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111 Jahre KG Stopp dä Mutz gefeiert

Von: ptj
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Überraschungstanz zum „jecken Jubiläum“: Vier Tanzgruppen, darunter eine ehemalige, schenkten ihn dem Publikum in Broich. Foto: Jagodzinska
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Interne Ehrung: KG-Vorsitzender Holger Ebbighausen zeichnet seinen Vorgänger Peter Hintzen (l.) aus. Foto: Jagodzinska

Broich. „Ach nee, Fränz, wat sen mer doch alt jewudde. 111 Jahre, su alt wird kein Schwein“. So begann die Büttenrede zur Geschichte der KG „Stopp dä Mutz“ Broich, vorgetragen von Steffi Bellartz und Bernd Pauli in Seniorenverkleidung.

„Man entschied 1903, daat Lazarus-Brauchtum opleeve zu lose, also dä Mann zu precke, wie de Gesellschaft us Jülich“, betonte Pauli. Das Mundart-Zwiegespräch mit vielen Anekdötchen rief etwa die Zwangspause im Krieg in Erinnerung, den ehemaligen Saal „Kückes“ und seine Schließung 1961, verbunden mit einer erneuten Pause bis zum Neubau der Bürgerhalle 1972. Der Vorsitzende hieß damals Josef Hintzen, sein Vize war Anton Schall.

Mit 80 D-Mark aus Altbeständen

Mit 80 D-Mark Barvermögen „us Altbeständen startete de irschte Sitzung“. 1985 wurde der Senat gegründet, damit „Jeld in de Kass kom“. Die ersten drei Senatoren hießen Pastor Josef Jansen, Ortsvorsteher Hans Lennartz und Rolf Weingartz.

Im Jahr 2000 wurde der Rosenmontagszug auf den Samstag vorverlegt, Ehrenmitglieder wurden aufgenommen. 2005 ist das Broicher Hexentreiben ins Leben gerufen worden. 2006 avancierte die KG zum Mitglied im Festausschuss Jülicher Kengerzoch und es entstand die Besengruppe, die „et och net mieh jitt“. 2008 wurde die Lazarustaufe wiederbelebt, die jedoch wegen fehlender Bevölkerungsakzeptanz seit 2012 nicht mehr stattfindet.

Heute zählt der Senat 46 Mitglieder, Senatspräsident ist Heinz Müller. Von insgesamt 228 KG-Mitgliedern sind 60 aktiv. „Mir wünschen us, daat mer noch mieh Mitglieder bekomme, und die KG Stopp dä Mutz uns noch lange erhalten bliev“, betonten die Büttenredner abschließend.

Stommels rappen ein Grußwort

Auch der weitere Festkommers zum 111-jährigen Bestehen unter der Schirmherrschaft von Sparkassenvorstand Udo Zimmermann gestaltete sich kurzweilig. Bürgermeister Heinrich Stommel hatte – unterstützt von Gattin Elisabeth – sein Grußwort als Rap vorbereitetet, das vom Publikum im Rhythmus mitgeklatscht wurde.

Die Vertreter der Ortsvereine sowie die aller Jülicher Karnevalsgesellschaften formulierten jeweils ein gemeinsames Grußwort. Für erstere sprach Wolfgang Schiffer, letztere vertrat Christoph-Albert Schröder. Ein viel beklatschter Höhepunkt war der gemeinsame schwungvolle Jubiläumstanz der beiden KG-eigenen Tanzabteilungen sowie des Herrenballetts und der ehemaligen Tanzgruppe „Große Mädchen“. Der gelungene Mix aus Showtanz und Hebefiguren begeisterte das Publikum so sehr, dass der Tanz sogar noch ein zweites Mal zur Aufführung kam. Anschlöießend traten alle Aktiven der KG zu den rund 30 Tänzern auf die Bühne, um gemeinsam zu singen und zu schunkeln.

„Wenne dat siehst, dann weißte, wofür du die Arbeit für die KG machst“, zitierte der moderierende Vorsitzende Holger Ebbighausen begeisterte Anmerkungen aus den Reihen der KG.

Es folgte eine Ehrung der etwas anderen Art: Willi Sommer vom Verband Aachener Grenzlandkreise war angereist, um die verdienten langjährigen Mitglieder Franz Hintzen und Heinz Müller mit dem BdK-Verdienstorden in Gold zu ehren, aber beide mussten kurzfristig wegen Erkrankung und Trauerfall in der Familie absagen. So überreichte Sommer die Urkunden der Gesellschaft und platzierte die Jubiläumsfahnenschleife an der Standarte. Ebbighausen ließ eine interne Ehrung folgen. Er bedankte sich persönlich bei seinem Vorgänger Peter Hintzen, der 21 Jahre lang Präsident der KG war und dessen Fußstapfen „groß“ seien. Einen Orden aus seinen Händen erhielten ferner Gardetrainerin Martina Malejka und seine Ehefrau Carla Ebbighausen, die beide KG-intern einen erheblichen Beitrag leisten, denn: „Jeder ist in der KG willkommen, der einen Beitrag leisten will.“

„De Muutbengel“ reißt mit

Eine viel beklatschte Premiere feierte im anschließenden „noch gemütlicheren Teil“ Marc Muckel als „De Muutbengel“, der sich singend „anitquarisch jeck“ zeigte. Er hat Jülicher Geschichten und alte Lieder „aufgepeppt“ und rief das jecke Publikum etwa auf: „Jülich stond op und lass dir nix jefalle“.

Schon „die letzte Sitzung gerockt“ hatten Kirsten Jungen & Torsten Küppers. In ansprechenden Kostümen wurden sie vom Publikum für ihre vielen Kurzbeiträge in Anlehung an die Kölner Stunksitzung gefeiert. Beispiele sind „Ich nehm den Rest“ nach Tina Turners „Simply the best“ oder „Da kommt‘n Komma“ nach Köbes Underground. Die Backesband aus Müntz brachte abschließend jede Menge Stimmung in den abwechslungsreichen Festkommers.

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