Kreis Heinsberg - Wertvoller Lebensraum ist in Gefahr

Wertvoller Lebensraum ist in Gefahr

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Die Stadt Wassenberg plant „Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen“ auszuweisen. Der Nabu–Kreisverband Heinsberg lehnt die Errichtung von Windenergieanlagen in Wald- und Schutzgebieten aber ab.

Kreis Heinsberg. Der Ausstieg aus der Atomenergie und die sogenannte „Energiewende“ in Deutschland führt auch im Kreis Heinsberg zu rasanten Entwicklungen, Windräder schießen mancherorts wie Pilze aus dem Boden.

An die Anlagen in der freien Landschaft hat man sich zwischenzeitlich gewöhnt, nunmehr soll aber in einem der waldärmsten Landkreise in NRW zusätzlich noch Wald für die Errichtung von Windkraftanlagen geopfert werden.

Seitens der Stadt Wassenberg ist geplant, im Rahmen einer Änderung des Flächennutzungsplanes sogenannte „Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen“ auszuweisen. Mit dieser Änderung soll der Weg freigemacht werden, um Windenergieanlagen mitten im Wald zu errichten.

Die zur Errichtung von Windkraftanlagen vorgesehene Waldfläche stellt einen wertvollen Lebensraum im waldarmen Kreis Heinsberg dar. Sie liegt unmittelbar benachbart zu drei sensiblen, europaweit durch die sog. „FFH-Richtlinie“ geschützten Lebensräumen, den Bachtälern von Schaagbach und Helpensteiner Bach und dem niederländischen Nationalpark De Meinweg. Eine Vielzahl seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten finden dort ihren Lebensraum.

Die Auswirkungen von Windenergieanlagen im Wald sind nach heutigen Erkenntnissen mit sehr hohen, nicht überschaubaren Risiken für das sensible Ökosystem Wald mit seinen vielfältigen Lebensräumen verbunden. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik, zeigt zudem auf, dass deutlich mehr Flächen außerhalb von Wäldern und Schutzgebieten zur Verfügung stehen als notwendig sind, um die klimapolitischen Ziele des Landes NRW zu erreichen.

Aus diesen Gründen lehnt der Nabu–Kreisverband Heinsberg die Errichtung von Windenergieanlagen in Wald- und Schutzgebieten ab. Damit die Energiewende gelingen kann, sollten Effizienz und Energiesparen an erster Stelle stehen. Erst danach kommt ein geregelter Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Dieser sollte, um negative Auswirkungen zu vermeiden, über eine geordnete Vorrangplanung auf Regierungsbezirksebene erfolgen und nicht in den Händen der einzelnen Kommunen liegen.

Aufstellung von Windkraftanlagen im Wald nach übereilten Planungen ohne angemessene Berücksichtigung von Mensch und Natur ist nicht die Lösung der drängenden Energieprobleme.

Wie die aktuellen Planungen zeigen, wird derzeit leider ein geregelter und zielgerichteter Ausbau der Windenergie durch massive wirtschaftliche Interessen verhindert.

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