Vielen MS-Erkrankten droht die Isolation

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Computertomografie vom Kopf einer jungen Frau mit der Krankheit Multiple Sklerose. Foto: Stock / imagebroker

Kreis Heinsberg. Im September 1988 hatte Maria Robertz mit Hilfevom Landesverband NRW der Deutschen Multiple-Sklerose-Geesellschaft (DMSG) die MS-Selbsthilfegruppe Heinsberg-Selfkant gegründet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich daraus die sehr aktive Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe für den Kreis Heinsberg entwickelt.

„In unserer Gruppe treffen sich Menschen, die von der Krankheit Multiple Sklerose betroffen sind, und deren Angehörige“, berichten Klaus und Ingeborg Fuhrmann, selbst von MS betroffene Leiter der nunmehr seit 25 Jahren bestehenden Gruppe.

Auch heute noch unheilbar

Bei MS handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die ganz unterschiedlich verlaufen kann und auch heute noch unheilbar ist. Sie trifft überwiegend Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr – plötzlich und mitten in der Lebensplanung mit Beruf und Familie. Meistens treten Sehstörungen, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen sowie Bewegungseinschränkungen und Mobilitätsverluste auf. „Weil das soziale Umfeld nicht mehr wie früher gepflegt werden kann, droht vielen Erkrankten die Isolation“, erklären Klaus und Ingeborg Fuhrmann. Um der drohenden Isolierung zu entgehen, sich über die Krankheit und deren Bewältigung auszutauschen und um neue Kontakte zu knüpfen, dafür gebe es die Gruppe.

In der Selbsthilfegruppe treffen sich regelmäßig etwa 25 bis 40 von MS Betroffene im Alter von 25 bis 75 Jahren mit den unterschiedlichen Krankheitsbildern und Behinderungsgraden. Die Mitglieder kommen aus dem gesamten Kreisgebiet und treffen sich einmal monatlich in Heinsberg-Oberbruch zum Gruppentreffen, einmal ­monatlich zum Stammtisch in ­Hückelhoven und wöchentlich einmal zum Sitz-Yoga-Kurs in Wassenberg.

Außerdem gibt es seit circa zwei Jahren eine MS-Angehörigen-Gruppe, die sich bei Bedarf trifft und ebenfalls sehr gut angenommen wird.

„Ein weiteres Ziel der Selbsthilfegruppe ist es aber auch, die Akzeptanz der Krankheit in der Öffentlichkeit zu erreichen, denn nicht selten müssen sich die Betroffenen mit falschen Vorstellungen auseinandersetzen“, so Klaus und Ingeborg Fuhrmann. Wer könne schon als gesunder Mensch verstehen, dass man nicht unbedingt ständig im Rollstuhl sitzen müsse. Gerade noch äußerlich gesund, plötzlich nicht mehr in der Lage zu sein, selbstständig zu gehen, oder zum Beispiel den Anschein eines Angetrunkenen zu erwecken, dies führe nicht selten zu Missverständnissen, „die den Erkrankten sehr schmerzen“. Für viele Erkrankte sei es daher sehr wichtig, gemeinsam mit anderen Betroffenen aus ihrer häuslichen Isolation herauszukommen, die durch die körperlichen Beeinträchtigungen und die oftmals frühzeitige Berentung hervorgerufen werde. Dadurch werde es ihnen möglich, soziale und gesellschaftliche Kontakte zu pflegen, wie gemeinsame Museumsbesuche oder Ausflugsfahrten.

Da insbesondere mit Rollstuhlfahrern diese Unternehmungen besondere Anforderungen bei der Organisation erfordern würden,sei dies meistens auch mit höheren Kosten verbunden, wenn zum Beispiel ein behindertengerechter Bus mit Hebebühne benötigt werde.

„Um solche Aktivitäten durchführen zu können, benötigen wir finanzielle Mittel“, so Klaus und Ingeborg Fuhrmann. Ebenso würden spezifische Belange der MS-Erkrankten Unterstützung erfordern, wenn es beispielsweise um Fahrdienste, Sport-und Bewegungstherapien, Vorträge von Referenten zur Aufklärung über die Krankheit oder Schulungen ehrenamtlicher Berater gehe.

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