Winkens stellt die eigene Wahlkampfstrategie in Frage

Von: Nicola Gottfroh
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Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens (6. v. l.) und sein Team feiern weitere sechs Jahre im Amt des Bürgermeisters.

Wassenberg. Während Manfred Winkens (CDU) als Erster Bürger der Stadt am verregneten Morgen nach der Wahl schon früh wieder an seinen alten Arbeitsplatz im Rathaus zurückgekehrt ist, genoss sein Konkurrent an diesem Morgen schon die Sonne Griechenlands.

Und sicherlich nicht nur deswegen hört sich Hermann Thissen am Telefon ein wenig besser gelaunt an als der alte und neue Verwaltungschef.

Manfred Winkens hat die Bürgermeisterwahl in Wassenberg zwar wieder gewonnen, musste diesmal aber deutliche Verluste einstecken. Hermann Thissen dagegen kann zufrieden sein mit dem Ergebnis, das er bei der Bürgermeisterwahl eingefahren hat. 15 Prozent der Stimmen hat er Bürgermeister Manfred Winkens abgeluchst.

Das liegt sicherlich auch an dem Wahlkampf, den Thissen betrieben hat, und der so ganz anders abgelaufen ist, als die Wahlkämpfe in der Vergangenheit. „Vielleicht war unsere Wahlkampfstrategie, uns zu vielen Vorwürfen der SPD und Hermann Thissens nicht zu äußern, rückblickend nicht die Richtige“, sagt Manfred Winkens. Trotzdem, so betont er, sei er durchaus zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich freue mich, weiterhin Bürgermeister von Wassenberg sein zu können. Das Ergebnis ist trotz der Verluste in Ordnung. Ich hatte nicht mit 72 Prozent der Stimmen wie bei der Kommunalwahl 2009 gerechnet. Und mit 58,7 Prozent der Stimmen bin ich nah dran an den 60 Prozent, die ich mir als Ziel gesetzt hatte“, sagt Winkens.

Was erstaunt: Abgestraft von den Bürgern wurde zwar Manfred Winkens, nicht aber seine Partei. Während der Bürgermeister Verluste einstecken musste, kann die Wassenberger CDU durchaus zufrieden sein. Insgesamt 49,9 Prozent holte die CDU. Der Verlust beträgt weniger als ein Prozent. Und wie in den vergangenen Jahren besetzten die Christdemokraten auch in dieser Legislaturperiode 18 Sitze im Stadtrat.

„Die Christdemokraten haben immer noch eine Mehrheit. Damit lässt sich im Rat vernünftig arbeiten“, gibt sich der Bürgermeister optimistisch. Die SPD holte immerhin 30,5 Prozent der Stimmen (2009: 24,1) und erhöht die Zahl ihrer Sitze im Rat von acht auf elf. „Wir haben unser Hauptziel erreicht. Die SPD wurde wegen der Übermacht der CDU in den vergangenen Jahren in Wassenberg kaum noch wahrgenommen. Jetzt wird sie wieder mehr Gehör bekommen“, verspricht Thissen und betont: „Der Bürgermeister wird jetzt nicht mehr so weitermachen können wie bisher. Er kann jetzt nicht mehr jeden Einwand ignorieren.“

Bürgermeisterkandidat Wolfram Steinhage (Die Linke) trat zum wiederholten Male gegen Winkens an, konnte ihm aber mit 5,7 Prozent der Stimmen auch diesmal wie erwartet nicht gefährlich werden. Auch im Stadtrat ändert sich für die Linke nicht viel. Sie belegt weiterhin zwei Sitze.

Einen Sitz und zahlreiche Stimmen dagegen verlor die FDP, die bei dieser Wahl lediglich 5,8 Prozent (2009: 10,4) erreichte. Fast dasselbe Wahlergebnis wie vor fünf Jahren erreichten die Grünen. Sie legten von 8,9 Prozent auf 9,1 Prozent zu und behalten ihre drei Sitze im Stadtrat.

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