Vor dem Ende der orgellosen Zeit an St. Lambertus

Von: hewi
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Die neue Chororgel in der Pfarrkirche St. Lambertus mit Kantor Stefan Emanuel Knauer, der eine Festwoche zur Orgelweihe organisiert hat.

Erkelenz. Dieses Jahr wird dem Kantor der Pfarrgemeinde St. Lambertus, Stefan Emanuel Knauer, sicher noch länger in Erinnerung bleiben. Denn für den studierten Kirchenmusiker war die orgellose Zeit in St. Lambertus eine große Herausforderung. Umso verständlicher ist natürlich, dass er die Fertigstellung der alten Borschemicher Klais-Orgel als Chororgel in St. Lambertus mit einer großen Festwoche musikalisch gebührend feiern will.

So hat er eine Reihe von Messen und Festkonzerten organisiert, bei denen die Zuhörer den vollen Klang der vergleichsweise kleinen Orgel am Altar mit eigenen Ohren erleben können. Denn die Orgel aus Borschemich, die aus dem Jahr 1912 stammt, wird lange in St. Lambertus zu hören sein, bis die neue große Orgel zum Einsatz kommen kann.

Um das Ende der orgelfreien Zeit in St. Lambertus gebührend zu feiern, hat sich Kantor Knauer ein vielseitiges und musikalisch anspruchsvolles Programm ausgedacht, das dem Publikum nach der Abstinenz der letzten fast 18 Monate sicher schmecken wird. Denn auch die Angelus-Konzerte waren wegen der Orgelrestaurierung in diesem Jahr ausgefallen.

Die Festwoche zur Einweihung der Chororgel beginnt am Sonntag, 29. September, um 10 Uhr mit dem Festhochamt zur Orgelweihe. Gespielt wird die Messe in F-Dur von Théodore Dubois. Für die musikalische Gestaltung zeichnen sich dem Kirchen- und Projektchor St. Lambertus auch Manfred Brühl und Kantor Stefan Emanuel Knauer verantwortlich. Im Anschluss an das Festhochamt lädt die Pfarrgemeinde zum Empfang ins Pfarrzentrum ein.

Ebenfalls am Sonntag beginnt um 19 Uhr das Festkonzert für Orgel und Orchester, für das Knauer die Düsseldorfer Philharmonie verpflichten konnte. Zu hören sein werden Rheinbergers Orgelkonzert Nr. 1, F-Dur und die Fantasie-Sonate Nr. 2, As-Dur sowie Edgar Elgars Serenade op. 20.

Eintrittskarten gibt es nur an der Abendkasse für zehn Euro (ermäßigt sieben Euro). Mit der Fantasie-Sonate kann Knauer als Solist den Klang der Orgel unter Beweis stellen. Anschließend an das Konzert haben die Besucher Gelegenheit, den Orgelwein zu kosten, der im Turmraum ausgeschenkt wird.

Am Donnerstag, 3. Oktober, beginnt um 19 Uhr ein Orgelkonzert mit Prof. Dr. Martin Sander, der Werke von Rheinberger, Reger, Wolfrum und anderen Romantikern spielt. Eintrittskarten kosten an der Abendklasse acht Euro (ermäßigt fünf Euro). „Die Romantik ist bestens für die Klais-Orgel geeignet“, betont Knauer. Deshalb habe er das musikalische Programm der Festwoche sehr an den musikalischen Werken der Romantik angelehnt.

Für die Orgelmesse am Sonntag, 6. Oktober um 10 Uhr, konnte der ehemalige Aachener Domorganist Norbert Richtsteig gewonnen werden. Er spielt Stücke von Czerny, de Lange, Merkel und eigene Improvisationen.

Mit „Vox coelestis“ – „der Himmelsstimme“ – präsentiert die Kirchengemeinde zum Abschluss der Festwoche ebenfalls am Sonntag, 6. Oktober, ab 19 Uhr eine musikalische Rarität. Denn Konzerte mit Orgel und Harfe sind eine Seltenheit und deshalb sicherlich einen Besuch in St. Lambertus wert.

Knauer selbst wird die Chororgel spielen und dabei von Jenny Ruppik aus Detmold an der Harfe begleitet. Dabei spielen sie Werke von Bunk, Grandjany und Holy und als Uraufführung auch eine Komposition aus der Feder von Manfred Brühl.

Der Kirchenmusiker der Filialgemeinden lebt in Gerderath und hat sein Werk für Orgel und Harfe komponiert. Auch an diesem Abend kostet der Eintritt an der Abendkasse acht Euro, ermäßigt fünf Euro. Die Besucher des Konzertes haben erneut Gelegenheit, im Turmraum mit einem Glas Orgelwein auf die neue Chororgel in St. Lambertus anzustoßen.

„Die Chororgel ist eine Bereicherung für St. Lambertus und den Konzertgenuss in der Kirche“, ist ich Knauer sicher. Gerade für ihn als Kirchenmusiker mit Leib und Seele war die Nutzung der elektronischen Behelfsorgel eine Zumutung, wie er offen einräumt. Vom Klang der restaurierten Orgel und von der Arbeit des Mönchengladbacher Orgelbaumeisters Martin Scholz sei er „geradezu überwältigt“.

Trotzdem sei die Chororgel mit ihren 16 Registern kein Ersatz für die große Kirchenorgel, deren Finanzierung und Bau die nächsten großen Aufgaben der Pfarrgemeinde sind. Im Vergleich zu den rund 1,2 Millionen Euro, die die Orgel kosten wird, tun sich die Restaurierungskosten für die Klais-Orgel mit rund 120 000 Euro eher bescheiden aus.

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