Jülich - 15 Hakenkreuze am Jülicher Bahnhof

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15 Hakenkreuze am Jülicher Bahnhof

Von: Guido Jansen
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Unbekannte haben im Bereich Bahnhofstraße zugeschlagen: Das Hakenkreuz auf der Mauer um dieses Privatgrundstück ist nur eine von mehreren Spuren, die die Täter offenbar in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag hinterlassen haben. Foto: Guido Jansen
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Auch die Rurtalbahn ist betroffen: Schmierereien gibt es auf beiden Seiten der Bahnstrecke. Foto: Guido Jansen

Jülich. Das Gelände rund um den Bahnhof ist ohnehin nicht der schönste Fleck in Jülich. Viele der Glashäuschen auf dem Busbahnhof sind beispielsweise beschädigt. Freitagmorgen wurde einmal mehr klar, dass die Ecke eine Problemzone ist.

Bisher unbekannte Täter haben etwa 15 Hakenkreuze auf Wände, Bushaltestellen oder Schautafeln gesprüht. Mehreren Mitarbeitern des Forschungszentrums waren die Schmierereien am Morgen aufgefallen, als sie am Jülicher Hauptbahnhof in die Rurtalbahn gestiegen waren, um zu ihrem Arbeitsplatz zu fahren. Am Donnerstag waren die Hakenkreuze offenbar noch nicht da.

Ermittlungen aufgenommen

Weder bei der Stadt Jülich, noch bei der Rurtalbahn, noch bei der Kreispolizei war der Vorgang bekannt, weil die Hakenkreuze nicht gemeldet wurden. Das kann auch daran liegen, dass es Menschen gibt, die spontan etwas gegen die Symbole aus der Hitler-Zeit tun. Die Hakenkreuze, die auf die Gläser der Bushaltestellen gesprüht worden waren, sind über das Wochenende verschwunden. Andere, die auf Mauern gesprüht worden waren, sind mit selbiger Methode durchgestrichen worden.

Ohne Folgen bleiben die Graffiti-Hakenkreuze nicht. Nach der Nachfrage unserer Zeitung hat das Aachener Remok-Kommissariat Strafanzeige erstattet und die Ermittlungen aufgenommen. Remok steht für rechtsmotivierte Kriminalität. Das Kommissariat sitzt in Aachen, ist aber auch für Kreise Düren und Heinsberg zuständig. „Wir verfolgen alle rechtsextremistischen Schmierereien“, sagte Polizei-Sprecherin Sandra Schmitz. „Ob es sich in Jülich um politisch motivierte Täter handelt oder um einen sehr schlechten Scherz, können wir im Moment noch nicht sagen“, sagte Schmitz.

Fakt ist, dass es in Jülich nicht zum ersten Mal Spuren brauner Gesinnung gibt. 2012 waren im Stadtgebiet immer wieder professionell gestaltete Aufkleber zu sehen, die Jülicher Motive und extreme Botschaften zeigten. Damals schärfte die Polizei die Aufmerksamkeit der Jülicher und forderte auf, verdächtige Vorkommnisse sofort zu melden. Zudem machten sich Bürger auf, die Aufkleber zu entfernen. Mit Erfolg: Die braunen Botschaften verschwanden.

Die Hakenkreuz-Sprüh-Aktion im Umfeld des Bahnhofs steht laut Polizei nicht alleine da. So sagte Schmitz, dass das Remok-Kommissariat zuletzt in Stolberg mehrere Hakenkreuz-Schmierereien festgestellt hat. Am Wochenende waren auch im Dürener Südkreis auf Heimbacher Stadtgebiet und in der Gemeinde Hürtgenwald mehrere Hakenkreuze gesprüht worden. „Im Moment häufen sich die Fälle in unserer Region wieder.“ Deswegen bittet die Polizei noch einmal, verdächtige Aktionen zu melden.

Auch bei der Rurtalbahn wird der Jülicher Bahnhof als Problemzone eingestuft. „In Jülich haben wir häufiger Vandalismus-Probleme“, sagte Rurtalbahn-Sprecher Sebastian Nießen. Jülich und Huchem-Stammeln seien die zwei der insgesamt 28 Haltepunkte, an denen es bisher häufiger zu Problemen gekommen sei. Von extremistischen Botschaften wusste Nießen nichts. „Sowas tritt leider immer mal wieder auf. Aber bisher nicht so massiv“, sagte Nießen.

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