Zugausfälle: Pro Bahn kritisiert DB Netz

Von: disch
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Aus dem Haltepunkt Erkelenz so
Aus dem Haltepunkt Erkelenz sollte wieder ein Bahnhof werden: Dies fordert jedenfalls der Fahrgastverband Pro Bahn und wünscht sich dies auch für Übach-Palenberg.

Kreis Heinsberg. Der Fahrgastverband Pro Bahn in der Euregio Aachen hat sich mit deutlicher Kritik an die Öffentlichkeit gewendet und einen Forderungskatalog aufgestellt, den es nun abzuarbeiten gelte.

Anlass für die harsche Kritik war nicht zuletzt ein Sturm am 29. April, der die Oberleitung bei Wickrath beschädigt hatte. Als Resultat war die Bahnstrecke zwischen Rheydt und Baal deshalb einige Tage lang nur noch auf einem Gleis befahrbar war; an mehreren Werktagen waren dadurch die morgens und nachmittags zur Hauptverkehrszeit verkehrenden Verstärkerzüge ausgefallen.

„Hier rächt sich, dass die für die Infrastruktur zuständige DB Netz jahrelang auf Rückbau gesetzt hat”, erklärte Verbandssprecher Michael Bienick. Nach seiner Darstellung sind im Jahr 2007 Weichen ausgebaut und Bahnhöfe zu Haltepunkten zurückgebaut worden. Dies alles sei mit breiter Rückendeckung der Landes- und Bundespolitik unter dem Vorwand geschehen, im Zusammenhang mit dem Bau eines elektronischen Zentralstellwerkes die Leistungsfähigkeit der Strecke steigern zu können.

„Das nun genau das Gegenteil der Fall ist, hat die Bahn nicht nur in den vergangenen Tagen eindrucksvoll bewiesen”, so Stefan Houbertz, Vorsitzender von Pro Bahn in der Euregio. Der Fahrgastverband sei immer schon gegen den Rückbau der Bahnhöfe Übach-Palenberg und Erkelenz zu Haltepunkten gewesen. „Leider wurde uns diesbezüglich nie großes Gehör zuteil”, so Houbertz.

Der Ausfall der Züge habe insbesondere morgens zu zahlreichen Beeinträchtigungen wie Verspätungen und Überfüllung geführt.

Der Fahrgastverband fordert, aus dieser Misere Konsequenzen zu ziehen, und erwartet von der Landespolitik und dem für Schienennahverkehr verantwortlichen Zweckverband Nahverkehr Rheinland, sich bei der DB Netz dafür stark zu machen, den Haltepunkt Erkelenz, aber auch den Haltepunkt Übach-Palenberg wieder zu Bahnhöfen zu erweitern. Würde es in Erkelenz noch einen Bahnhof mit Weichen beziehungsweise einem dritten Gleis geben, wäre im aktuellen Fall nicht die 18,4 Kilometer lange Strecke zwischen Rheydt und Baal, sondern lediglich der Abschnitt zwischen Rheydt und Erkelenz (12,8 Kilometer) nur noch auf einem Gleis befahrbar gewesen, so Pro Bahn; dann hätten die Verstärkerzüge zumindest nicht komplett ausfallen müssen.

Von der DB wurde die Störung aufgrund des Sturmschadens bestätigt. Nachdem zunächst noch eine längere Reparaturphase befürchtet worden sei, habe die zum Ausfall der Verstärkerzüge führende Störung dann allerdings doch nur bis Mitte der Woche bestanden. Wünsche könne der Fahrgastverband sicherlich äußern, so Bahn-Pressesprecher Udo Kampschulte in Düsseldorf auf Anfrage. Aber die Entwicklung im Laufe der Jahrzehnte sei nun einmal so gewesen, dass bestimmte Gleise und Weichen nicht mehr benötigt worden seien. Nur für den Fall einer Störung Überholgleise oder Ausweichmöglichkeiten vorzuhalten, sei „wirtschaftlich nicht darstellbar”.

Eine erneute Störung nach einem Oberleitungsschaden ? diesmal zwischen Linnich und Baal ? hatte es nach Angaben des Bahnsprechers am Sonntagabend gegeben. Doch konnte diese noch in der Nacht zum Montag wieder behoben werden. Insgesamt seien in diesem Fall 24 Züge betroffen gewesen, davon 17 mit Teilausfällen. Andere Züge seien umgeleitet worden.
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