Wassenberg - Was Manfred Winkens anpacken möchte

Was Manfred Winkens anpacken möchte

Von: Nicola Gottfroh
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Nicht viel los in der Innenstadt: In den kommenden Jahren soll Wassenbergs Innenstadt jedoch „Wiederbelebt“ werden. Manfred Winkens möchte in seiner nächsten Amtszeit, sollte er wiedergewählt werden, ein neues Konzept für die Innenstadt umsetzen. Foto: Gottfroh
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Manfred Winkens will seinen Schreibtisch noch nicht räumen. Foto: Gottfroh

Wassenberg. Vom Klassenzimmer ins Rathaus: Der einstige Lehrer Manfred Winkens (CDU) ist seit inzwischen zehn Jahren Erster Mann Wassenbergs. Und wenn es nach ihm geht, wird er das auch noch einige Jahre bleiben.

Auch wenn der inzwischen 63-Jährige, sollte er wiedergewählt werden, übers übliche Pensionsalter hinaus aktiv sein wird, hofft er sehr, sich gegen Herausforderer Hermann Thissen durchzusetzen und wiedergewählt zu werden. Im Interview mit unserer Zeitung spricht er über Probleme der Stadt, Pläne für die nächste Amtszeit und nimmt Stellung zu Kritik aus den Reihen der politischen Gegner.

Herr Winkens, Sie haben nun seit zehn Jahren das Amt des Bürgermeisters inne. Viele Bürger loben Sie dafür, dass Sie Ruhe ins Rathaus gebracht haben. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die behaupten, Sie seien untätig und erstickten jede Diskussion im Rat im Keim.

Winkens: Ich denke, dass mehr als 90 Prozent aller Ratsbeschlüsse der vergangenen Jahre einstimmig gefasst wurden. Und die Menschen in Wassenberg sind froh, dass Ruhe im Rathaus eingekehrt ist. Ich wünsche mir nicht, wieder Zustände wie sie vor mehr als zehn Jahren herrschten. Damals haben alle anderen Kommunen im Kreis Heinsberg über Wassenberg gelacht, weil man sich hier nur gestritten hat. Konstruktive Politik zum Wohle der Bürger wurde kaum gemacht. Doch in den vergangenen zehn Jahren ist es uns gelungen, sachlich und sachorientiert mit allen im Rat vertretenen Parteien zusammenzuarbeiten. Das möchte ich auf gar keinen Fall aufgeben. Und deshalb werde ich auch nicht auf unsachliche und unwahre Aussagen von politischen Gegnern antworten, die behaupten, dass ich untätig bin. Denn das würde wieder unzählige Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Und ich werde mich auch künftig nicht negativ über politische Gegner äußern, sondern mich auf meine Arbeit konzentrieren und schauen, dass es in Wassenberg weitergeht.

Sie glauben also, dass Sie wiedergewählt werden und sehen es nicht als Risiko, dass Sie sich – wie die meisten Ihrer Kollegen im Kreis Heinsberg – entschlossen haben, schon bei der Kommunalwahl im Mai erneut für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Und damit ein Jahr vor Auslaufen Ihrer Amtszeit.

Winkens: Ich habe – auch aus Altersgründen – lange darüber nachgedacht, ob ich freiwillig Verkürzen würde. Immerhin bin ich bis Oktober 2015 gewählt und laufe jetzt natürlich Gefahr, nicht wiedergewählt zu werden. Allerdings bin ich zu der Entscheidung gelangt, dass es nicht zu verantworten wäre, die Bürgermeisterwahl erst im Oktober 2015 stattfinden zu lassen. Schon aufgrund der hohen Kosten wäre das nicht zu verantworten gewesen. Außerdem ist die gleichzeitige Wahl von Bürgermeister und Rat sinnvoll. Zudem gehe ich davon aus, wiedergewählt zu werden.

Sie haben in den vergangenen Jahren viele Ziele verfolgt. Sind Sie zufrieden mit dem Geleisteten?

Winkens: Wir haben in den vergangenen Jahren viel angepackt und waren alles andere als untätig. Die größten Projekte waren da sicherlich die Veränderungen am Effelder Waldsee, die Sanierung des Bergfrieds, die Innenstadtsanierung oder die Fortschritte bei der B221n. Vor allem über letzteres sind die Wassenberger sehr froh. Dass wir gemeinsam dieses Ziel erreicht haben, ist nicht nur mein Verdienst und der CDU, sondern der von vielen. Wenn heute aus gewissen Kreisen behauptet wird, dass die Realisierung der B221n der Verdienst eines einzelnen Mannes sei, so ist das meiner Meinung nach ein Schlag ins Gesicht all derer, die seit Jahren für diese Straße kämpfen. Besonders denke ich hier an Dr. Ruth Seidel von den Grünen, die sich seit Jahren für die B221n einsetzt und uns sehr geholfen hat.

