Hückelhoven-Millich - Zank um Proteste gegen L 117n

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Zank um Proteste gegen L 117n

Von: hewi
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Kaum Einigkeit: Beim Infoabend der Bürgerinitiative „L 117n sofort“ werden sogar Straßenblockaden als Mittel des Protests ins Spiel gebracht.

Hückelhoven-Millich. Die Bürgerinitiative „L 117n sofort“ hatte zum Infoabend ins Sportlerheim eingeladen. Dabei ging es unter anderem um Aktionen zum Besuch des Landesverkehrsministers Michael Groschek, der am kommenden Montag in Hückelhoven erwartet wird.

Zuerst jedoch berichtete der Sprecher der Bürgerinitiative, Dieter Kampmann, über den Stand der Dinge. Geändert habe sich nichts. Die Stadt verfolge weiter ihre Klage beim Verwaltungsgericht Aachen zur Entwidmung der Bahntrasse. Dort soll die Umgehung der L 117 für Millich und Ratheim gebaut werden, die Bürger und Politik gleichermaßen seit Jahren fordern.

„Stadt würgt sich selbst ab“

Nur scheinen sich einige Bürger nicht mit dem anfreunden zu können, was die Stadt tut, um ihr Ziel zu erreichen. Nach Lesart von Kampmann und der Bürgerinitiative hat die Stadt durch die Klage ihr Bemühen um eine zeitnahe Umsetzung der Umgehungsstraße zunichte gemacht. Sehr detailliert berichtete er dann von Zielabweichungs-, Planfertigstellungs-, Bauleit- und anderen Verfahren, die in ihrer Relation zueinander kaum verständlich zu erklären waren.

Die Stadt, so erläuterte er, hatte das Baurecht für die stillgelegte Trasse erworben. Daraufhin hätten sich Bahnbefürworter gemeldet und die Reaktivierung der Trasse Ratheim-Baal gefordert, woraufhin wiederum das Eisenbahnbundesamt (EBA) die Entwidmung der Trasse abgelehnt habe.

„Die Stadt hat sich selbst mit der Klage abgewürgt“, sagte Kampmann. Denn wegen der Klage könne letztlich derzeit die Straße nicht gebaut werden. Das sah Norbert Fister von der CDU ganz anders. Der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses widersprach Kampmanns Ausführungen entschieden und verwies darauf, dass die Stadt als Behörde auch nur „behördlich handeln“ könne, was auch das Beschreiten des Klageweges beinhalte, um eine „Bahnplanung von Anno Tobak“ zu beseitigen. Das kann Jahre dauern.

„Die Zeit zwischen Klage und Bau wollen wir nicht ungenutzt lassen“, erläuterte Kampmann. Deshalb fordert die Bürgerinitiative Lärm- und Feinstaubmessungen sowie Blitzanlagen entlang der L 117 durch Millich und Ratheim. Dazu kommt eine Erneuerung der Straßendecke, die durch den Lastkraftverkehr arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, wie Lothar Fischer von der Bürgerinitiative ausführte. Entsprechende Unterschriftenlisten sollten dem Minister beim Besuch überreicht werden.

Bei den Zuhörern stieß das nicht nur auf Wohlwollen. Blockaden oder Sperrungen von Straßenabschnitten wurden als mögliche Aktionsformen ins Spiel gebracht. Plakate und Unterschriftenlisten scheinen einigen Betroffenen nicht mehr zu genügen. Schuldzuweisungen wurden hin und her geschoben, bis die ersten gingen. Einigkeit herrschte nicht einmal darüber, seit wann das Thema L 117 schon als Zankapfel zwischen Stadt und Land im Raum steht.

Mit gemäßigten Mitteln

„Von Hauruck-Methoden nehmen wir deutlich Abstand“, betonte Kampmann nach der Versammlung noch einmal. Mittlerweile werde seitens der Stadt von einer neuen Planungslage gesprochen, worüber er sich beim Besuch des Ministers weitere Informationen erhoffe. Minister Groschek werde am Montag auf jeden Fall deutlich „und mit gemäßigten Mitteln“ auf die Thematik L 117n und den entsprechenden Handlungsbedarf hingewiesen.

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