet die talentierte Stürmerin bescheiden, das wäre schön. Dabei stellt sie die Mannschaft über ihren persönlichen Erfolg. Den Teamgeist hat sie verinnerlicht, Luftschlösser baut sie nicht. Wie wäre es mit der Frauen-Nationalmannschaft? Bartoschek antwortet realistisch: „Ich kenne einige, die da spielen. Das ist ein harter Weg.“

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