Wenn es Stunk gibt, sind die Erkelenzer dabei

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
7040786.jpg
Etwas andere Narrenkappen auf dem Kopf: Zehn Hühner und der Sitzungspräsident bilden bei der Stunksitzung den Elferrat. Foto: Klassen

Erkelenz. Wenn es Stunk gibt, sind die Erkelenzer dabei! Die beiden Stunksitzungen in der Stadthalle waren am Wochenende restlos ausverkauft. Geboten wurde den Besuchern eine bunte Mischung aus deftigem Humor, der teilweise gekonnt „mitten auf die Zwölf“ zielte.

Lokalsatire gab es nicht nur aus der Erkastadt, die kurzerhand zur „Kreiselstadt“ erklärt wurde. Auch über das Wegberger Rathaus und das Dauerbrennerthema Haushalt kübelten die Stunker ihren Spott aus. Da sah man einen Bürgermeister Reinhold Pillich, der sich zum Heulen aufs Klo zurückgezogen hatte und nur mit einer Extraportion Eis herausgelockt werden konnte.

In Erkelenz konnte man dem Verkehrsausschuss bei einer Sitzung zuschauen, auf der es im wahrsten Sinne des Wortes rundging. Fröhlich hüpften die Mitglieder des Ausschusses um einen Tisch und sangen in Abwandlung des Maffay-Schlagers „Über sieben Kreisel musst du gehen“. Und wo man überall noch kreiseln lassen kann. Einen „in klusiven Kreisel“ an der Lebenshilfe-Wohnstätte Inclusio könnte es ebenso noch geben wie viele kleine Kreiselchen an quasi jeder Gasse. Denn „drehst du dich immer mehr im Kreis, bist du in Erkelenz, das ist der Beweis“.

Doch bei allem Erfolg – im dritten Jahr ihres Bestehens ist die Stunksitzung schon fester Bestandteil des Erkelenzer Karnevals – plagen auch die Stunker dieselben Probleme wie den offiziellen Karneval: die Überalterung. Man sei ja schon froh wenn man eine Karte an einen Besucher unter 50 verkauft bekäme, lamentierte Sitzungspräsident Wolfgang Klein. Um dem Nachwuchsmangel entgegenzutreten, müsse auch die Agentur für Arbeit umdenken.

Und schon war man mitten in einem Sketch, bei dem um die Besetzung des Postens als Prinz ging.

Doch die Messlatte hängt noch. Selbst als „Bachelor of Bütz“ und Absolvent der „Markus-Forg-Akademie“ hat man keine Chance, wenn man nicht trinkt. Und wenn man trinkt und auch sonst ein lebensfrohes Kerlchen ist, dann wird das immer noch nichts, wenn man aus Grevenbroich stammt. Denn dann hat man keine „Arbeitserlaubnis nach geltendem EKG-Recht“.

Als Stunkemariechen begeisterte Jasmin Müller, bei der es auch ihr Tanzpartner Peter nicht schaffte, sie von den Beinen kunstvoll in die Luft zu hieven.

Immer wieder überraschten die Stunkmacher mit umgetexteten Liedern zu Themen, die man kennt. So zum Beispiel der Sitzungspräsident mit seinem Lied an den Bluthochdruck, der ihn erst zum „richtigen Mann“ gemacht habe.

Vom Besuch am Grubenrand und dem Leben mit feinstaub ging es auf den Erkelenzer Kirchturm und zum Grillfest mit den Erkelenzer Tauben. Die sogenannten Helikopter-Eltern bekamen ihr Fett ebenso weg wie die Bemühungen um den Tourismus im Kreisgebiet. Immerhin konnte Bürgermeister Peter Jansen einen tot im Oerather Mühlenfeld aufgefundenen Niederländer als Tourist des Jahres auszeichnen. Einen lebenden Touristen konnte man im Kreisgebiet trotz intensiver Recherchen nicht auftreiben. So kann das gehen.

Die Sitzung lebt auch von der exzellenten Liveband, die von der Bühne aus dabei ist und den Saal passend zum Spiel des Ensembles rockt. Und so passt eines zum anderen. Das Rezept für eine erfolgreiche Sitzung, die auch über mehr als drei Stunden hinweg keine Längen aufkommen ließ.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert