Wurzeln der Stadt liegen tief in der Erde

Von: Helmut Wichlatz
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Relikte der Steinkohle-Ära: Der Bergbau hat in Hückelhoven mehr hinterlassen als den Förderturm von Schacht 3. Foto: Angelika Stöcker
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Mit einem großen Festakt wird das 100-jährige Jubiläum der Kohleförderung in Hückelhoven gefeiert. Bürgermeister Bernd Jansen (links) und sein Mitstreiter Detleft Stab (rechts) wollen die Erinnerung an den Bergbau wach halten. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Die Vergangenheit bewahren: Mit einem großen Festakt in der Aula wollen die Stadt und die Bergbauvereine am 8. Januar des Beginns der Kohleförderung in Hückelhoven gedenken. Denn 100 Jahre ist es her, als in Hückelhoven die erste Tonne schwarzes Gold aus dem Stollen geholt wurde.

„Nur wer seine Wurzeln kennt, kann die Zukunft gestalten“, betont Bürgermeister Bernd Jansen im Hinblick auf das Großereignis. So sei die Verwaltung nur zu gerne bereit gewesen, das Jubiläum mitzugestalten, als die ehemaligen Bergleute Anfang des Jahres mit der Idee anklopften. „Der Bergbau war allgegenwärtig“, erinnerte sich Jansen.

Keimzelle des Wachstums

Die Geschichte der Zeche ist gleichzeitig die rasante Geschichte Hückelhovens vom Dorf zur modernen Stadt. Auf den ehemaligen Flächen der Zeche wuchs eine neue Stadt. Selbst die Himmelsleiter an der Millicher Halde, die gerne von Besuchern genutzt wird, verdankt die Stadt dem Bergbau.

Nach der Zechenschließung 1997 haben die Kumpel die Bergbautradition in Hückelhoven aufrechterhalten. Vereine wie die Bergbau- und Mineralienfreunde oder der Förderverein Schacht 3 sind entstanden, die Bergkapelle und der Schachtchor gehören längst zum festen kulturellen Interieur der Stadt.

Detlef Stab, der ehemalige stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, und der letzte Generalbevollmächtigte Hans-Georg Riess haben im Vorfeld des Festakts schon einige Arbeit geleistet, wobei sie seitens des Stadtmarketings von Holger Loogen und seinem Team unterstützt wurden. Kernstück und emotionales Bindeglied des Festakts in der Aula wird sicherlich die fast einstündige Präsentation sein, mit der die Geschichte des Bergbaus in Hückelhoven von der ersten Tiefbohrung 1884 bis zum letzten Förderwagen am 27. März 1997 noch einmal lebendig wird. Dafür wurden auch Filmausschnitte gesammelt, die in privaten Sammlungen und im Archiv des deutschen Bergbaumuseums in Bochum aufgestöbert wurden. Dorthin waren Teile des Archivs von Sophia-Jacoba nach der Stilllegung gebracht worden, wie Riess erklärte. Sonst wäre sicherlich nicht mehr so viel erhalten geblieben.

An dem Festakt werden auch die Knappen beteiligt sein, die in ihren schwarzen Kitteln und mit angezündeten Wetterlampen in die verdunkelte Aula einmarschieren werden. Riess, Jansen und der ehemalige Arbeitsdirektor Heinz Preuß stehen auf der Rednerliste und werden die gemeinsame Geschichte von Stadt und Zeche aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.

Uraufführung

Wenn Bergleute feiern, dann darf ein gutes Lied nicht fehlen. Deshalb hat Rolf Becker, der Dirigent der Bergkapelle, ein musikalisches Programm arrangiert, bei dem neben dem traditionellen „Glück auf, Sophia-Jacoba“ auch erstmals ein „Hückelhoven-Lied“ aus der Hand eines unbekannten Bergmanns zu hören ist. Text und Noten haben ebenfalls im Bergbaumuseum die Zeit überstanden und werden beim Festakt am Mittwoch 8. Januar erstmals öffentlich aufgeführt.

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