Koslar - 100 Kilometer Pilgern im Jülicher Land

100 Kilometer Pilgern im Jülicher Land

Von: Sarah Plahm
Letzte Aktualisierung:
Bürgermeister Heinrich Stomme
Bürgermeister Heinrich Stommel, Dr. Peter Nieveler und Anke Keppel (v. l.) eröffneten gestern beim Koslarer Pfarrfest den Pilgerweg. Foto: Plahm

Koslar. Dass es beim Pilgern nicht immer gleich eine hunderte Kilometer umfassende Strecke und eine wochenlange Reise sein muss, zeigt der Jülicher Pilgerweg der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Heilig Geist. Seit Sonntag ist der über 100 Kilometer lange Weg offiziell eröffnet. Im Rahmen des Tages des offenen Denkmals und des Pfarrfestes der Gemeinde Koslar stellte Ideengeberin Anke Keppel den Gästen das Konzept vor.

So lässt es sich in Zukunft mit Hilfe einer Pilgerkarte zu Fuß, mit dem Fahrrad, aber auch mit dem Auto zu den Kirchen, Kapellen und Bildstöcken der GdG - ebenso nach Krauthausen und Engelsdorf - reisen.

„Den Pilgerweg ins Leben zu rufen, bedurfte vieler Gespräche, brachte Rückschläge und viel Arbeit mit sich und war nur mit viel Herzblut zu realisieren”, sagte Anke Keppel in ihren Begrüßungsworten an die trotz des regnerischen Wetters zahlreich erschienenen Gäste, darunter auch Bürgermeister Heinrich Stommel. Dass sich die unermüdliche Arbeit gelohnt hat, zeigt das Ergebnis. Nicht lange musste die Koslarerin nach Helfern suchen und konnte so gemeinsam mit Cordula Schmitz, Dr. Peter Nieveler und Norbert Freudenberg das Konzept der Pilgerreise entwickeln.

Dazu gehörte natürlich auch die Entwicklung einer Karte, mit der sich die Reise planen lässt. Auf der finden sich sämtliche Wege in und um die Gemeinden sowie zur Stadt Jülich. Es lassen sich nicht nur die verschiedenen sowohl katholischen als auch evangelischen Kirchen bewundern, die zum besinnlichen Verweilen einladen, sondern mit Hilfe der Karte, auf dessen Rückseite sich zu jeder Kirche ein kleiner Text befindet, auch die Historie und beachtenswerte Besonderheiten nachvollziehen. In mühevoller Arbeit schrieb Peter Nieveler die informativen Texte, die eine Pilgerfahrt mit ausführlichem Hintergrundwissen ermöglichen.

Doch auch für das leibliche Wohl auf einer Etappe des Pilgerwegs ist gesorgt, wie Anke Keppel berichtete. So habe sich das Altenzentrum St. Hildegard in Jülich dazu bereit erklärt, Pilgern eine Mahlzeit zum Selbstkostenpreis anzubieten. Peter Nieveler wies darauf hin, dass man sich zuvor kurz anmelden sollte.

Dass Pilgern aber nicht einfach nur eine Fahrradtour ist, liegt auf der Hand. Denn „Pilgern macht Mühe, erfordert Umwege und Wiederkommen,” erklärte Anke Keppel. Und so sei jeder Pilger zunächst ein „Peregrin”, ein Fremder also, der in die Welt hinausgezogen sei, um vielleicht sich selbst zu finden und dabei Gott findet - oder umgekehrt. Bürgermeister Heinrich Stommel betonte in seiner Rede noch einen ganz anderen Aspekt: das Zueinanderfinden. So wird Pilgern nicht nur eine Glaubensreise, sondern stärkt auch die Gemeinschaft.

Peter Nieveler stellte heraus, warum das Motto des Tages des offenen Denkmals „Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert” auch zum Jülicher Pilgerweg passt. So wäre es eine Revolution, wenn im Lauf der nächsten Monate alle Kirchen auf dem Pilgerweg geöffnet werden könnten, denn das ist bisher nicht der Fall.

Wer eine Pilgerreise planen möchte, kann das auch im Internet. Auf der Homepage www.juelicher-pilgerweg.de finden sich Fotos, Texte, Infos und Veranstaltungshinweise.

Die Pilgerkarte kann gegen eine Schutzgebühr von 1 Euro in allen Kirchen der GdG erworben werden.
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