Einige politische Gegner kritisieren, dass Sie sich nur für die schönen Projekte einsetzten, sich aber nicht gerne mit den Problemen befassen.

Winkens: Möglicherweise fasse ich keine großen Probleme an, weil wir in Wassenberg in den vergangenen Jahren die meisten Probleme gelöst haben. Wir haben einen soliden Haushalt. Uns ist es gelungen, Schulden abzubauen – und wir machen seit zehn Jahren keine neuen Schulden mehr. Wassenberg ist weit entfernt von einem Haushaltssicherungskonzept. Warum sollen wir nun, wo keine großen Probleme vor uns liegen, die Stadt nicht so hübsch gestalten, dass wir dafür die Silber-Medaille bei der Entente Florale bekommen. Wer kann sich darüber ärgern, dass wir in das Europäische Gartennetzwerk aufgenommen worden sind? Warum sollen wir denn die Stadt für unsere Bürger nicht noch attraktiver machen – beispielsweise mit einem schönen Waldsee?

Apropos Effelder Waldsee. Was den angeht, haben Sie sich aber nicht nur Freunde gemacht.

Winkens: Die meisten Effelder sind glücklich über die Investitionen. Und die Effelder werden davon profitieren und nicht, wie einige wenige befürchten, belastet werden. Der Campingplatz ist inzwischen fast fertig und ist nun mit den neuen Straßen und der Bepflanzung ein richtiges Paradies geworden. Die Gestaltung des neuen Badebereiches steht unmittelbar bevor und auch das Parkplatzproblem ist gelöst. Um das zu erreichen, mussten zahlreiche Gespräche mit den Eigentümern und mit der Genehmigungsbehörde geführt werden, die natürlich, da es sich um Grundstücksangelegenheiten handelt, vertraulich waren. Auch wenn das einige kritisieren: Mit vielen Dingen kann ich nicht an die Öffentlichkeit gehen, bevor nicht die Verträge unterzeichnet sind.

Nun blüht der Waldsee auf, die Innenstadt von Wassenberg bleibt aber ein Problem, oder?

Winkens: Ja, der Leerstand in der Innenstadt ist in Wassenberg ein Problem – so wie in vielen anderen Städten auch. Der Leerstand, so kann man sagen, ist ein allgemeines Problem in den Innenstädten. Allerdings arbeiten wir gerade mit Hochdruck an einem Konzept zur Belebung der Innenstadt. Die CDU hat auf eigene Kosten eine Firma damit beauftragt, ein Konzept für die Wiedernutzbarmachung von Leerständen zu entwerfen. Ein Outlet-Center, das sich einige wünschen, wird wegen der unmittelbaren Nähe zu Roermond in Wassenberg nicht umsetzbar sein. Unmittelbar nach Ostern ist ein Treffen mit den Eigentümern der leerstehenden Geschäfte geplant, um sie über die steuerlichen Vorteile einer Sanierung der Gebäude zu informieren und mit ihnen zusammen über künftige Nutzungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Wo sehen sie in den kommenden Jahren – sollten Sie wiedergewählt werden – noch Handlungsbedarf?

Winkens: Noch bevor die B221n im Jahr 2018 fertiggestellt wird, brauchen wir nicht nur ein Konzept zur Umgestaltung der Innenstadt, sondern müssen bereits mit der Wiederbelebung begonnen haben. Denn dann wird die Graf-Gerhard-Straße keine Bundesstraße mehr sein und die Menschen fahren außen an Wassenberg vorbei. Schon jetzt fahren viele potenzielle Besucher an der Stadt vorbei nach Holland. Deshalb müssen wir erneut für eine Attraktivitätssteigerung sorgen.

Wo wir gerade beim Thema Attraktivitätssteigerung sind. Wie sieht ein Nutzungskonzept für den Bergfried aus?

Winkens: Erst einmal möchte ich betonen, dass im Bergfried kein Eventzentrum entstehen wird – auch, wenn dies behauptet wurde. Ein Eventzentrum ist dort schon alleine wegen der Auflagen des Denkmalschutzes gar nicht möglich. Der größte Teil des Geldes, dass derzeit in den Bergfried gesteckt wird, wird für die Instandsetzung und Sanierung der Außenmauer eingesetzt. Diese hat zum Teil große Schäden und ist feucht. Der Bergfried existiert bereits seit vielen hundert Jahren und ist das Wahrzeichen unserer Stadt. Ich denke, nun sind wir dafür verantwortlich, dass er auch in einigen hundert Jahren noch existiert und den Menschen zur Verfügung steht. Nach der Sanierung möchte ich zusammen mit dem Heimatverein und interessierten Bürgern ein Nutzungskonzept entwerfen. Angedacht ist etwa eine Dauerausstellung zur Geschichte Wassenbergs.

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