Heinsberg - Wenn nachts der Mafia-Anwalt auf dem Schrank sitzt . . .

CHIO-Header

Wenn nachts der Mafia-Anwalt auf dem Schrank sitzt . . .

Von: fw
Letzte Aktualisierung:
6285104.jpg
Dr. Martin Stoltenburg, wirft einen Blick in das neue Wrk von Prof. Christof Kessler. Foto: Windelen

Heinsberg. Hirnkrankheiten können die Persönlichkeit eines Menschen verändern. In erschütternden, anrührenden und manchmal komischen Erzählungen hat der renommierte Greifswalder Neurologe Prof. Christof Kessler Schicksale aus seiner Praxis literarisch verarbeitet. Im Rahmen einer bundesweiten Premiere präsentiert der Autor am Freitag, 27. September, 20 Uhr, in der Buchhandlung Gollenstede sein Buch „Wahn“.

Dr. Martin Stoltenburg, der 30 Jahre lang Chefarzt der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf war, wird in einem Gespräch mit Kessler auf die Feinheiten des Buches eingehen. Stoltenburg hat deshalb im Vorfeld das ungebundene Rohlingswerk bereits studiert und konstatiert: „Es geht nicht um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung. Es geht um Literatur. In klarer Sprache, im Stilmittel eines Romans wird dargestellt, was Krankheit mit einem Menschen machen kann, und was der Mensch mit dieser Krankheit macht.“

In zwölf Erzählungen beleuchtet der Autor verschiedene Fälle, die durch neurologische Krankheiten geprägt werden. „Damit begibt sich Prof. Kessler in die Reihe der literarisch tätigen Ärzte. Allerdings wäre es nicht fair, diese Erzählungen mit anderen Arbeiten von Arztschriftstellern zu vergleichen.“ Der Autor entwickele eine eigene Art der Schilderung, indem der Erzähler in die Rolle der Protagonisten schlüpft, um im weiteren Verlauf dem Autor als Ich-Erzähler den Handlungsfluss wieder zu überlassen.

Da ist zum Beispiel die Geschichte vom Mann, der sich von der Mafia bedroht fühlt; einer ihrer Anwälte hockt abends auf seinem Schrank. Und es bedarf nur eines dummen Zufalls und er bricht zu einem furiosen Rachefeldzug auf. Oder diese Geschichte von einer Frau, die an einer seltenen Hirnkrankheit leidet, die nur zwei Prozent der Bevölkerung trifft. Sie erkennt keine Gesichter wieder, auch das ihres Freundes nicht. Dieser fühlt sich gekränkt und lässt sich dies nicht gefallen.

„Es sind allesamt Geschichten, die einen realistischen Kern haben, und auch realistisch enden. Teilweise auch mit Happy End“, hat Stoltenburg beim Studium des papierenen Rohlings festgestellt.

Die Miniaturdramen, sagt Stoltenburg, sind spannend erzählt, die Anatomie des Hirns wird dem Laien sehr schnell, sehr eindrucksvoll deutlich: „Fast beiläufig erfährt der Leser komplizierte medizinische Vorgänge einfach verständlich dargestellt. Es ist nicht nötig, ein medizinisches Wörterbuch zu bemühen. Es wird alles so gut erklärt, dass keine Fragen offen bleiben.“

Unterhaltung ist garantiert, zugleich kann der Zuhörer respektive Leser eine Menge Wissenswertes erfahren. Denn eine „Wahn“-Geschichte kann jeden treffen – selbst oder einen Angehörigen. Karten zu Buchvorstellung und Gesprächsabend in der Buchhandlung Gollenstede gibt es in den Ticket-Shops des Zeitungsverlages Aachen und in allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert