1630 Stimmen gegen Fracking

Von: hfs.
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Marita Boslar (l.), Marika Jungbluth und Josef Hugo Friedel (r.) übergaben dem Landtagsabgeordneten Peter Münstermann die in Windeseile gesammelten Unterschriften. Foto: hfs

Jülich/Düsseldorf. Wenn für den SPD-Landtagsabgeordneten Peter Münstermann die Sommerpause vorbei ist, führt ihn sein erster Weg zu Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk NRW. Dies versprach er jedenfalls am Mittwoch den beiden Vertreterinnen der Bürgerinitiative „infofrack“, Marika Jungblut aus Herzogenrath und Marita Boslar aus Jülich.

Die hatten an einem einzigen Tag an einem Infostand auf dem Jülicher Wochenmarkt und in der Kölnstraße insgesamt 1630 Unterschriften gegen das auch in unserer Region angedachte „Fracking“ gesammelt. „Ich werde diese Liste direkt dem Minister vorlegen“, sagte Münstermann, der sich auch persönlich gegen diese in Amerika angewandte Fördermethode von Erdgas aussprach. „Wenn Mensch, Tier und Umwelt gefährdet werden, kann man eine solche Fördermethode nicht gutheißen“, sagte er und wies auf die Stellungnahme der NRW-Landesregierung hin.

Die hat im Herbst 2012 deutlich gemacht, dass es nach wie vor in NRW keine Genehmigung für die Erkundung und Gewinnung unkonventioneller Erdgaslagerstätten unter Einsatz von schädlichen Substanzen geben wird. „Aber es wurde nicht verboten, so wie in Frankreich“, ereiferten sich Marika Jungblut und Marita Boslar, die in diesem Punkt auch vom ehemaligen Leiter der Jülicher Stadtwerke, Josef-Hugo Friedel unterstützt wurden. Auch er hatte sich an der Aktion beteiligt, lehnt auch die zwischen NRW-Landesregierung und Bundesrat initiierte Regelung ab, Fracking-Bohrungen einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen. „Bohrungen in Tiefen bis zu 1000 Meter zerstören wichtige geologische Erdschichten, Wasser, dass viele Millionen Jahre alt ist, ein wertvolles Grundnahrungsmittel ist, kann in seiner Substanz verseucht werden“, nannte Friedel einen weiteren Aspekt, Nein zum Fracking zu sagen.

„Wir waren mehr als überrascht, dass sich so viele Jülicher Bürger innerhalb kürzester Zeit in die Listen eingetragen haben. Alle zeigten sich über ein solches Vorhaben bestürzt“, erinnerte sich Marita Boslar an die „gut informierten Bürger an unserem Aktionstag“.

Die bundesweiten Proteste gehen am 31. August weiter. Dann finden auch in Aachen und Düren Protestaktionen statt. „Wir fordern ein sofortiges und ausnahmsloses Verbot von Fracking“, sagt Marika Jungblut. Sie weist darauf hin, dass in der Region Aachen, Düren, Jülich und Heinsberg die Rechte für die Aufsuchung an Energiekonzerne schon vergeben wurden.

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