Wiedereröffnung der Bahnstrecke: Nach 33 Jahren ein gutes Ende

Von: Rainer Herwartz
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Die Initiatoren und Organisatoren der Bahnstrecke sind mit dem Ergebnis zufrieden. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Wie sich die Zeiten ändern: Als am 27. Mai 1890 erstmals die Bahnstrecke zwischen Heinsberg und Lindern eingeweiht wurde, bestand der Zug aus einer dampfenden Lokomotive, einem geschlossenen Waggon, in dem eine Musikkapelle saß und einem offenen Wagen, auf dem gedeckte Tische standen, an denen die 30 Ehrengäste rund um den damaligen Landrat Freiherr von Scheibler Platz genommen hatten.

Wenn auch diesmal nicht offen gereist werde, weil schon die Witterung dies nicht zulasse, wie Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder am Montag erklärte, so schmälere dies in keiner Weise den festlichen Rahmen und die Begeisterung, mit der die jetzige Wiedereröffnung der Bahnstrecke gefeiert werde. Ab Sonntag ist es schließlich soweit. Die Kreisstadt hat wieder offiziell einen Bahnanschluss. Dann wird die Strecke Heinsberg – Lindern eingebunden in die RB 33 (Rhein-Niers-Bahn) der Deutschen Bahn.

Im Rahmen des Bürgerfestes, das sich zwischen 10 Uhr und 18 Uhr durch die ganze Innenstadt zieht, wird es am Bahnhof ein beheiztes Festzelt mit Informationen und Unterhaltung geben. Ab 7.33 Uhr fährt der erste Zug gen Aachen, der letzte setze sich dort um 22.37 Uhr Richtung Heinsberg in Bewegung, erklärte Dieder, der sich bei allen Entscheidungsträgern für das gelungene Unterfangen bedankte. Allen voran bei Hans Joachim Sistenich, dem Geschäftsführer der Aachener Verkehrsverbund GmbH, den er wiederholt als den „Motor“ des Projektes bezeichnete.

„Schade, dass man solche Tage nicht öfters erlebt“, meinte Landrat Stephan Pusch. Schließlich habe es 33 Jahre gedauert, bis die Bahnverbindung endlich wieder Realität geworden sei. Schon seine und Dieders „Vorvorvorgänger“ hätten sich darum bemüht. Erst in der „heißen Phase ist es dann beachtenswert schnell gegangen“.

Das unterstrich auch Sistenich. „Der Erfolg dieses Projektes ist der Erfolg einer einzigartigen Kooperation.“ Letztlich seien es aber „immense Kapazitätsengpässe zwischen Aachen und Mönchengladbach gewesen“, die das Vorhaben so beschleunigt hätten. „Mit relativ geringem Mehraufwand wurde so ein hoher Effekt erreicht.“ Für tausende Pendler sei die neue Bahnstrecke zweifellos ein Gewinn.

„Damit die Wurmtalbahn ein voller Erfolg wird, musste auch das Busliniennetz angepasst werden“, warf Udo Winkens ein, der Geschäftsführer der WestEnergie und Verkehr GmbH. Als Beispiel nannte er die neue Linie 492, die zwischen Dremmen und Hilfarth verkehrt und die Ortschaften Herb, Uetterath, Randerath und Himmerich bediene. Zum Schulanfang und zum Schulschluss werde auch das Schulzentrum Oberbruch eingebunden.

Staatssekretär kommt

Bereits am Freitag wird Staatssekretär Gunther Adler gegen 13.15 Uhr am Bahnhof in Heinsberg erwartet. In einer interessanten, moderierten Talkrunde werden die Projektpartner die Entstehungsgeschichte Revue passieren lassen.

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