100 Jahre Alemannia Bourheim: Stets Werte des Sports verkörpert

Von: jago
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100 Jahre Alemannia Bourheim: Beim Festkommers des Traditionsvereins wurden verdiente und langjährige Mitglieder und Freunde mit Ehrenurkunden und -nadeln ausgezeichnet. Foto: Jagodzinska

Bourheim. „Ein Glück, dass die 14 jungen Männer vor 100 Jahren den Mut hatten, die Alemannia zu gründen“, gedachte Schirmherr Udo Zimmermann in seiner Laudatio beim Festkommers zu Beginn der Festwoche anlässlich des 100-jährigen Bestehens des FC Alemannia Bourheim der sportbegeisterten Männer, die 1913 den Grundstein des Vereins gelegt haben.

In seiner ebenso humorvollen wie nachdenklichen Ansprache verdeutlichte er die Werte eines Sport- insbesondere Fußballvereins. Die dort gelebte Kameradschaft, der Teamgeist und die Fairness förderten die Gemeinschaft „in der heutigen sprachlosen Zeit“ und seien damit etwas ganz besonders Wichtiges für die Gesellschaft. Zum Zeichen des Dankes für die gute Jugendarbeit spendierte er dem Jubilar zwei Netze mit Fußbällen in rot-weiß und schwarz-blau für den Nachwuchs.

Zuvor hatte der Vorsitzende Volker Eßer in einem kleinen Rückblick darauf verwiesen, dass die Alemannia nicht nur gute Zeiten erlebt habe, das Positive aber unter anderem mit dem sportlichen Höhepunkt Kreismeisterschaft 1988 deutlich überwiege. „Es sind neben den in den Chroniken verzeichneten die vielen kleinen und großen Geschichten, die das Vereinsleben ausmachen“, positionierte er die Alemannia treffend in der Gemeinschaft aller Dorfvereine, die in Bourheim bestens funktioniert.

Wie nah im Fußball Freud und Leid beieinander liegen, wurde bei den kurz aufeinander folgenden Festreden von Bürgermeister Heinrich Stommel und MdL Josef Wirtz überdeutlich. Als bekennender Schalke-Fan fühlte Stommel sich in der königsblauen Dekoration sichtlich wohl und bewies zudem Fanbegeisterung: „Ich hab ein wenig beim Confed-Cup zugeschaut und muss sagen, die Italiener sind wieder verdammt stark.“ Für Alemannia-Aachen- Mitglied Wirtz sieht die Zukunft hingegen dramatisch aus: „Ich bekomme Gänsehaut bei dem Namen Alemannia.“ Was bleibt, ist die Hoffnung auf die oft beschworene Auferstehung aus Ruinen.

Neben dem Dank an die Sponsoren, die den Bourheimer Kickern finanziell immer wieder unter die Arme gegriffen haben, und an den Jubiläumsausschuss brachte Moderator Ferdi Nelles das Programm mit den Aufmärschen der politischen Honoratioren, der Ortsvereine und der Verbandsvertreter erfreulich zügig über die Bühne. Diese Souveränität würde man so manchem anderen Veranstalter auch wünschen. Als Funktionär diverser Organisationen erledigte Fußball-Kreisvorsitzender Manfred Schultze Ehrungen verdienter Mitglieder, die sich unter anderem über die Verleihung der silbernen Verbandsehrennadel freuten. Weitere Laudatoren würdigten ebenfalls die ehrenamtliche Erfüllung sozial wichtiger Komponenten des Vereins und seiner Leistungsträger in Verwaltung und Sport.

Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär, rief in Erinnerung, wie unterschiedlich sich die Beziehungen der europäischen Staaten von 1913 und 2013 darstellt: Damals unversöhnlich scheinende Feindschaft bis hin zum Krieg, heute unbedingter Wille zur friedlichen Koexistenz.

Die Lacher auf seiner Seite hatte Pastor Dr. Peter Jöcken, der nach der Rede von Josef Wirtz statt der Bourheimer die Aachener Alemannia herzlich begrüßte und bekannte: „Der Wirtz hat mich dermaßen durcheinandergebracht, ich kann bald in die Anstalt eingeliefert werden.“ Seine Aufforderung galt, sich dem Trend entgegenzustellen, wonach die großen Vereine den kleinen die Sportler wegnehmen, weil sonst der Tod aller heimatverbundenen Verein drohe.

Treue zum Verein gilt bei den Menschen in Bourheim noch etwas, und so wurden zum offiziellen Abschluss des Festkommers‘ viele Auszeichnungen, Ehrennadeln und Urkunden als Dank und zum Ansporn verliehen.

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